DE1944048B2 - Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Enzymsystems - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen EnzymsystemsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Enzymsystems, wobei das Enzym
mit Verbindungen, welche mehrere reaktionsfähige Gruppen enthalten, unter Ausbildung kovalenter
Bindungen zur Reaktion gebracht wird.
Es ist bekannt, Enzyme durch kovalente Bindungen mit unlöslichen Polymeren zu verkoppeln, um unlösliehe
Enzymsysteme zu erhalten. In einem Bericht in Ann. Rev. Biochemistry 35 (Π), S. 873 ff. (1966), beschreiben
I. Si Im a η und E. K a t c h a 1 s k i
die Herstellung solcher Enzymsysteme. Manchmal werden wasserlösliche Polymere als Träger verwendet.
die mit Hilfe von bifunktionellen Reagenzien vernetzt werden, so daß letzten Endes wieder unlösliche
Enzymsysteme erhalten werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Kopplung von Trypsin mit dem Copolymeren
aus Äthylen und Maleinsäureanhydrid und die Vernetzung des Kopplungsproduktes mit Hexamethylendiamin,
wie sie von E. Katchalski in Biochemistry 3, S. 1905 ff. (1964), beschrieben worden ist.
Die auf diese Weise modifizierten Enzyme sind von Bedeutung, weil man natürlich ein und dasselbe
Enzympräparat für mehrere enzymatische Um-Setzungen verwenden will. Die zu unlöslichen Systemen
modifizierten Enzyme sind stabiler als die unmodifizierten Enzyme. Diese Modifizierung ist besonders
wichtig, wenn verhältnismäßig teure Enzyme verwendet werden.
In vielen Fällen ist es jedoch wünschenswert, lösliche Enzymsysteme zu verwenden. Textilien werden
z.B. von einer unlöslichen Λ-Amylase überhaupt nicht entschlichtet, da auf einem festen Trager, wie
z. B. Baumwolle, das Substrat, wie z. B. Stärke, mit dem unlöslichen Enzym nicht nur in einem geringen
Grad reagieren kann. Darüber hinaus besitzen Enzyme, die an einen festen Träger gebunden sind, nur
eine sehr geringe Umsetzungsgeschwindigkeit, verglichen mit Enzymen in Lösung. Außerdem besitzt
unlösliche Protease nur eine geringe Wirkung zur Entfernung von Proteinflecken aus Textilfasern.
Darüber hinaus wird die lösliche stabile Form für therapeutische und kosmetische Zwecke oft der
unlöslichen Form vorgezogen werden.
Es ist ferner bekannt, lösliche Eiizymsysteme
durch Vernetzung zu erhalten.
In Biopolymers 5, S. 577 bis 582 (1967), beschreiben
R. P. P a t e 1 et al. die Herstellung wasserlöslicher Systeme von Chymotrypsin mit Polyacrylsäure, Polyglutaminsäure
und Carboxymethylcellulose (CMC). Die Verknüpfung mit den beiden zuerst genannten
Polymeren wird mit Hilfe von Woodwards Reagenz K durchgeführt, die CMC wird in Form ihres Azides
angewendet. Nur in wenigen Fällen konnte die durch die Kopplung erhaltene Aktivitätsausbeute als zufriedenstellend
bezeichnet werden.
Der Vernetzungsgrad war sehr gering. Über die Stabilität der abgetrennten Systeme sind keine Daten vorhanden.
Der Vernetzungsgrad war sehr gering. Über die Stabilität der abgetrennten Systeme sind keine Daten vorhanden.
Aus der britischen Patentschrift 1 120 298, USA.-Patentschrift
3 296 094 und den französischen Patent-Schriften 1 291 521, 1 327 001 ist es bekannt, Enzyme
durch Zusatz von freien Proteinhydrolysaten, Aminosäuren und Polypeptiden zu stabilisieren. Nach diesen
bekannten Verfahren tritt jedoch nur eine mäßige Stabilisierung auf. Außerdem ist die Aktivitätsausbeute nach diesen Verfahren verhältnismäßig
20 gering.
