DE1564792B2 - Impraegnierter elektrischer kondensator mit kunststoff folie als dielektrikum - Google Patents
Impraegnierter elektrischer kondensator mit kunststoff folie als dielektrikumInfo
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf einen imprägnierten Papier bestehen und liegt während des Betriebs im
elektrischen Kondensator, dessen Dielektrikum aus feldfreien Raum.
Kunststoffolien besteht, wobei die Kunststoffolien Das Imprägniermittel, welches sich in den Spalten
vom Imprägniermittel angequollen sind. zwischen den Folien befindet, diffundiert in die Folien,
Elektrische Kondensatoren, insbesondere solche für 5 die infolgedessen zu quellen beginnen und die Spalte
Wechselspannungsbetrieb, werden bekanntlich im- mehr und mehr ausfüllen.
prägniert, um Hohlräume im Kondensatorkörper, die Geringe verbleibende Ölreste zeigen keine merkzu
Sprühentladungen führen, auszufüllen. Hohlräume liehen Sprüherscheinungen, da erstens die Durchbefinden
sich z. B. zwischen den Oberflächen der Schlagsfestigkeit dünner Ölschichten mit abnehmender
Dielektrikumsfolien und den Belegungen, da diese io Dicke zunimmt und zweitens die Sprüherscheinungen
Oberflächen nie völlig glatt sind. Außerdem befinden mit abnehmender Gasblasengröße abnehmen,
sich im Dielektrikum Poren — bei porösem Papier Bei einer speziellen Anwendung der Erfindung besehr viele, bei Kunststoffolien verhältnismäßig we- steht das Dielektrikum aus Polypropylenfolie, welche nige —, die genau wie der Luftspalt zwischen Belegung aus der ETZ-B 14 (1962), S. 675, als anquellbar be- und Dielektrikumsfolie mit Imprägniermittel aus- 15 kannt ist, und als Imprägniermittel wird ein Isolieröl gefüllt werden müssen. verwendet. Das Isolieröl enthält 15 bis 20 % aro-
sich im Dielektrikum Poren — bei porösem Papier Bei einer speziellen Anwendung der Erfindung besehr viele, bei Kunststoffolien verhältnismäßig we- steht das Dielektrikum aus Polypropylenfolie, welche nige —, die genau wie der Luftspalt zwischen Belegung aus der ETZ-B 14 (1962), S. 675, als anquellbar be- und Dielektrikumsfolie mit Imprägniermittel aus- 15 kannt ist, und als Imprägniermittel wird ein Isolieröl gefüllt werden müssen. verwendet. Das Isolieröl enthält 15 bis 20 % aro-
Aus der französischen Patentschrift 897 310 ist ein matische Anteile, die insbesondere Wasserstoff binden
elektrischer Kondensator mit Polystyroldielektrikum können, etwa 30% naphthenische Anteile und zwi-
bekannt, bei dem das Polystyrol teilweise angequollen sehen 50 und 60% paraffinische Anteile. Bei einem
ist. Dieses Anquellen dürfte deshalb nachteilig sein, 20 derartig quellfähigen System ergibt sich als günstigste
weil beim Imprägnieren die stirnseitigen Randbereiche Imprägniertemperatur eine Raumtemperatur bis etwa
des Dielektrikums angequollen sind und im Konden- 6O0C. Bei 1100C z. B. ist bei normaler Wickelhärte
satorinneren Luftspalte überbleiben. Die Konden- keine Imprägnierung mehr möglich, da die Quellung
satoren sind nach mehr oder weniger langer Betriebs- so schnell vonstatten geht, daß trotz der bei dieser
zeit ausgefallen. 25 Temperatur sehr niedrigen Viskosität des Öls sich die
Aus der französischen Patentschrift 1 405 163 ist Stirnseiten dicht schlossen, bevor das Kondensatoreine
elektrischer Kondensator mit entrecktem Dielek- innere mit Öl vollgelaufen war.
