DE2018699B2 - Verfahren zur herstellung von reproduktionen von kunstwerken mit reliefierter oberflaeche - Google Patents
Verfahren zur herstellung von reproduktionen von kunstwerken mit reliefierter oberflaecheInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Reproduktionen von Kunstwerken mit reliefierter
Oberfläche, insbesondere von unbeschädigt erhaltungswürdigen Ölgemälden, unter Verwendung eines auf
ebenem Trägermaterial nach einem Original gefertigten Bilddrucks und einer Negativform, deren Oberfläche
dem zu reproduzierenden Original entspricht.
Mit diesem Oberbegriff nimmt die Erfindung auf einen Stand der Technik Bezug, wie er der FR-PS
15 21 466 zu entnehmen ist. Danach ist ein Verfahren zur Herstellung von Reproduktionen von Bildwerken
mit Reliefierung vom Farbauftrag mit Pinsel herrührend bekannt, wobei zunächst vom Original oder einer nach
dem Original manuell gefertigten Kopie eine Matrize, eine Negativform, hergestellt wird, in dem auf die
abzuformende, mit einem Entformungsmittel bestrichene Oberfläche durch Auftrag mehrerer Lagen eines
Silikon-Elastomers ein Silikon-Elastomerfilm aufgebracht wird. Zur Verstärkung dieses Films wird noch
eine Lage einer Zusammensetzung auf Silikon-Basis aufgegeben. Nach der Polymerisation wird die geschmeidige
Negativform abgenommen und auf einer steifen Unterlage, beispielsweise durch Verkleben,
befestigt. Danach wird mit Pinsel oder Spritzpistole ein Film eines transparenten Polyesterharzes in die
Negativform gegeben, wobei von Fall zu Fall dem Polyesterharz Weichmacher zugesetzt wird, um die
Zusammensetzung geschmeidiger zu machen.
Bei dieser Verfahrensweise ist eine Mehrzahl von übereinstimmenden, originalgetreuen aus einem Bilddruck
und einem durchsichtigen Relief aufgebauten Reproduktionen wiederholbarer und einfacher Weise
nicht gegeben. Denn eine hiernach zwar bei Anwendung eines Entformungsmittels gut abtrennbare Negativform
ist nicht ausreichend stabil. Sie wird vielmehr bei Anwendung von Druck, beispielsweise durch eine
Preßwalze, deformiert, so daß die wiederholbare Fertigung übereinstimmender Reproduktionen nicht
gegeben ist. Auch sind Deformierungen der Negativform beim Abnehmen vom Original und bei der
Befestigung auf der Versteifungsunterlage nicht immer zu vermeiden. Des weiteren ergeben sich Schwierigkeiten
beim Trennen der Negativform und des darin ausgeformten Polyesterharz-Reliefs. Die Zugabe von
Paraffin in das Polyesterharz, um dessen Geschmeidigkeit zu erhöhen, führte jedoch zu einer klebrigen und
zähen Polyesterharz-Schicht, welche den Lüster der originalen Oberfläche eines Ölgemäldes nicht wiederzugeben
vermag.
Danach ist der Erfindung die Aufgabe als zugrundeliegend anzusehen, ein Verfahren zur Herstellung von
Reproduktionen von Kunstwerken mit reliefierter Oberfläche zu schaffen, das in Ausräumung dieser
Nachteile die wiederholbare Fertigung einer Mehrzahl von hinsichtlich Rlief- und Bildelementen korrekt
übereinstimmenden Reproduktionen mit einfachen Mitteln auf einfache und zuverlässige Weise gestattet.
Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Damit ist es auf einfache
Weise möglich, Reproduktionen von wertvollen Gemälden, Ölgemälden herzustellen, wobei diese Reproduktionen
nicht nur die Bildelemente der Vorlage präzise wiedergeben, sondern auch feinste Unebenheiten in der
Originaloberfläche, wie Pinselstriche, Leinwandmarkierungen sowie auch die Zuordnung von Bildelementen
und Reliefelementen bzw. Unebenheiten. Dabei können die Originale zur Herstellung einer Negativform
unmittelbar abmodelliert werden, ohne daß die Vorlage beschädigt wird. Das Verfahren kann ohne spezielle
Hilfsmittel ausgeübt werden, so daß der Reproduktionsvorgang sehr einfach auch in einem Laden, in welchem
keine spezielle Ausrüstung vorhanden ist, durchgeführt werden kann. Die Fertigungskosten sind vergleichswei-
b5 se gering, da die Fertigung in größeren Stückzahlen
durchgeführt werden kann.