Es war daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen
Enzymsystemen zu entwickeln, die eine gute Stabilität und hohe Aktivität besitzen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen
Enzymsystems, wobei das Enzym mit Verbindungen, welche mehrere reaktionsfähige Gruppen enthalten,
unter Ausbildung kovalenter Bindungen zur Reaktion
gebracht wird, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man eine Redoxase oder eine Hydrolase als Enzym
zusammen mit einem Proteinhydrolysa* einsetzt.
Diese erfindungsgemäß hergestellten Enzymsysteme
zeigen eine gute Stabilität gegen thermische Denatu-
rierung. Ferner sind sie in einem pH-Bereich stabil, der weiter ist als derjenige der Originalenzyme, und
zwar sowohl nach der sauren als auch nach der basischen Seite hin. Darüber hinaus wurde festgestellt,
daß diese Enzyme gegen die Wirkung von Detergentien besonders stabil sind. Alle diese Eigenschaften machen
die vorliegenden Systeme sehr geeignet zur Verwendung in Waschmitteln und in flüssigen Gemischen zur
Reinigung von Oberflächen und für pharmazeutische und kosmetische Präparate, wie Salben und Lotionen.
Mit dem Ausdruck »Proteinhydrolysat« sind eine oder mehrere Aminosäuren oder Peptide oder deren
Gemische gemeint. Die letzteren können z. B. durch Hydrolyse von Proteinen erhalten werden. Diese
Hydrolyse kann auf jede bekannte Weise durchgeführt werden, z. B. mit einer Säure oder einem Enzym.
Als Proteine eignen sich die folgenden Substanzen
besonders: Casein, Serumalbumin, Lactoglobulin, Ovalbumin, Fibroin, Myosin, Keratin, Kollagen,
Gelatine, Sojaproteine und rohe Proteingemische.
Das Proteinhydrolysat hat bei dem Vernetzungsverfahren eine enzymschützende Wirkung, deren
Mechanismus noch unbekannt ist. In den in Frage stehenden Enzymsystemen, die einen hohen Gehalt
an Peptiden oder Aminosäuren besitzen, üben die zuletzt genannten Substanzen einen günstigen Einfluß
auf die Eerhaltung der Enzymstruktur aus, besonders auf die sogenannten tertiären oder quaternären
Strukturen, wie z. B. in Angew. Chem. 78, S. 217 (1966), beschrieben. Die Zerstörung dieser Strukturen
6g wird Denaturierung genannt. Sie geschieht leicht, z. B. bei erhöhten Temperaturen und durch die
Wirkung von chemischen Substanzen, wie Detergentien, Oxydationsmitteln und starken Säuren und
Basen. Da die Aktivität sehr stark von der Erhaltung dieser Strukturen abhängt, wird angenommen, daß
in den in Frage stehenden Systemen die Peptide und Aminosäuren diese Strukturen stark fixieren. In den erfindungsgemäßen
Systemen übt die Gegenwart der Proteinhydrolysate keinen nachteiligen Einfluß auf
die Enzymaktivität aus.
Die Verbindung, mit der das Enzym und das Proteinhydrolysat
vernetzt sind, ist ein wasserlösliches reaktives Polymer, das aus einem reaktiven Monomeren
oder einem nicht reaktiven Polymeren gebildet sein kann, das auf übliche Weise aktiviert worden ist.
