DE1673239B2 - Vorrichtung zum Zuführen von nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen in ein Gasanalysegerät - Google Patents
Vorrichtung zum Zuführen von nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen in ein GasanalysegerätInfo
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Description
a) das selektiv durchlässige Element ist eine porenfreie Membran (13; 24; 27,26; 31,49; 37,
51; 64), in der die nachzuweisenden Gase oder Dämpfe leichter in Lösung gehen als das
Trägergas,
b) die Beziehung——< 100 Sekunden ist für jedes
6 D
der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe erfüllt,
worin bedeuten
d die Dicke der Membran
D der Diffusionskoeffizient de? jeweiligen nachzuweisenden Gases oder Dampfes im
Membranwerkstoff bei der Betriebstemperatur der Membran,
und
c) der Auslaß des den niedrigeren Partialdruck aufweisenden Raumes führt zum Gasanalysegerät
(72).
2. Vorrichtung nach Anspruch !, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran (13; 24; 27,26; 31,49; 37,
51; 64) aus einem Polymer und/oder einer stationären Flüssigkeitsphase (24,26; 49,51) besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Membran aus einer Schicht einer stationären Flüssigkeitsphase (24) auf einer Polymerlage
(13) besteht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran aus einem gasdurchlässigen,
flüssigkeitsundurchlässigen Reservoir (27, 28) besteht, das eine stationäre Flüssigkeitsphase
(26) trägt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Reservoir (27, 28) ein Polymergefäß
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymer Polysiloxan
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran eine Dicke von weniger
als 0,5 mm hat.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran von
einem perforierten Träger (23) abgestützt ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Auslaß (43) des den
niedrigeren Partialdruck aufweisenden Raumes eine Einrichtung zur Hervorrufung eines Druckunterschiedes
angeschlossen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Membranen (31,37), in denen die nachzuweisenden
Gase oder Dämpfe leichter in Lösung gehen als das Trägergas, in Reihe montiert sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen den Membranen ein Kanal (44) mit vorgewähltem Strömungswiderstand
angeordnet ist, der einen Gasauslaß bildet, der mit Einrichtungen zur Festlegung des Druckes in
Verbindung steht, die dazu dienen, im Raum (38) zwischen den beiden Membranen (31, 37) einen
höheren Druck einzustellen als auf der anderen Seite der dem Strömungsweg für das Gasgemisch fernen
Membran (31).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Kanal (44) mit vorgewähltem Strömungswiderstand eine mechanische
Vakuumpumpe angeschlossen ist und an den
2(i Kanal (43) für die Komponenten eine Ionengetter-Vakuumpumpe.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
12, dadurch gekennzeichnet, daß im Gasweg zwischen der Quelle (63) für das Gasgemisch und
einem an den Kanal (71) für die nachzuweisenden Gase oder Dämpfe angeschlossenen Gasanalysegerät
(72, 73, 74) Ventile (81) angeordnet sind, mit denen wahlweise der Gasstrom zum Analysegerät
geöffnet oder unterbrochen wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß an das Ventil (81) ein Gasablaß
(82) angeschlossen ist, in dem Gase gesammelt werden, deren Eindringen in das Analysegerät
gesperrt worden ist
)"> 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
14, dadurch gekennzeichnet, daß der an den Raum mit höherem Partialdruck angeschlossene Auslaßkanal
(44,79) einen Strömungswiderstand hat, der so ausgewählt ist, daß das Verhältnis der Durchflußrate
4(i für Trägergase zur Durchflußrate von nachzuweisenden
Gasen oder Dämpfen innerhalb des Kanals ein Maximum ist.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
■>() Die wichtigste Anwendung einer solchen Vorrichtung
ist die Analyse von im Eluat eines Gaschromatographen enthaltenen Gasen oder Dämpfen in einem Analysegerät,
vor allem einem Massenspektrometer. Das in einem Gaschromatographen verwendete Trägergas ist
Ti im allgemeinen ein permanentes Gas, d. h. sein
Siedepunkt liegt im allgemeinen weit unterhalb von 0° C, während es sich bei den nachzuweisenden Gasen oder
Dämpfen um nicht permanente Gase handelt, d.h. Stoffe, deren Siedepunkt nur wenig unter 0°C oder
ω darüber liegt.