Zum Stand der Technik gehören noch einige weitere Verfahren auf einschlägigem Gebiet, die jedoch
hinsichtlich der Einfachheit und Wiederholbarkeit der Verfahrensdurchführung und/oder der originalgetreuen
V'iedergabe der Reproduktionen nicht zufriedenstellend sind. So ist aus der DT-PS 4 94 894 ein Verfahren
zur Herstellung von Imitationen von Gemälden, Bildern, Landkarten, Tapeten oder dergleichen bekannt, wobei
die Imitiationen die Unebenheiten des Originals aufweisen. Dabei wird von einem bedruckten Papier
ausgegangen, auf welches eine dicke Schicht aus Gelatine mit einem härtend wirkenden Zusatz aufgebracht
wird utid mit einer Druckform so geprägt wird, daß nur in der Gelatineschicht die Unebenheiten des
Originals eingedrückt werden. Nachteilig bei diesem Prägeverfahren ist vor aüem, daß ausgehend von einer
erstarrenden Schicht das Ausbilden von feinen in der Druck- oder Prägeform enthaltenen Unebenheiten
nicht in der Weise möglich ist, daß eine völlig exakte Wiedergabe der Konturen der Negativform bzw. des
Originals darstellbar wäre.
Verfahren zur Herstellung von Reproduktionen von Gemälden sind auch aus den FR-PS 14 93516 und
FR-PS 15 48 337 bekannt. Bei diesen trägt eine entsprechend dem Original reliefierte Folie die Bildschicht.
Dabei wird von einer ebenen, und unter Einwirkung von Wärme verformbaren Bildträgerfolie
ausgegangen, deren Reliefierung durch eine Negativform, die dem Original entsprechende Unebenheiten
und Kanäle zum Anlegen von Unterdruck aufweist, unter Anwendung von Druck und Wärme vorgenommen
wird, nachdem zuvor die Bildträgerfolie an den den Kanälen zuzuordnenden Stellen mit feinen Durchstichen
versehen worden ist. Hierbei ist es, abgesehen von den Problemen mit der Bildverzerrung bei der
Herstellung des Zwischenbilds auf der Folie und bei der Reliefierung der Folie, von Nachteil, daß die vorgesehenen
Verfahrensmaßnahmen und die zu deren Durchführung notwendigen Mittel vergleichsweise aufwendig
und kompliziert sind und zudem eine Beschränkung in der Materialauswahl für den Bildträger gegeben ist. Die
Herstellung der Negativform wird dabei nach der FR-PS 15 48 337 in der Weise vorgenommen, daß man
auf das in einem Rahmen eingeordnete Original eine geeignete Abdruckmasse, wie Gips, Zement, Kunststoff,
ein elastomeres Material oder dergleichen aufgießt. Nach dem Ausformen der Negativform wird deren
Oberfläche, die mit der zu reliefierenden Folie in Kontakt kommt, mit einem Firnis versehen, um ein
Anhaften der Folie zu vermeiden. Die Fertigung dieser Negativform ist sonach vergleichsweise kompliziert und
arbeitsintensiv.
Demgegenüber ist die Negativform nach der Erfindung einfacher zu fertigen und weist zudem den
Vorteil auf, daß sie eine durch die nichtausdehnbare Versteifungslage auch beim Walzenpreß-Vorgang ausreichende
Formbeständigkeit aufweist, um auf einfache und zuverlässige Weise Reproduktionen mit korrekter
Übereinstimmung von Relief- und Bildelementen zu bekommen. Da die Negativform trotz Versteifungslage
noch eine gewisse Flexibilität aufweist, sind Negativform und Kunststoffmasse nach der Erfindung auch in
vollständig ausgehärtetem Zustand leicht voneinander trennbar. Eine Oberflächenbehandlung der Reliefoberfläche
vor Abnahme der Kunststoffmassenschicht und Trennung der Negativform ist entbehrlich. Der Lüster
der Originaloberfläche ist beim Verfahren nach der Erfindung weitgehend erzielbar.