Es ist jedoch ebenfalls möglich, andere bifunktionelle Verbindungen, wie Dialdehyde, ungesättigte Aldehyde
und halogenierte Carbonsäureester und Äther, zu verwenden. Die geeignetsten löslichen Vernetzungsmitte] sind: Polyacrylsäure, die z. B. mit N-Äthyl-5-phenyl-isoxazolium-3'-sulfonat(Woodwards
Reagenz K) aktiviert worden ist, das Azid der Carboxymethylcellulose,
Äthylenmaleinsäureanhydrid. Polyglutamin- *°
säure, die mit Woodwards Reagenz K aktiviert worden ist, Dextrane, die mit Isothiocyangruppen substituiert
sind, Dimethyladipinsäurederivate, Glutaraldehyd, Carbodiimide und Phenol-2,4-disulfonylchlorid, Bromcyan.
Polysaccharide mit Bromcyan aktiviert, Crotonaldehyd, Acrolein und Chlorameisensäureester oder
ein Gemisch dieser Agenzien.
Die Vernetzungsreaktion wird in Hinsicht auf die pH-Stabilität der Enzyme bei einem pH-Wert von
ungefähr 4 bis 10,5, der von dem Enzym und dem verwendeten Reagenz abhängig ist, durchgeführt, aber
es kann auch ein pH-Wert von 5 bis 8 angewendet werden. Die Reaktion setzt schon unmittelbar oberhalb
des Gefrierpunktes, z. B. bei 4°C, ein. Sie dauert dann jedoch so lange, daß z. B. 20 bis 48 Stunden für
eine ausreichende Vernetzung erforderlich hind. Daher
wird die Reaktion vorzugsweise bei einer höheren Temperatur durchgeführt, es darf jedoch noch nicht
die Gefahr der thermischen Denaturierung des Enzyms bestehen.
Es hat sich gezeigt, daß das erfindungsgemäße Verfahren zu Produkten mit guter Stabilität führt,
wenn ein hydrolytisches Enzym, wie Amylase Amyloglucosidase, Esterase, Lipase, Ribonuclease und
Protease, sowie eine Redoxase wie Katalase verwendet werden. Die Proteasen wurden besonders in Waschmitteln
getestet. Selbst Detergentien und Oxydationsmittel denatuieren die Enzymsysteme aus einer mikrobiologischen
Protease von einem Bazillus und einem Proteinhydrolysat, die auf diese Weise hergestellt
wurden, bei einer Temperatur von ungefähr 6O0C nicht stark.
Hydrolysate, die durch Wirkung der zu stabilisierenden Protease selbst hergestellt worden sind,
besonders auf diese Weise hergestellte Caseinhydrolysate, sind sehr geeignet als Proteinhydrolysat. Die
Kombination von Glutaraldehyd als Vernetzungsmittel und Caseinhydrolysat als schützendes Agenz hat
sich als außerordentlich nützlich zur Herstellung von Proteasesystemen erwiesen.
Abhängig von der Art des Enzyms, des Vernetzungsmittels und des Proteinhydrolysats werden verschiedene
Mischungsverhältnisse verwendet. In Systemen, die aus Protease, Caseinhydrolysat und Glutaraldehyd
zusammengesetzt sind, ist das Gewiditsverhältnis
zwischen Protease und Glutaraldehyd vorzugsweise zwischen (1 bis 5): (5 bis 1). Der Gewichtsanteil des
Hydrolysats ist in der gleichen Größe wie der des Vernetzungsmittels. Das bevorzugte Verhältnis zwischen
den Mengen des Enzyms, des Proteinhydrolysats und des Glutaraldehyds ist ungefähr 2:1:1.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.
0,5 g einer mikrobiologischen Protease wurden in 75 cm3 0,05 m Phosphatpuffer vom pH 6,5 gelöst. Zu
dieser Lösung wurden 25 cm3 einer Suspension von 1 g Äthylenmaleinsäureanhydrid in Wasser zugegeben.