Bei einer bekannten Vorrichtung zum Zuführen von nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen in ein Gasanalysegerät
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durchläuft das Gasgemisch eine Glasfritte, an deren
br> Außenseite eine Pumpe angeschlossen ist. Infolge der
kleineren Porengröße der Glasfritte treten die kleinen Atome oder Moleküle des Trägergases bevorzugt durch
die Glasfritte hindurch, während die größeren organi-
sehen Moleküle der nachzuweisenden Gase oder
Dämpfe nicht oder wesentlich langsamer hindurchwandern (Analytical Chemistry, 36,1964, S. 1135 -1137).
Bei einer anderen bekannten Vorrichtung zum Zuführen von nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen
in ein Gasanalysegerät wird aus dem Gasgemisch ein Molekülstrahl erzeugt, aus dem die im allgemeinen
leichteren Atome des Trägergases in zwei Vorkammern ausdiffundieren und aus diesen mit getrennten Pumpen
abgepumpt werden, während die im allgemeinen schwereren organischen Moleküle der nachzuweisenden
Gase oder Dämpfe aufgrund ihrer Massenträgheit in Strahlrichtung weiterfliegen und damit zum Analysegerät,
insbesondere einer Ionenquelle in einem Massenspektrometer, gelangen (Zeitschrift für Analytische
Chemie, 205,1964, Seite 111).
Die bekannten Vorrichtungen weisen verschiedene Nachteile auf. Es werden mindestens zwei Pumpen
benötigt; im zusammengesetzten Gasstrom auftretende Druckfluktuation wirken sich unmittelbar ir™. Analysegerät
aus, es werden außerordentlich feine öffnungen zum Durchtritt des Trägergases benötigt und vor allem
ist der Trennungswirkungsgrad oder Anreicherungsfaktor im Vergleich zum Konzentrationsverhältnis des
Trägergases zum interessierenden Gas, das in der Größenordnung von 105:1 liegt, sehr klein.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit der
eine wesentliche Steigerung der Anreicherung der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe möglich ist, und
diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichenteil des Anspruchs 1 angegebenen Maiinahmen
gelöst.
Bei einer solchen Vorrichtung wird, im Gegensatz zu den bekannten Vorrichtungen dieser Art, nicht das
Trägergas aus dem Gasstrom herausgepumpt, sondern es werden die nachzuweisenden Gase oder Dämpfe
herausgezogen, das Trägergas bleibt im wesentlichen unbeeinflußt Damit kann nicht nur auf eine Pumpe zum
Abpumpen des Trägergases verzichtet werden, es wird vor allem ein wesentlich höherer Wirkungsgrad, d. h.
eine bessere Anreicherung der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe erreicht, gegenüber den bekannten
Vorrichtungen ergibt sich eine Verbesserung etwa um den Faktor 10. Überraschenderweise werden dazu noch
die erwähnten Nachteile der bekannten Vorrichtungen vermieden. Beim Gegenstand der Erfindung ist folgendes
zu beachten: Da Stoff im gasförmigen Aggregatzustand zu einer Diffusion in Richtung einer gleichförmigen
Konzentration bestimmter Stoffe im gasförmigen Aggregatzustand innerhalb eines geschlossenen Systems
neigen, ist es nur erforderlich, daß eine Partialdruckdifferenz bezüglich des interessierenden
Gases oder Dampfes über jeder Membran besteht. Selbstverständlich wird das erreicht, wenn eine absolute
Druckdifferenz über der Membran eingestellt wird, beispielsweise gemäß Anspruch 9.
Gemäß einer speziellen Ausbildung der Erfindung gemäß Anspruch 10 ist jedoch noch eine wesentliche
Steigerung des Trennungswirkungsgrades und damit der Anreicherung möglich. Die dann erzielbare
Gesamtanreicherung ist höher als das erwähnte Konzentrationsverhältnis Trägergas/zu untersuchender
Stoff; an eine solche Anreicherung konnte bei Verwendung der aus Analytical Chemistry, 36, 1964, S.
1135—1137, bekannten Vorrichtung überhaupt nicht
gedacht werden.