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Durch das Abstreichen der in die
Negativform eingegebenen Kunststoffmasse nach Anspruch 2 wird erreicht, daß Luftbläschen und aufgeschwemmte
Fremdstoffe mit der überschüssigen Kunststoffmasse entfernt werden, so daß die Gefahr von
Fehlstellen in der ausgehärteten Xunststoffmassenschicht und damit Ungenauigkeiten in deren Oberfläche
weitgehend ausgeräumt sind. Die Anwendung eines Klebemittels zwischen Kunststoffmassenschicht und
Bilddruck ist im Hinblick auf ein einheitliches Gebilde der Reproduktion von Vorteil. Die Anwendung einer
Walzenpresse in Anspruch 3 ermöglicht neben den auch durch Abstreifen erzielbaren Wirkungen ein Anpressen
des Bilddrucks an die Kunststoffmasse, aber auch ein etwaiges Verbinden des Bilddrucks — mit oder ohne
Bindemittel — mit einer Unterlage in einem Arbeitsgang. Die Anwendung einer transparenten Masse für
die Herstellung der Negativform eröffnet die Möglichkeit des Einsatzes von durch Lichteinwirkung härtbaren
durchsichtigen Kunststoffmassen für die Reliefausbildung. Da für die unmittelbar vom Original abgeformte
Negativform wegen der Schonung des Originals eine Materialbeschränkung besteht, so sind nur bei Raumtemperatur
härtbare vom Original, ölgemälde, gut abtrennbare Silikon-Gummi anwendbar, wird gemäß
Anspruch 5 die Möglichkeit des Einsatzes auch anderer Materialien für die Negativform und damit auch für die
durchsichtige Kunststoffmasse eröffnet.
Anhand der Zeichnungen werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Es zeigen schematisch
Fig. 1—5 jeweils im Schnitt Darstellungen zu einzelnen Verfahrensabschnitten gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel,
F i g. 6 im Schnitt eine nach dem ersten Ausführungsbeispiel hergestellte Reproduktion,
Fig.7—9 jeweils im Schnitt Darstellungen zu
einzelnen Verfahrensabschnitten gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
Fig. 10 im Schnitt eine nach dem zweiten Ausführungsbeispiel
hergestellte Reproduktion,
Fig. 11 —12 jeweils im Schnitt Darstellungen zu
einzelnen Verfahrensabschnitten gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel und
Fig. 13 im Schnitt eine nach dem dritten Ausführungsbeispiel
hergestellte Reproduktion.
Zu den Fig. 1—6: Die wiederzugebenden Bildelemente B einer Vorlage, z. B. eines Ölgemäldes A,
werden mit Hilfe einer für die Herstellung von Teilfarbenauszügen geeigneten Reproduktionskamera
erfaßt. Von den Negativen der Teilfarbauszüge werden die Bildelemente B unter Anwendung von Mitteln der
Stereotypie in ihrer ursprünglichen Größe auf ein ebenes Trägermaterial, beispielsweise ein Druckpapier,
übertragen und bilden einen nach dem Original gefertigten Bilddruck 1 mit Bildelementen 2 (Fig. 1).
Das Obertragen der Bildelemente B als Bildelemente 2
auf das Druckpapier kann in der Weise geschehen, daß zunächst nach einer der herkömmlichen Methoden
durch Zerlegen der farbigen Vorlage, eines Ölgemäldes oder einer Farbaufnahme eines Ölgemäldes, eine Platte
to oder ein Druck hergestellt wird und dieser Druck in gewünschter Größe auf einem Bedruckmaterial wiedergegeben
wird. Die Bildelemente 2 von z. B. Maserungen oder dergleichen können mit fotografischen oder
drucktechnischen Mitteln auf das Trägermaterial
br> übertragen werden.