Die Suspension wurde 16 Stunden lang bei 5°C gerührt und dann dialysiert. Dann wurde ein unlöslicher
Rückstand durch Zentrifugieren von der Suspension abgetrennt. Anschließend wurde die Suspension lyophilisiert,
und man erhielt 1,13 g lösliches Endprodukt. Auf die gleiche Weise wurde ein lösliches Enzymsystem.
hergestellt mit dem Unterschied, daß die Vernetzung nach der Zugabe von 1 g Albuminhydrolysat
durchgeführt wurde. Die Suspension wurde dialysiert und lyophilisiert, und man erhielt 1,4 g
eines löslichen Enzymsystems.
Die Tabelle zeigt die Aktivitätsausbeute und die Stabilität der zwei Enzymsysteme und einen Vergleich
mit den Stabilitätseigenschaften des Originalenzyms.
| Vor der | Nach der Vernetzung | Mit | |
| Ver | Ohne | Albumin- | |
| netzung | Albumin- | hydroly- | |
| hydroly- | sat | ||
| 0,46 | sat | 0,20 | |
| Aktivität (E/mg) | (100 β/,) | 0,07 | 98°/„ |
| Aktivitätsausbeute .... | 35°/„ | ||
| Restliche Aktivität nach | |||
| 60 Minuten langem | |||
| Erhitzen auf 6O0C in | |||
| 0,1 m TR IS-Puffer | 28°/„ | 65°/„ | |
| vom pH-Wert 9,0... | 4O°/o | ||
| Restliche Aktivität nach | |||
| 60 Minuten langem | |||
| Erhitzen auf 60"C in | |||
| 0,4°/0 einer Lösung | |||
| von einer Wasch | |||
| mittelzusammen | <10°/e | 62 »/ο | |
| setzung bei pH 8,7*) | 42°/0 | ||
| Restliche Aktivität nach | |||
| 15 Minuten langem | |||
| Erhitzen auf 6O0C in | |||
| 0,4°/0 einer perborat- | |||
| haltigen Waschmittel | |||
| zusammensetzung bei | <lO°/o | 76% | |
| pH 8,7**) | 38 »/ο | ||
*) Zusammensetzung des Waschmittels:
30% Natriumtripolyphosphat, 30% Natriumsulfat, 25 %
Natriumcarbonat, 5% Natriumdodecylbenzolsulfonat, 5 % Polyglykolether, 5 % Carboxymethylcellulose, optische
Aufheller usw.
*) Zusammensetzung des perborathaltigen Waschmittels: 28 % Natriumtripolyphosphat, 17% Natriumsulfat, 6%
anionische Detergentien, 4 % nichtionische Detergentien, 22% Natriumperborat, 16% eines schmutzsuspendierenden
Mittels (CMC u. dgl.), 7% Feuchtigkeit.
Die proteolytische Aktivität wurde spektrophotometrisch
bestimmt durch Messung der Extinktion bei 280 nm, die von den Peptiden herrührt, die nach
Hydrolyse des Caseins in Trichloressigsäure löslich sind, entsprechend der Beschreibung von M. K u η i t ζ
in J. Gen. Physiol. 30, S. 291 (1947). Inkubationszeit: 30 Minuten bei 35° C und pH 8,0.
Es wird ein lösliches Enzymsystem mit einer wesentlich besseren Stabilität erhalten, verglichen mit einem
System, das ohne Albuminhydrolysat hergestellt worderi ist, und das Produkt wird in einer viel höheren
Ausbeute erhalten. Wir heben die höhere Stabilität der erfindungsgemäßen Systeme gegenüber den perborathaltigen
Detergentien hervor.
100 mg gereinigtes Chymotrypsin vom Rind wurden in 10 cm3 0,2 m Natriumacetatpuher (pH 4,5) gelöst.