Eine solche verbesserte Vorrichtung wird zweckmäßigerweise
gemäß Anspruch 11 ausgestaltet
Es ist bereits bekannt, in einer Vorrichtung zum Einlassen von unter hohem Druck stehenden Gasen in
einen unter niedrigem Druck stehenden Raum wenigstens aus einem von Löchern freien Werkstoff, der für
unterschiedliche Gase unterschiedliche Durchlässigkeiten besitzt, hermetisch in einen Gaskanal zu montieren
(US-Patentschriften 29 66 235; 31 04 960; deutsche Patentschrift 10 99219). Diese bekannten Vorrichtungen
ίο disnten jedoch nur dazu, bekannte Gase, und zwar
permanente Gase im Sinne der obigen Definition in einen anderen Raum einzulassen, nicht jedoch organische
Stoffe oder überhaupt nicht permanente Gase. Solche bekannten Membranen sind deshalb für einen
i) erfindungsgemäßen Trägergastrenner nicht, oder wenigstens
nicht ohne weiteres, verwendbar. Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art wird sogar ausdrücklich
darauf hingewiesen, daß CO2 bevorzugt durch eine Silicongummi-Membran hindurchtritt, so daß der
falsche Eindruck entsteht, sie wäre für Zwecke der vorliegenden Erfindung unbrauchbar (US-PS 29 66 235).
Für eine Vorrichtung nach der Erfindung kommen als Membran bzw. Membranen aber überraschenderweise
vor allem solche aus einem Polymer und/oder einer
r> stationären Flüssigkphase in Betracht, und insbesondere
eine solche aus einer Schicht einer stationären Flüssigkeitsphase auf einer Polymerlage. Stationäre
Flüssigkeitsphasen sind solche flüssigen Stoffe, die in Chromatographsäulen dazu verwendet werden, die zu
in trennenden Stoffe aufzuteilen. Umfassende Listen
solcher Stoffe sind in verschiedenen Veröffentlichungen enthalten, beispielweise in »Gaschromatography« von
Ernst Bayer, Elsevier Publishing Company, New York, 1961, Tabellen 4, 13 und 14. Stoffe im gasförmigen
j) Aggregatzustand können durch solche Materialien nur
durch Diffusion hindurchtreten. Um durch die Membran hindurchzudiffundieren, muß jedoch der Stoff zunächst
von der Membran aufgenommen werden, entweder indem er mit dieser in Lösung tritt oder an dieser haftet.
Die meisten Gase können zwar mit solchen Membranwerkstoffen gefangen werden, die üblicherweise als
Trägergase verwendeten permanenten Gase werden jedoch im allgemeinen nicht gefangen, besonders nicht
bei höheren Temperaturen, d. h. erheblich über O0C.
4-) Die Membran kann nach einem der Ansprüche 3 — 8
aufgebaut sein.
Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung spielen im Gegensatz zu Vorrichtungen bekannter Art, Druckfluktuationen
im Gasgemisch keine Rolle. Damit wird es
>o möglich, den Zustrom des Gasgemisches ohne Beeinträchtigung der Analyse zu unterbrechen, indem die
Vorrichtung gemäß Anspruch 13 oder 14 ausgebildet wird.
Zur weiteren Steigerung des Trennungswirkungsgrades kann in Anlehnung an die bekannten Trennungstechniken die Vorrichtung gemäß Anspruch 15 ausgebildet werden.
Zur weiteren Steigerung des Trennungswirkungsgrades kann in Anlehnung an die bekannten Trennungstechniken die Vorrichtung gemäß Anspruch 15 ausgebildet werden.
Weitere Ausgestaltungen bzw. vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den übrigen Unteransprü-
3(1 chen zu entnehmen.
Die Erfindung soll anhand der Zeichnung näher erläutert werden; es zeigt
F i g. 1 einen Querschnitt durch eine Ausführungsform;
r, F"P. 2 das in Fig. 1 mit der Linie 2-2 umschlossene
Detail;
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine stationäre Flüssigkeitsphase als Membran;
Fig.4 einen Schnitt durch eine zweistufige Ausführungsform
und
F i g. 5 die Verwendung einer Ausführungsform.
Die in F i g. 1 dargestellte Vorrichtung besteht aus einem Grundflansch 11 mit einer öffnung 12. Auf eine
Seite 14 des Flansches 11 ist eine Membran 13 so montiert, daß sie diese Seite des Flansches hermetisch
abschließt. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Membran 13 zwischen zwei Weichmetalldichtungen
17 des Anschlusses montiert. Die hermetische Abdichtung wird dadurch erreicht, daß die Dichtungen 17
zwischen den Flansch 11 und ein Überwurfelement 18 geklemmt werden, das eine öffnung 19 aufweist, an die
eine Quelle für Stoffe im gasförmigen Aggregatzustand angeschlossen werden kann.