Bei der Herstellung einer Negativform 7 mit den Konturen der Originaloberfläche, wird so vorgegangen,
daß zunächst eine flüssige Masse angesetzt wird, indem
zu einem Silikon-Gummi, der bei normaler Temperatur härtbar ist, ein Härter zugesetzt wird und dann
Zusatzmittel zum Einstellen der erforderlichen Härte, Zähigkeit und Fließfähigkeit beigemischt werden. Das
zu reproduzierende Original A wird flach angeordnet, so daß die Vorderseite mit den reliefartigen Unebenheiten
C nach oben weist, und gegebenenfalls von einem geeigneten Rahmen 3 eingefaßt. Dann wird der wie
oben erwähnt zuvor angesetzte, flüssige, noch nicht gehärtete Silikon-Gummi auf die unebene, reliefartige
Oberfläche des Originalgemäldes A gegeben und gleichmäßig zu einer Schicht 4 ausgeformt. In noch nicht
ausgehärtetem Zustand wird mit dieser Schicht 4 eine Versteifungsanlage 5, ein nicht flexibler Film oder ein
Bogen, beispielsweise ein Gewebe aus Glasfasern, in festen Kontakt gebracht und verbunden (F i g. 2). Nach
dem Lufteinschlüsse entfernt und die Schicht 4 bei normaler Temperatur ausgehärtet ist, wird die Schicht 4
vom Original A getrennt. Damit liegt eine Negativform 7 vor, die die Unebenheiten 6, die den Unebenheiten C
des Originals A, z. B. des Ölgemäldes, entsprechen, aufweist und die durch die nicht flexible Versteifungsanlage
5 in ihrer Gestalt fixiert ist (Fig. 3). Für diese Negativform 7 wird in diesem Ausführungsbeispiel eine
transparente oder teiltransparente Masse verwendet, ebenso ist die nicht flexible Versteifungslage 5 aus
lichtdurchlässigem Material gefertigt, so daß die Negativform 7 insgesamt lichtdurchlässig ausgeführt ist.
Diese Negativform 7 wird nun flach, mit ihrer die Unebenheiten 6 aufweisende Seite nach oben ausgerichtet.
Dann wird in die Negativform 7 flüssige, unter der Einwirkung von Licht aushärtbare Kunststoffmasse 8
auf die Unebenheiten 6 in der Negativform 7 gegossen und gleichmäßig ausgebreitet. Mit Hilfe eines Schabers
oder einer Art Quetschvorrichtung werden Lufteinschlüsse in der Kunststoffmasse 8 vermieden, wie auch
überschüssige Kunststoffmasse entfernt. Auf die erhaltene Kunststoffmassenschicht 8 wird eine glatte,
lichtundurchlässige Platte 9, beispielsweise eine nicht transparente Glasplatte, gelegt, um somit die Kunstharzmasse
8 von der Luft der Umgebung abzuschließen. Sodann wird die auf die Unebenheiten 6 der
lichtdurchlässigen Negativform 7 aufgegebene, unter Lichteinwirkung härtbare Kunstharzmasse 8 Licht
ausgesetzt, um sie auszuhärten.
Im vorliegenden Fall wurde die Kunstharzmasse, um eine genügende Aushärtung zu erzielen, 5 bis 7 Minuten
dem Licht von Lichtquellen 10 ausgesetzt. Als Lichtquellen 10 wurden UV-Lampen (60 W Diazo-Fluoreszenz-Lampe)
verwendet, die in einer Entfernung von etwa 10 cm von der Negativform 7 entfernt angeordnet
sind, wobei die größte Dicke der unter Lichteinwirkung härtbaren Schicht aus Kunstharzmasse 1,4 mm betrug
(F ig. 4).
Auf die obere Seite der ausgehärteten Kunststoffmassenschichl
8 wird der Bilddruck 1 gelegt, und zwar so, daß die Bildelementc 2 und die in der Kunststoffmassenschicht
8 abgeformten Unebenheiten 6 übereinstimmen und zwischen diesen beiden Teilen eine transparente
oder durchscheinende Klebeschicht 11 angeordnet ist. Gegebenenfalls kann auch noch eine flache Platte 12 aus
Glas aufgelegt werden. Die einzelnen Teile werden unter Anwendung von Druck miteinander zu einem
einheitlichen Gebilde zusammengefügt (Fig. 5). Anschließend wird dieses aus Lagen zusammengefügte
Gebilde von der Negativform 7 und der Platte 12 befreit. Damit liegt eine Reproduktion 14 vor, wobei eine
ausgehärtete Kuriststoffmasscnschicht 8, die Unebenheiten 13 aufweist, die genau auf die Bildelemente Ί
ausgerichtet sind und die hinsichtlich der Konturer völlig identisch sind, mit den Unebenheiten C dei
Vorlage, hier des Originalgemäldes A, durch eine klebende Zwischenlage 11 vollkommen mit der
bedruckten Seite des Bilddrucks 1 verbunden isl (F ig. 6).