Zu dieser Lösung wurden 2 cm3 einer 8%igen Lösung von Caseinhydrolysat zugegeben. Das Caseinhydrolysat
wurde durch 20 Stunden lange Hydrolyse einer 4°/0igen Caseinlösung mit einer bakteriellen Protease
bei 35° C und einem pH-Wert von 9,0 hergestellt. Nach der Hydrolyse wurde das erhaltene Produkt
5 Minuten auf 100° erhitzt, um die proteolytische Aktivität zu zerstören, und anschließend gefriergetrocknet.
Zu der erhaltenen Lösung wurden 200 mg Glutaraldehyd in Form einer 25°/„igen Lösung unier Rühren
bei Raumtemperatur zugegeben. Nach 30 Minuten wurde das Reaktionsgemisch auf 43C abgekühlt und
bei dieser Temperatur gegen destilliertes Wasser dialysiert und gefriergetrocknet.
Auf gleiche Weise wurde ein Enzymsystem ohne Caseinhydrolysat hergestellt. Die Eigenschaften des
Enzymsystems werden in der folgenden Tabelle gezeigt.
Nach einer Reaktionszeit von 20 Stunden wurden die Gemische dialysiert und gefriergetrocknet. Die
Ausbeute und Stabilität der erhaltenen Enzymsysteme werden in der folgenden Tabelle gezeigt.
| Aktivitätsausbeute | Vor der | Nach der | Vernetzung | |
| Restliche Aktivität nach | Ver | Ohne | Mit | |
| 20 Minuten Erhitzen | netzung | Casein | Casein | |
| 15 auf 60° C in 0,1m | hydroly | hydroly | ||
| in | TRIS-Puffer, pH 8,0 | (100%) | sat | sat |
| Restliche Aktivität nach | S°/o | 21% | ||
| 20 Minuten Erhitzen | ||||
| auf 60°Cin0,4%iger | ||||
| 2o Lösung eines Wasch | 14°/o | |||
| mittels (s. Beispiel 1) | 69°/o | 87% | ||
| bei pH 8,0 | ||||
| 9% | ||||
| 3O°/o | 30% |
| Vor der | Nach der Vernetzung | Mit | |
| Ver | Ohne | Cas&in- | |
| netzung | Casein | hydroly- | |
| hydroly | sat | ||
| (100%) | sat | 12% | |
| Aktivitätsausbeute .... | <2% | ||
| Restliche Aktivität nach | |||
| 30 Minuten Erhitzen | |||
| auf 50°C in 0,1m | |||
| Phosphatpuffer, | 25% | 74% | |
| pH 7,8 | unbe | ||
| stimm | |||
| bar | |||
In diesem Beispiel wurde das reaktive Produkt aus einem Gemisch von Bromcyan und Dextran, das auf
folgende Weise hergestellt worden war, als polyfunktionelle reaktive Verbindung verwendet:
400 mg Dextran mit einem Molekulargewicht von ungefähr 10 000 wurden in 20 cm3 destilliertem Wasser
gelöst. Zu dieser Lösung wurden 80 mg Bromcyan zugegeben. Während der Reaktion wurde der pH-Wert
durch ständige Zugabe von 1 η Natriumhydroxid auf 11,0 bis 11,5 gehalten. Nach 10 Minuten langer
Reaktion wurde das erhaltene reaktive Dextranderivat zu 200 mg einer bakteriellen Protease, die in 5 cm3
0,5 m Phosphatpuffer vom pH 8,0 gelöst war, unter Rühren zugegeben.
In zwei Parallelversuchen wurden 1,25 cm3 8%iges Caseinhydrolysat bzw. 1,0 cm3 4%ige Glycinlösung
vorher zu der Proteaselösung zugegeben. Nach einer Reaktionszeit von 20 Stunden bei Raumtemperatur
wurden die Lösungen dialysiert und gefriergetrocknet.
Die erhaltenen Resultate gehen aus der folgenden Tabelle hervor.
Die Aktivität des Chrymotrypsins wurde bei pH 7,8 und 30°C durch kontinuierliche Titration der nach der
Hydrolyse von N-Benzoyltyrosinäthylester gebildeten Säure bestimmt.