trikum bekannt, welcher vor der vollständigen Ent- Für jedes System von quellbarem Kunststoffreckung imprägniert ist, damit das Imprägniermittel dielektrikum und Imprägniermittel besteht eine bebesser in den Kondensator eindringen kann. Nach der 30 stimmte maximale Quellung. Diese Quellung sollte Imprägnierung erfolgt unter Wärmeeinfiuß die voll- ausreichen, um den gesamten Spalt auszufüllen. Anständige Entreckung. Bei diesem Kondensator sind dererseits kann man den Spalt durch die Wickelhärte die Folienzwischenräume durch Imprägniermittel aus- des Kondensators beeinflussen. Mit zunehmender gefüllt. Wickelhärte wird der Spalt enger. Die Wickelhärte
trikum bekannt, welcher vor der vollständigen Ent- Für jedes System von quellbarem Kunststoffreckung imprägniert ist, damit das Imprägniermittel dielektrikum und Imprägniermittel besteht eine bebesser in den Kondensator eindringen kann. Nach der 30 stimmte maximale Quellung. Diese Quellung sollte Imprägnierung erfolgt unter Wärmeeinfiuß die voll- ausreichen, um den gesamten Spalt auszufüllen. Anständige Entreckung. Bei diesem Kondensator sind dererseits kann man den Spalt durch die Wickelhärte die Folienzwischenräume durch Imprägniermittel aus- des Kondensators beeinflussen. Mit zunehmender gefüllt. Wickelhärte wird der Spalt enger. Die Wickelhärte
Weiterhin ist es aus der deutschen Auslegeschrift 35 läßt sich aber nicht beliebig erhöhen, da der Spalt
1 043 511 bekannt, die Zwischenräume zwischen den sonst so eng wird, daß Imprägnierschwierigkeiten ent-
Kondensatorlagen durch eine zunächst flüssige, dann stehen. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
jedoch selbsttätig hart werdende Imprägnierung aus- fordert man deshalb eine Mindestquellung jeder quell-
zufüllen. Beim Aushärten besteht die Gefahr, daß in- baren Dielektrikumsfolie, die 0,3 μ beträgt,
folge der dabei auftretenden Volumenkontraktion 4° Durch die Quellung der Kunststoffolien können
Risse in der Imprägnierung entstehen. Schwierigkeiten beim Imprägnieren auftreten. Sobald
Die bekannten Kondensatoren weisen Nachteile auf, das Imprägniermittel in die Stirnseiten des Konden-
da die Durchschlagsfestigkeit der Imprägniermittel sators einfließt, beginnt dort die Quellung. Dadurch
gegenüber derjenigen von Kunststoffolien gering ist. wird der Spalt verengt und das Nachfließen vom
Wird darum eine gewisse Feldstärke im Kondensator 45 Imprägniermittel praktisch unterbunden. Die Quellung
überschritten, so finden in der Imprägniermasse, be- darf also erst dann voll zur Wirkung kommen, wenn
sonders im Spalt zwischen Belegung und Dielektri- der Kondensator bereits voll durchimprägniert ist.
kumsfolie, Teildurchschläge statt. Von der Imprägnier- In zweifacher Weise läßt sich das Zusammenspiel von
masse (ζ. B. Isolieröl) wird dabei Gas abgespalten. Es Imprägniergeschwindigkeit und Quellgeschwindigkeit
entstehen gasgefüllte Hohlräume, in denen Sprühent- 50 so steuern, daß immer eine gute Durchimprägnierung
ladungen zu weiterer Gasbildung und schließlich zur gewährleistet ist: Erstens läßt sich der Imprägnier-
Zerstörung des Kondensators führen. Vorgang durch die Temperatur beeinflussen, denn die
Die im elektrischen Feld befindliche und als Di- Quellgeschwindigkeit und die Viskosität des Im-
elektrikum wirkende Imprägnier masse ist also bezug- prägniermittels sind temperaturabhängig; man muß
lieh der Durchschlagsfestigkeit die schwächste Stelle 55 also eine Imprägniertemperatur suchen, bei der die
im Kondensatordielektrikum. Quellung im Vergleich zur Fließgeschwindigkeit des
Die Erfindung setzt sich die Aufgabe, die vom Im- Imprägniermittels im Spalt langsam verläuft. Zweitens
prägniermittel ausgefüllten Spalten möglichst weit- kann man auf den Imprägniervorgang durch die
gehend zu beseitigen. Wickelhärte, also über die Luftspaltdicke, einen Ein-
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß 60 fluß ausüben.
die Beläge eine rauhe Oberfläche aufweisen, und daß Da die Quellgeschwindigkeit und Fließgeschwindig-
sich die angequollene Dielektrikumsfolie dieser Ober- keit in den Spalten in Konkurrenz stehen, nehmen die
fläche anschmiegt. Imprägnierschwierigkeiten mit zunehmender Wickel-
Eine bevorzugte Anwendung findet vorliegende Er- länge beträchtlich zu. Längere Wickel brauchen
findung bei Kondensatoren, deren Dielektrikum aus 65 erheblich längere Imprägnierzeiten, so daß die Quel-
selbständigen Kunststoffolien besteht und bei denen lung am Wickelanfang schon zu stark fortgeschritten
eine beidseitig metallisierte Isolierstoffeinlage als Be- ist, ehe die Durchimprägnierung beendet ist. Genauere
legung dient. Die Isolierstoffeinlage kann z. B. aus Untersuchungen der Quellung bei Kunststoffolien.
hatten zum Ergebnis, daß nicht nur die Quellgeschvvindigkeit
von der Temperaturhöhe beeinflußt wird, sondern auch die Stärke der Quellung. Einige
Werte sind für Polypropylenfolien folgender Tabelle zu entnehmen:
| Quellvor- | 20° C | Temperatur | 75°C j 95°C | 70 | 125° C | |
| Vlinuten.. | 40° C | |||||
| Dauer des | Dickenzu- | 150 | 70 | 11 | 70 | |
| ganges, | 0/ /o |
70 | ||||
| Relative | 3 | 7 | 20 | |||
| nähme, | 4 | |||||
15
Daraus ergibt sich eine abgewandelte Imprägniermöglichkeit. Man imprägniert bei so niedrigen Temperaturen,
bei denen die Größe der Quellung noch relativ gering ist und sich der Spalt nicht schließt.