Nach einer Variante kann die Negativform 7 auch aus nicht transparentem Silikon-Gummi, der bei normaler
ίο Temperatur härtbar ist, hergestellt werden, wenn die
unter Lichteinwirkung härtbare Kunststoffmassenschicht 8, die auf die Unebenheiten 6 der Negativform 7
gegeben ist, mit einer transparenten oder teiltransparenten Platte 9, einer Glasscheibe, abgedeckt wird und
das Licht der UV-Lampe von oben durch diese Platte 9 auf die auszuhärtende Kunststoffmassenschicht 8 fällt
Um den erwünschten und im vorliegenden Fall auch notwendigen, geeigneten Aushärtungsgrad der Kunstharzmasse
zu erreichen, ist es erforderlich, nicht nur die Einwirkung des UV-Lichtes wie beschrieben vorzusehen,
sondern auch die Berührung der Kunststoffmasse mit der Umgebungsluft zu vermeiden.
In dem in den Fig. 7—10 beschriebenen Ausführungsbeispiel
wird die Wiedergabe der Bildelemente dadurch vorgenommen, daß das als Vorlage dienende
ölgemälde in der gewünschten Größe auf einen Druckpapierbogen gedruckt wird. Dies kann nach einer
an sich bekannten Methode von Farbauszug-Negativen erfolgen, die durch Farbzerlegung der Bildelemente t
von einem Farbfoto, das von dem Original A aufgenommen ist, gewonnen werden. Auf die bedruckte
Seite eines bedruckten Papierbogens, des Bilddrucks 1 werden dann die Unebenheiten 16, die denen der
Oberfläche der Vorlage entsprechen, übertragen, indem die einzelnen Strukturelemente genau auf die ihnen
zugeordneten Bildelemente abgestimmt erscheinen Dies wird durch die Verwendung eines Materials
erreicht, zu welchem geeignete Zusätze von ölen gegeben werden, um das transparente Material
■to hinsichtlich Viskosität, Plastizität und Härte einzustellen.
Aus diesem Material wird ein Prototyp 15 hergestellt.
Indem dieselben Mittel und Maßnahmen wie bei dem zuvor beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel angewendet
werden, wird nun statt vom Original A von dem Prototyp 15 mit Unebenheiten 16 eine Negativform 17
hergestellt. Diese Negativform 17 weist Unebenheiten 18 auf, die den Unebenheiten 16 des Prototyps 15
entsprechen. Zur Versteifung der Negativform 17 wird eine nicht flexible Lage 19 eingebracht (Fig. 7). Die so
hergestellte Negativform 17 wird mit ihrer, die Unebenheiten 18 aufweisende Seite nach oben flach
hingelegt und dann mit transparenter Kunstharzmasse 20, die bei normaler Temperatur härtbar ist — wie
beispielsweise Polyesterharz, dem eine Härterkomponente sowie erforderliche Zusatzmittel beigemischt sind
— ausgegossen, so daß die Seite mit den Unebenheiten 18 bedeckt und die Vertiefungen der Negativform 17
ausgefüllt sind und eine geformte Kunstharzmassen-
w) Schicht 20 gebildet wird. Ehe diese Schicht ausgehärtet
ist, wird der Bilddruck I so auf die Schicht 20 aufgelegt, daß die Bildelemente 2 und die Unebenheiten 18 genau
aufeinander abgestimmt sind. Sodann wird mit einer Walze 21 unter Druck über den aufgelegten Bilddruck 1
gerollt, um Luftbläschen herauszudrücken und darüber hinaus das überschüssige Polyesterharz abzustreifen.