80 mg Bromcyan wurden in 5 cm3 destilliertem
Wasser gelöst und zu einer Lösung von 200 mg einer bakteriellen Protease in 0,5 m Phosphatpuffer vom
pH 8,0 unter Rühren bei 200C zugegeben.
In einem zweiten Ansatz wurden 1,25 cm3 einer
8%igen Caseinhydrolysatlösung, die wie im Beispiel 2 beschrieben hergestellt worden war, zu dem gleichen
Reaktionsgemisch zugegeben.
60
| Vor der | Nach | der Vernetzung | Mit | |
| Ver | Ohne | Mit | Glycin | |
| netzung | Zu | Casein | ||
| satz | hydroly | |||
| (100%) | sat | 98% | ||
| Aktivitätsausbeute.. | 79% | 120% | ||
| Restliche Aktivität | ||||
| nach 20 Minuten | ||||
| Erhitzen auf 60° C | ||||
| in 0,1 m TRIS- | 14% | 24% | ||
| Puffer, pH 8,0 ... | 26% | 25% | ||
| desgleichen in 0,4% | ||||
| Lösung eines | ||||
| Waschmittels (Bei | 9% | 15% | ||
| spiel 1) bei pH 8,0 | 16% | 16% | ||
B e i s ρ i e 1 5
0,5 g einer mikrobiologischen Protease wurden in 75 cm3 0,5 m Phosphatpuffer vom pH-Wert 6,5 gelöst.
Zu dieser Lösung wurden 25 cm3 einer Lösung zugegeben, die 0,125 g Glutaraldehyd enthielt.
In einem zweiten Versuch wurden vorher 0,25 g Glutaminsäure zu der Proteaselösung zugegeben.
Beide Lösungen wurden 16 Stunden lang bei 5°C gerührt und anschließend dialysiert. Ein unlöslicher
Rückstand wurde durch Zentrifugieren entfernt, und die überstehende Lösung wurde gefriergetrocknet.
Man erhielt 0,72 bzw. 0,75 g dialysierte und gefriergetrocknete Enzymsysteme.
Ein Vergleich ist in der nächsten Tabelle angegeben.
| 8 | 5 | Aktivitätsausbeute .... | Vor der | Mach der | Vernetzung |
| Restliche Aktivität nach | Ver | Ohne | Mit | ||
| 15 Minuten Erhitzen | netzung | Casein- | Casein- | ||
| 10 auf 7O0C in 0,1m | hydroly- | hydroly- | |||
| Natriumacetat-Puffer, | (100 °/0) | sat | sat | ||
| pH 4,5 | 9O°/o | 100 ·/„ | |||
| 29°/o | |||||
| 41°/o | 47 »A, |
Aktivitätsausbeute
Restliche Aktivität nach
60 Minuten Erhitzen
auf 600C in 0,1m
TRIS-Puffer, pH 9,0
60 Minuten Erhitzen
auf 600C in 0,1m
TRIS-Puffer, pH 9,0
desgleichen nach 30 Minuten Erhitzen auf
60° C in 0,4°/0iger Lösung eines Waschmittels (s. Beispiel 1),
pH 9,0
60° C in 0,4°/0iger Lösung eines Waschmittels (s. Beispiel 1),
pH 9,0
Vor der
Vernetzung
(100 °
10 "/ο
Nach der Vernetzung
Ohne
Glutamin-
Glutamin-
<3°/o
unbestimm
bar
bar
unbestimm
bar
bar
Mit
Glutaminsäure
30°/0
50°/„
50°/„
60°/o
250 mg eines gereinigten Amyloglucosidasepräparates (24 E/mg) wurden in 20 cm3 0,1 m TRIS-Puffer
bei einem pH-Wert von 8,0 gelöst. Zu dieser Lösung wurden 12,5 cm3 einer 8,0°/0igen Caseinhydrolysatlösung
in 0,1 m TRIS-Puffer bei pH 8,0 zugegeben. Das Caseinhydrolysat wurde durch enzymatische
Hydrolyse von Casein bei pH 8,0 mit Hilfe einer mikrobiologischen Protease hergestellt.