Eine Diffusion von ausgewählten Stoffen im gasförmigen Aggregatzustand durch die Membran 13 wird
dadurch herbeigeführt daß ein Druckunterschied über der Membran 13 eingestellt wird. Diese Druckdifferenz
kann eine Partialdruckdifferenz sein, wobei der höhere Druck auf der dem Gasgemisch zugewandten Seite der
Membran 13 herrscht Um den gewünschten Druckunterschied aufrechtzuerhalten, ist ein Ende 21 des
Flansches U hermetisch beispielsweise mit einer angelöteten Leitung 43 an eine nicht dargestellte
geeignete Vakuumpumpe angeschlossen. Die Vakuumpumpe wird so betrieben, daß der gewünschte
Druckunterschied über der Membran 13 eingestellt wird, wobei die niedrige Druck in dem Bereich herrscht,
der durch die Membran 13, den Flansch 11 und die Leitung 43 definiert ist
Die Wirksamkeit der Membran beim Abweisen von permanenten Gasen und beim Einlassen anderer Stoffe
im gasförmigen Aggregatzustand wird durch den Werkstoff der Membran, die Dicke der Membran und
die Temperatur der Membran beeinflußt Polymere und stationäre Flüssigphasen arbeiten befriedigend. In
solchen Fällen, in denen stationäre Flüssigkeitsphasen die Membran 13 bilden, muß eine geeignete Tragsiruktur
für das Reservoir geschaffen werden.
Beispielsweise würden ein aus einem Polymer bestehendes Reservoir oder ein feinmaschiges Netz
geeignet sein, mit dem die Flüssigkeit durch Oberflächenspannung gehalten werden kann. Andere Werkstoffe
sind jedoch ebenfalls geeignet wenn sie bezüglich Stoffen im gasförmigen Aggregatzustand frei von
Löchern sind, und wenn die Trägergase mit dem Werkstoff keine Lösung eingehen. Unter »Eingehen in
eine Lösung« wird hierbei ein Kondensationsprozeß und anschließendes Mischen des Stoffes im gasförmigen
Aggregatzustand mit den Oberflächenschichten der Membran 13 verstanden (vgl. »Physics and Chemistry of
the Organic Solid State«, herausgegeben von David Fox, Morntimer M. Labes und Arnold Weißberger,
Interscience Publishers, New York, 1965, Band 2, Seite 517).
Alle erwähnten Stoffe sind durch einen optimalen Betriebstemperaturbereich gekennzeichnet in dem ein
Stoff im gasförmigen Aggregatzustand damit in Lösung tritt Allgemein liegt dieser Bereich innerhalb der
extremen Werte von -100° bis +4000C
Gase benötigen endliche Zeit um durch irgendein Medium hindurchzutreten oder zu diffundieren. Wenn
eine Sperre, beispielsweise die Membran 13, mit einer
Quelle für Stoffe im gasförmigen Aggregatzustand unter konstantem Druck verbunden ist wächst die
Geschwindigkeit mit der Gase von der von der Quelle abgewandten Seite der Membran 13 heraustreten, von
null asymptotisch zu einer konstanten Geschwindigkeit oder Rate. Für einen bestimmten Stoff im gasförmigen
Zustand und einen bestimmten Membranwerkstoff, der auf einer bestimmten Betriebstemperatur gehalten wird,
ergibt sich die Zeit, die das Gas benötigt, um diese konstante Austrittsrate zu erreichen, aus der Gleichung
3 (ti2)
(d «I
(d «I
(1)
wobei t die Zeit in Sekunden ist, d die Dicke der Membran 13 in m und D der Diffusionskoeffizient des
speziellen Stoffes im gasförmigen Aggregatzustand in den speziellen Membranwerkstoff bei der Betriebstemperatur
der Membran 13 in m2 pro Sekunde.
Der Diffusionskoeffizient D für irgendeinen Stoff im gasförmigen Zustand durch irgendeinen Membranwerkstoff
kann aus Gleichung 1 dadurch bestimmt werden, daß eine konstante, willkürliche Druckdifferenz
über eine Probe des gewünschten Membran werkstoff es
beliebiger Dicke bei irgendeiner konstanten Temperatur aufgestellt wird, und die Rate überwacht wird, mit
der der Stoff im gasförmigen Aggregatzustand aus einer Seite der Membran austritt, wenn die andere Seite der
Membran dem interessierenden speziellen Stoff im gasförmigen Aggregatzustand ausgesetzt wird.