Eine gute Durchimprägnierung ist damit immer gewährleistet, auch wenn infolge der erhöhten Viskosität
des Imprägniermittels größere Zeiten dazu verstreichen, die aber nicht notwendigerweise in der
Imprägnieranlage verbracht werden müssen. Auch im fertigen Kondensator, der unter Öl steht, kann die
endgültige Durchimprägnierung erfolgen. Um restliche Ölspalte völlig zu verdrängen, kann der Kondensator
nach dem Durchimprägnieren auf eine höhere Temperatur erwärmt werden. Dadurch nimmt die
Größe der Quellung der Kunststoffolie zu, das Öl wird absorbiert, und wenn die Temperatur hoch genug
ist, verschwindet der Ölspalt vollkommen. Diese Quellung ist irreversibel. Bei Abkühlung tritt der
Ölspalt also nicht wieder auf. Dabei ist wichtig, daß beim Imprägniervorgang das Volumen der Kunststofffolie
zusammen mit dem Ölspalt vor der Quellung möglichst genau so groß ist wie später die gequollene
Kunststoffolie. Nimmt das Volumen der imprägnierten Folie gegenüber dem Ausgangsvolumen der ungequollenen
Folie plus Ölspalt ab, so können Hohlräume entstehen, die zum Sprühen im Kondensator führen.
Nimmt das Volumen an gequollener Folie gegenüber dem Volumen der ungequollenen Folie plus Ölspalt
zu, so wird restliches Öl aus dem Kondensator herausgedrückt, und es entstehen mechanische Spannungen
im Wickel. Es ist also am günstigsten, wenn das Volumen der gequollenen Folie identisch mit dem
Volumen der ünimprägnierten Folie plus Ölspalt oder geringfügig größer ist.
An Hand der Figur soll die Erfindung näher erläutert werden. Zwischen den Oberflächen einer quellbaren
Folie 1 und einer nicht quellbaren Folie 2, die die Belegung oder eine weitere Dielektrikumsfolie sein
kann, bilden sich Hohlräume und Spalte 3 aus, die beim Imprägnieren ganz oder teilweise mit Imprägniermittel
angefüllt sind. Beim Quellen der Folie 1 werden die aus der Oberfläche der Folie 2 ragenden Kuppen
und Spitzen 4 flachgedrückt. Die Oberflächen der Folien schmiegen sich, wie es durch die strichlierten
Linien schematisch dargestellt ist, aneinander. Geringe Imprägniermittelreste 5 schwächen die Durchschlagsfestigkeit
des Kondensators nicht merklich, wie oben schon dargestellt ist.
Claims (9)
1. Imprägnierter elektrischer Kondensator, dessen Dielektrikum aus Kunststoffolien besteht, wobei
die Kunststoffolien vom Imprägniermittel angequollen sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beläge eine rauhe Oberfläche aufweisen, und daß sich die angequollene Dielektrikumsfolie
dieser Oberfläche anschmiegt.
2. Imprägnierter elektrischer Kondensator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Beläge jeweils aus auf beiden Seiten mit Metallschichten, die dem gleichen Potential zugeordnet
sind, versehenen Papierbändern bestehen.
3. Imprägnierter elektrischer Kondensator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
als Dielektrikum Polypropylenfolien und als Imprägniermittel ein Isolieröl, welches 15 bis 20°/0
hauptsächlich Wasserstoff bindende aromatische Anteile, etwa 30% naphthenische Anteile und
zwischen 50 und 60°/0 paraffinische Anteile enthält, dienen.
4. Elektrischer Kondensator nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
jede quellbare Dielektrikumsfolie mindestens 0,3 μ gequollen ist.
5. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Kondensators nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensatorkörper bei einer Temperatur imprägniert wird,
bei der die Quellung im Vergleich zur Fließgeschwindigkeit des Imprägniermittels langsam
verläuft.
6. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Wickelkondensators nach einem der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fließgeschwindigkeit des Imprägniermittels durch die
Wickelhärte gesteuert wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Kondensators nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensatorkörper bei einer Temperatur imprägniert wird,
bei der die Kunststoffolie nur gering quillt.
8. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Kondensators nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kondensatorkörper bei 6O0C imprägniert wird.
9. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Kondensators nach einem der Ansprüche 5, 7
und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dielektrikumsfolie nach der Imprägnierung bei erhöhter
Temperatur nachgequollen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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