Zu der erhaltenen Lösung wurden 0,5 g CMC-Azid, die in 40 cm3 0,1 m TRIS-Puffer vom pH 8,0 gelöst
waren, zugegeben. Das lösliche CMC-Azid wurde entsprechend Nature 189, S. 576 ff., (1962) hergestellt.
Die Lösung wurde 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Dann wurde das erhaltene Präparat dialysiert und gefriergetrocknet. Man erhielt 1,6 g trockenes
Produkt mit einer Aktivität von 3,75 E/mg.
Auf gleiche Weise wurde ein Präparat ohne Caseinhydrolysat hergestellt. An Stelle von diesem Hydrolysat wurden 12,5 cm3 0,1 m TRIS-Puffer vom pH-Wert
8,0 verwendet. Ausbeute: 0,59 g trockenes Produkt mit einer Aktivität von 9,15 E/mg.
Die Aktivität der Amyloglucosidasepräparate wurde durch spektrophotometrische Bestimmung der Menge
der bei der Hydrolyse von löslicher Stärke gebildeten Glucose nach Anfärben mit o-Toluidin (K. Dubowski, J. CUn. Chem. 8, S. 215 ff., [1962]) bei
635 nm gemessen. Inkubationszeit: 15 Minuten bei 4O0C und pH 4,5.
In der folgenden Tabelle werden die Aktivitätsausbeute und die Stabilität der erhaltenen Produkte
mit denjenigen des Ausgangsmaterials verglichen.
Die verbesserte Stabilität des Amyloglucosidasesystems zeigt sich auch deutlich bei Verwendung dieses
Präparates zur Herstellung von Dextrose aus Stärke.
Es erwies sich in der Tat als möglich, den gleichen
Hydrolysegrad (D. E.-Wert) mit einer Dosis des nach diesem Beispiel hergestellten Enzymsystems zu erreichen,
die ebenso groß ist wie diejenige eines nicht vernetzten Enzyms, jedoch in kürzerer Zeit als mit
dem nicht vernetzten Enzym oder im Falle der gleichen Hydrolysezeit einen höheren Hydrolysegrad zu erreichen,
wie im folgenden erklärt wird.
Eine 30°/0ige Stärkelösung wurde mit ot-Amylase
vorhydrolysiert bis zu einem D. E.-Wert von ungefähr 12. Dann wurde die Lösung mit verschiedenen Mengen
von Amyloglucosidase und einem gemäß diesem Beispiel hergestellten Amyloglucosidasesystem bei
pH 4,0 und 6O0C weiterhydrolysiert. Am Ende dei
Hydrolyse wurde das Dextroseäquivalent (D. E.-Wert d. h. der Prozentsatz von gebildeter Glucose, bezoger
auf die Maximalmenge von Glucose, die theoretiscl· erhalten werden kann) bestimmt, indem der Glucose
gehalt gemäß Somogyi — Nelson, J. Biol
Chem. 195, S. 19 ff., (1952), bestimmt wurde.
| 40 | Dosierung | D. | E.-Wert |
| Amyloglu | |||
| cosidase | |||
| Stärke, Hydro- | |||
| 45 2,5 E/gm | 48 Stunden | ||
| lysezeit | Stärke, Hydro- | 88,0 | |
| 2,5 E/gm | 60 Stunden | ||
| lysezeit | Stärke, Hydro- | 93,8 | |
| 2,5 E/gm | 48 Stunden | ||
| 50 lysezeit | Stärke, Hydro- | 94,2 | |
| 2,5 E/gm | 60 Stunden | ||
| lysezeit | 96,2 | ||
| Amyloglu | |||
| cosidase | |||
| system | |||
| 92,1 | |||
| 96,0 | |||
| 96,4 | |||
| 96,6 |
Eine Lösung von 200 mg bakterieller Protease
20 cm8 1 m TRIS-Puffer vom pH 8,0 wurde mit ui ohne 240 mg Caseinhydrolysat hergestellt.