Um die Differenz zwischen der Zeitspanne, in der eine bestimmte Menge eines Stoffes im gasförmigen
Aggregatzustand die dem Gasgemisch zugewcndte Seite der Membran 13 erreicht und der Zeit, die dazu
erforderlich ist, daß diese Menge von der anderen Seite austritt, so klein wie möglich zu halten, wird die Dicke
und der Werkstoff der Membran 13 vorzugsweise so gewählt, daß für die speziellen nachzuweisenden Gase
oder Dämpfe der folgende Ausdruck erfüllt ist:
bD
< IOD Sekunden
(2)
wo die Parameter die oben angegebenen Größen sind. Diese Bedingung ist besonders wichtig, wenn die
Vorrichtung 10 unter Umständen verwendet wird, in denen das Intervall, in dem eine bestimmte Menge von
nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen aus der Quelle austritt für die Analyse der Gase oder Dämpfe eine
Rolle spielt Wenn beispielsweise verschiedene Gase untersucht werden, die von einem Gaschromatographen
austreten, ist es außerordentlich erwünscht, die Neigung der Membran 13, die chromatographischen
Spitzen auseinanderzuziehen, zu verringern, besonders in den Fällen, in denen das Intervall zwischen dem
Auftreten von aufeinanderfolgenden zeitlich getrennten Gasen kurz ist
Wie sich aus der obigen Beschreibung ergibt steht die Wirksamkeit der Membran 13, Gase hindurchdiffundieren
zu lassen, in umgekehrter Beziehung zur Dicke der Membran. Das ist besonders zu berücksichtigen, wenn
das interessierende Gas ein kleiner Teil einer Mischung ist beispielsweise 1 von 105. Unter diesen Umständen
wird eine Membrandicke von weniger als 0,5 mm empfohlen.
Die beschriebene Vorrichtung 10 kann dazu verwendet werden, nachzuweisende Gase oder Dämpfe in ein
Gasanalysegerät 62 aus verschiedenen Gasquellen 63 einzulassen. Wie beispielsweise in Fig.4 und 5
dargestellt ist kann die Vorrichtung 10 dazu verwendet werden, Gase einzulassen, die von einem Gaschromatographen
63 als Quelle kommen. Es können aber auch
Gase oder Dämpfe eingelassen werden, die von einer Flüssigkeit kommen oder sogar von einem flüchtigen
Festkörper. In solchen Fällen wird beispielsweise eine Flüssigkeit in ein Reservoir gebracht, das durch die
Oberseite 22 der Membran 13 und die mit einer öffnung >
versehene Kappe 18 gebildet ist. Wenn der Dampfdruck gegenüber dem Werkstoff der Membran 13 zu klein ist,
um eine nachweisbare Menge des Gases oder Dampfes zu ergeben, kann der Dampfdruck durch Erwärmung
der Flüssigkeit erhöht werden. :■■
Bei einer Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 1 wurde eine 0,13mm dicke Membran 13 aus
Polysiloxan-Polymer mit einer Querschnittsfläche von
etwa 6,5 cm2 verwendet. Um eine zusätzliche Stütze für die Membran 13 zu erhalten, wurde ein perforierter r>
Träger 23 unter der Membran 13 befestigt. Eine Gasmischung, die beispielsweise ein Teil Hexan auf i0'j
Teile Helium enthielt, wurde über die Oberseite 22 der Membran 13 geleitet. Die Gasmischung, die durch die
Membran 13 hindurchdiffundierte, wurde mit einem Gasanalysegerät überwacht und es wurde festgestellt,
daß Hexangas um einen Faktor von 500 angereichert war.
Eine zusätzliche Gasanreicherung kann dadurch erreicht werden, daß wenigstens die Oberfläche 22 der 2~>
Membran 13 mit einer Schicht 24 einer stationären Flüssigkeitsphase bedeckt wurde. Das ist in F i g. 2
veranschaulicht. Die Dicke der stationären Flüssigkeitsphase 24 ist wahlfrei; im allgemeinen wird sie
entsprechend den oben erwähnten Betrachtungen in in Verbindung mit der Dicke der Membran 13 gewählt.
Eine andere Konstruktion der Membran ist in der F i g. 3 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform ist eine
stationäre Flüssigkeitsphase 26 in ein geschlossenes, flüssigkeitsdichtes, relativ dünnwandiges Gefäß 27 r,
eingeschlossen, das aus einem gasdurchlässigen Werkstoff besteht Vorzugsweise ist der Gefäßwerkstoff ein
Polymer. Wenn das Gefäß 27 mit Stützansätzen 28 am Umfang versehen ist, kann das Gefäß 27 in der gleichen
Weise in das Einlaßsystem montiert werden wie die m Membran 13 (vgl. F i g. 1).
Es wurde festgestellt, daß die Anreicherung der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe auf Kosten des
Trägergases um mehrere Größenordnungen verbessert werden kann, wenn mehrere, räumlich voneinander 4-1
entfernte Membranen stufenartig längs des Gasweges angeordnet werden. In F i g. 4 ist eine zweistufige
Ausführungsform der Vorrichtung 10 dargestellt, bei der eine erste Polymermembran 31 hermetisch dicht in
einer ersten weichmetallenen Ringdichtung 32 und auf ~>o einer ersten perforierten Scheibe 33 zwischen zwei
ringfömigen Flanschen 34 bzw. 36 einer metal'.nen Vakuumverbindung gehaltert ist Eine zweite Polymermembran
37 ist im Abstand über der Membran 31 montiert, so daß zwischen den beiden Membranen eine ϊ >
Kammer 38 gebildet wird. Die Membran 37 ist hermetisch mittels eines zweiten weichmetallnen
Dichtungsringes 39 und einer zweiten perforierten Scheibe 41 montiert, die zwischen dem zweiten Flansch
36 und einer mit einer öffnung versehenen, eingetieften bo
Kappe 42 liegt Die Kappe 42, der Flansch 36 und die Dichtung 39 bilden eine Metallvakuumverbindung.
Eine erste, nicht dargestellte Vakuumpumpe ist gasdicht an den ersten Flansch 34 mittels einer
angelöteten Leitung 43 montiert Die Vakuumpumpe fa5 wird so betrieben, daß über der ersten Membran 31 eine
gewünschte Druckdifferenz aufgebaut wird, so daß die Diffusion der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe
durch die Membran 31 erleichtert wird. Eine zweite, ebenfalls nicht dargestellte Vakuumpumpe ist hermetisch
mit der Kammer 38 über einen Kanal 44 bestimmter Gasleitfähigkeit im zweiten Flansch 36 in
Verbindung. Die zweite Vakuumpumpe wird so betrieben, daß in der Kammer 38 ein bestimmter Druck
eingestellt wird, der höher ist als der von der ersten Pumpe eingestellte, und daß ein Teil der in die Kammer
38 durch die zweite Membran 37 eindringenden Gase oder Dämpfe abgezogen wird. Die Menge der von der
zweiten Pumpe abgezogenen Gase oder Dämpfe hängt von dem Verhältnis der Gasleitfähigkeiten der ersten
Membran 31 und des Kanals 44 ab. Die Menge der durch die zweite Membran 37 hindurchtretenden Gase oder
Dämpfe wird durch den Druckunterschied zwischen der Kammer 38 und der Kammer 46 bestimmt, die durch die
eingetiefte Kappe 42 und die membran 37 definiert ist. Für ein bestimmtes Gas und einen bestimmten
Membranwerkstoff wird die Leitfähigkeit der Membran 31 durch ihre Dicke und ihren Querschnitt bestimmt. Die
Art des interessierenden Gases und des Membranwerkstoffes legt die Lösungskonstante und die Diffusionsgeschwindigkeit
durch die Membran und damit die Durchlässigkeit der Membran für ein bestimmtes Gas
fest.
Bei einer Ausführungsform des zweistufigen Einlaßsystems wurde eine Gasmischung von 0,1 Mikroliter
Heptan, Oktan, Nonan und Dekan in Helium, die von einem Gaschromatographen mit einer Gasdurchflußgeschwindigkeit
von 60 Milliliter pro Minute austrat, unter Atmosphärendruck in Kammer 46 durch Einlaß 47
eingelassen. Die Dicke der Membran 37 betrug 0,025 mm und die Querschnittsfläche 6,5 cm2. Die
Durchflußrate des Heliums durch die Membran 37 betrug etwa 0,002 cm3 pro Sekunde, während für Dekan
die Gasdurchflußrate 2 cm3 pro Sekunde betrug. Die Anreicherung an Dekan in der Gasmischung, die in die
Kammer 38 eintrat, betrug also etwa das Tausendfache.