20 cm8 1 m TRIS-Puffer vom pH 8,0 wurde mit ui ohne 240 mg Caseinhydrolysat hergestellt.
mit und ohne 240 mg Caseinhydrolysat in 20 ei
1 m TRIS-Puffer bei einem pH-Wert von 8 hergestel
Die verbesserte Ausbeute und Stabilität, die dui
die erfindungsgemäße Methode erreicht wird, gf
deutlich aus der folgenden Tabelle hervor.
309544A
Vor der Vernetzung
Ohne Caseinhydrolysat
Mit Caseinhydrolysat
Nach der Vernetzung
Ohne Caseinhydrolysat
Mit Caseinhydrolysat
Aktivitätsausbeute
Restliche Aktivität nach Stehenlassen bei Raumtemperatur
3 Tage
12 Tage
18 Tage
(100%)
28%
17%
13%
17%
13%
121%
52% 38% 28%
62%
37% 33% 25%
115%
79% 74% 64%
Auf gleiche Weise wie im Beispiel 6 beschrieben wurde 1 g eines handelsüblichen rohen Gemisches von
Glucoseoxidase und Katalase mit und ohne Albuminhydrolysat mit Carboxymethylcellulose gekoppelt.
In der unten angegebenen Tabelle werden die Aktivitätsausbeute und die Stabilitätseigenschaften
der erhaltenen Enzymsysteme verglichen. Die Glucoseoxidaseaktivität
wird durch titrimetnsche Bestimmung der Gluconsäuremenge gemessen, die nach einer
15minutigen Inkubation einer Glucoselösung mit Glucoseoxidase bei pH 5,1 und 35° C zurückblieb,
wie von L. Underkofler in Proc. Int. Sypm. Enzyme Chemistry, Tokyo und Kyoto, S. 436 (1957),
beschrieben.
Die Katalaseaktivität wurde durch Zersetzung von Wasserstoffperoxid spektrophotometrisch bei 240 nm
bei einem pH von 7,0 und 25°C, wie von Beers
und Sizer in J. Biol. Chem. 195, S. 133 (1952),
| beschrieben, bestimmt. | der | . . . | Vor der | Nach der ^ | /ernetzung | |
| 15 | Aktivitätsausbeute | . . . | der | Ver | Ohne | Mit |
| Glucoseoxidase . | der | netzung | Alnumin- | Albumin- | ||
| Restliche Aktivität | Glucoseoxidase nach | der | hydrolysat | bydrolysat | ||
| 10 Minuten Erhitzen | Mi- | |||||
| 20 | auf 8O0C, pH 4,5 | auf | ||||
| Aktivitätsausbeute | (100%) | 54% | 72% | |||
| Katalase | ||||||
| Restliche Aktivität | ||||||
| Katalase nach 10 | ||||||
| 25 | nuten Erhitzen | 22% | 51% | 55% | ||
| 8O0C, pH 4,5 | ||||||
| (100 %) | 62% | 80% | ||||
| \J£* J Q | ||||||
| 3D | ||||||
| 59% | 85% | 91% | ||||
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Enzym-Systems, wobei das Enzym niii
Verbindungen, welche mehrere reaktionsfähige Gruppen enthalten, unter Ausbildung kovalenter
Bindungen zur Reaktion gebracht wird, d adurch gekennzeichnet, daß man eine
Redoxase oder eine Hydrolase als Enzym zusammen mit einem Proteinhydrolysat einsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als eine Hydrolase eine Protease
und als Proteinhydrolysat ein solches einsetzt, welches durch diese Protease hergestellt worden
ist.
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