Um vorzugsweise Helium aus der Gasmischung in der Kammer 38 zu entfernen, wurde die Länge und die
Querschnittsfläche des Kanals 44 so eingestellt, daß sich 12.7 mm Länge und 1,9 mm2 Querschnitt ergaben. Eine
mechanische Vakuumpumpe wurde dazu verwendet, die aus dem Kanal 44 austretenden Gase zu entfernen, und
in der Kammer einen Druck von etwa 100 — 200 Mikron herzustellen; dadurch ergab sich eine Helium-Gasdurchflußrate
durch den Kanal 44 von etwa 10 cm3 pro Sekunde und eine Dekan-Gasdurchflußrate von etwa
2 cm3 pro Sekunde. Auf diese Weise wurde gemeinsam mit der Membran 31 eine zusätzliche Anreicherung um
einen Faktor von 2000 erreicht; die Gesamt-Anreicherung des Dekans betrug dann etwa 2xl0b. Das ist
außerordentlich viel besser ais bei bekannten Vorrichtungen, wo Anreicherungen von nur 50 — 100 üblicherweise
erreicht werden.
Wenn die Anreicherung gewisser Gase, die durch die Membranen 31 und 37 hindurchgeleitet werden,
verbessert werden soll, kann eine bestimmte stationäre Flüssigkeitsphase 49 bzw. 51 auf die Oberseiten der
Membranen 31 bzw. 37 aufgebracht werden. Bei geschickter Auswahl der Flüssigkeitsschicht kann die
Gasanreicherung um mehrere Größenordnungen gegen das Ergebnis ohne solche Schichten verbessert werden.
Durch geschickte Auswahl des Schichtwerkstoffes kann auch eine Diskriminierung zwischen polaren und nicht
polaren Gasen oder Dämpfen erreicht werden.
In F i g. 5 ist die Vorrichtung 10 in Verbindung mit einem üblichen Massenspektrometer 62 als Gasanalyse-
6 73 239
ίο
gerät zur Untersuchung von aus einem Gaschromatographen 63 ausströmenden Gasen dargestellt. Durch die
Abströmung vom Gaschromatographen 63 wird eine Gasströmung über einer Polymermembran 64 mit einer
stationären Flüssigkeitsphase hervorgerufen. Über der Membran 64 wird eine Druckdifferenz hervorgerufen,
indem eine Vakuumpumpe 67 an ein Ende des Steges 68 eines T-Stückes 69 angeschlossen wird; das andere Ende
des Steges 69 ist an die Membran 64 angeschlossen. Der Schenkel 71 des T-Stückes 69 leitet einen Teil der
Gasmischung, die durch die Membran 64 hindurchtritt, zum Gasionisator 72 des Spektrometers 62. Die
ionisierten Gase werden beschleunigt und in ein Magnetfeld geschickt, das von Magnetsektoren 73
gebildet wird, und in dem sie massenmäßig getrennt werden. Die massenmäßig getrennten Gase werden zur
Analyse vom Kollektor 74 aufgenommen. Statt die Vakuumpumpe 67 und das Analysegerät 62 für den
Gasstrom parallel zu schalten, kann die Pumpe auch mit dem Analysegerät 62 und der Membran 64 in Reihe
geschaltet werden, so daß sie durch das Analysegerät pumpt. Um die Membran 64 auf einer gewünschten
Betriebstemperatur zu kontrollieren und zu halten, ist die Vorrichtung 10 in einen temperaturkontrollierten
Ofen 76 eingebaut. Der Ofen 76 ist mit öffnungen 77 versehen, um die Leitung 69, die Einlaßöffnung 78 und
die Auslaßöffnung 79 der Vorrichtung 10 an das Äußere des Ofens 76 anzuschließen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch an andere Gasanalysegeräte angepaßt werden. Beispielsweise
können Infrarot- oder Mikrowellen-Massenanalysegeräte angeschlossen werden, so daß sie Gase vom
Schenkel 71 des T-Stückes 69 aufnehmen. Weiter können Gasmeßeinrichtung wie Jonenmeßkammern,
Ionengetter-Vakuumgeräte, Geräte, die auf Basis der Wärmeleitfähigkeit arbeiten, oder andere, ähnliche
Einrichtungen an den Schenkel 71 des T-Stückes 69 angeschlossen werden, um die Ausströmungen von
Gaschromatographen zu überwachen.
Es ergeben sich noch zusätzliche Vorteile durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Beispielsweise
in den Fällen, in denen sie dazu verwendet wird, Helium aus einer Gasmischung zu entfernen,
können Ionengettervakuumpumpen dazu verwende' werden, den relativ heliumfreien Teil des Systems zu
evakuieren. Da weiter für eine bestimmte Membran verschiedene Gase unterschiedliche Löslichkeitskonstanten
und Diffusionsraten haben, benötigen die verschiedenen Gase längere Zeiten, um durch die
Membran hindurchzutreten. Die erfindungsgemäi >e
Vorrichtung könnte also in einigen Fällen dazu verwendet werden, eine zeitabhängige Trennung der
Gase von nicht permanenten Gasmischungen zu erhalten.
Oft enthält die Ausströmung von Gaschromatographen einen erheblichen Anteil eines Lösungsmittels, das
dazu verwendet wurde, das im Gasanalysegerät 62 zu ■'> analysierende Material zu lösen. Da die normalerweise
verwendeten Lösungsmittel vor dem gelösten Stoff in großen Mengen aus dem Gaschromatographen 63
austreten, und weil sie leicht durch die in der Vorrichtung 10 verwendete Membran hindurchdiffun-
ii! dieren, neigen sie dazu, das Analysegerät 62 zu verunreinigen und die Analyse des interessierenden
Stoffes im gasförmigen Aggregatzustand schwierig, wenn nicht sogar unmöglich zu machen. Um die
Lösungsmittelspitze, oder die Spitze durch irgendeinen
i") anderen unerwünschten Stoff im gasförmigen Aggregatzustand,
daran zu hindern, das Analysegerät 62 zu erreichen, ist vorgesehen, daß ein Ventil 81 in den
Gasweg zwischen dem Chromatographen 63 und dem Analysegerät 62 eingeschaltet wird. Das Ventil 81 kann
-<> geölfnet oder geschlossen werden, um je nach Wunsch
das Einströmen von Stoffen im gasförmigen Aggregatzustand vom Chromatographen 63 zum Analysegerät 62
zu ermöglichen oder zu verhindern. Bei der günstigsten Ausführungsform liegt das Ventil 81 zwischen dem
2") Chromatographen 63 und der Vorrichtung 10. Diese
Anordnung des Ventils 81 verhindert die Verunreinigung der Membran der Vorrichtung 10. Wenn es
erwünscht ist, die Stoffe im gasförmigen Aggregatzustand, die am Einströmen in das Analysegerät 62
in gehindert sind, aufzusammeln, kann ein Ventil 81
gewählt werden, das so betätigt werden kann, daß es das Gas einer Gasableitung oder einem Kollektor 82
zuführt.
Die Vorrichtung 10 in der beschriebenen Ausfüh-
i'i rungsform arbeitet mit einem Druckunterschied über
der Membran, wobei einer der beiden Drücke unter Atmosphärendruck gehalten wird. Die Vorrichtung
kann jedoch auch in Umgebungen verwendet werden, bei denen ein Druckunterschied zwischen Drücken über
4(i dem Atmosphärendruck erforderlich ist. In solchen
Fällen wird eine Druckreduziereinrichtung 83 in den Gasweg zwischen der Vakuumpumpe und der Membran
eingeschaltet, um den gewünschten Druckunterschied über der Membran aufzustellen. Eine solche Druckredu-
•f j ziereinrichtung kann beispielsweise ein Leckventil sein.
Weiter ist es selbstverständlich nicht erforderlich, daß die Quelle einen Gasstrom abgibt Die erfindungsgemäße
Vorrichtung 10 kann beispielsweise auch dazu verwendet werden, den Gasgehalt der Atmosphäre zu
'" untersuchen, um Luftverunreinigungsuntersuchungen
zu ermöglichen, indem einfach die Membran 64 unmittelbar der Atmosphäre ausgesetzt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. Vorrichtung zum Zuführen von nachzuweisenden Gasen oder Dämpfen, die mit einem Trägergas
ein Gasgemisch relativ hohen Druckes bilden, in ein Gasanalysegerät, das bei einem verhältnismäßig
niedrigen Druck arbeitet, mit einem selektiv durchlässigen Element, das für das Trägergas eine
andere Durchlässigkeit aufweist als für die nachzuweisenden Gase oder Dämpfe und eine Kammer in
zwei Räume unterschiedlichen Partialdruckes der nachzuweisenden Gase oder Dämpfe teilt, von
denen der den höheren Partialdruck aufweisende Raum einen Einlaß für das Gasgemisch sowie einen
Auslaß und der den niedrigeren Partialdruck aufweisende Raum nur einen Auslaß aufweist,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
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