Anschließend wird zur Versteifung ein ebener Karton 23 unter Verwendung einer Zwischenlage aus Klebstoff
22 auf die Rückseite des Bilddrucks 1 aufgelegt und mit diesem verbunden, so daß keine Luftberührung mit der
Kunstharz-Schicht 20 gegeben ist. Unter diesen Bedingungen erfolgt die Aushärtung der Schicht 20
(F ig. 9).
Wird dann die Negativform 17 von dem zusammengefügten Gebilde abgenommen, liegt die fertige
Reproduktion vor, bei welcher die transparente, gehärtete Kunstharzschicht 20, die Unebenheiten 25
aufweist, die genau auf die Bildelemente 2 ausgerichtet sind und die die gleichen Konturen wie die Unebenheiten
18 enthalten, welche exakt mit denen der Vorlage, z. B. den Pinselstrichen des Ölgemäldes, übereinstimmen,
mit der bedruckten Seile des Bilddrucks 1, der mit Klebstoff 22 fest auf einem flachen Karton 23
aufgezogen ist, zu einem einheitlichen Gebilde verbunden ist (F ig. 10).
Bei dem dritten Ausführungsbeispiel, wie es in den Fig. 11 —13 gezeigt ist, werden zur Herstellung der
Negativform und zum Abmodellieren andere Mittel und Maßnahmen wie bei den beiden vorhergehenden
Ausführungsbeispielen angewendet. Die Wiedergabe der Bildelemente erfolgt in derselben Weise wie vorher
beschrieben, indem Bilddrucke 1 mit den Bildelementen 2 herangezogen werden. Auf die bedruckte Seite dieser
Bilddrucke 1 werden dann die Unebenheiten genau entsprechend denen der Vorlage abgeformt. Von
diesem so gefertigten Prototyp ausgehend wird nach einer an sich bekannten Elektrotypie-Methode eine
Metall-Negativform 26 mit den Unebenheiten 25 hergestellt.
Die so gefertigte hitzebeständige Negativform 26 wird mit ihrer reliefartig ausgebildeten Seite mit den
Unebenheiten 25 nach oben eben angeordnet und mit einer flüssigen Masse ausgegossen. Diese Masse besteht
im wesentlichen aus einem durch Erhitzen verfestigbaren Kunststoff, wie beispielsweise ein transparentes
Vinylchlorid-Plastisol. Mit einer Walze 21, die unter Druckanwendung über diese Kunstharzmasse geführt
wird, werden Luftbläschen herausgedrückt und das überschüssige Vinylchlorid-Plastisol abgequetscht. Die
derart präpariert vorliegende Schicht 27 wird etwa 10 Minuten einer Wärmebehandlung bei etwa 180 bis
2000C unterworfen, um die Kunstharzschicht auszuhärten.
Nach dem Abkühlen der ausgehärteten Schicht 27 auf etwa 1200C wird der Bilddruck 1 so aufgelegt, daß
die Bildelemente 2 mit den entsprechenden Unebenheiten 25 genau zusammenfallen. Daran anschließend wird
eine Platte 28 auf der Rückseite des Bilddrucks 1 angeordnet. Der gesamte Lagenaufbau wird sodann
gepreßt und die Lagen zu einem einheitlichen Gebilde verbunden. Nach dem Abkühlen auf Normaltemperatur
werden die Platte 28 und die Metall-Negativform 26 von dem Gebilde 30, der Reproduktion, entfernt. Das
Gebilde 30 besteht im wesentlichen aus einer transparcnten Schicht aus Vinylchlorid-Kunststoff, die mit
Unebenheiten 29 versehen ist, die genau dieselbe Gestalt wie die Unebenheiten der Vorlage aufweisen
und die genau mit den Bildelementen 2 korrespondieren und aus einem mit Bildelementen bedruckten Papierbogen,
einem Bilddruck 1 (Fig. 13).
Anstatt, wie hier gezeigt, einen Karton 23 zu verwenden, kann auch eine Kunststoffplatte, z. B. aus
Vinylchlorid, eine Metallplatte, eine Holzplatte oder eine andere geeignete Unterlage vorgesehen werden
Diese Unterlage kann mit dem Bilddruck 1 beklebt als Basismaterial dienen. Jedoch kann als Bedruck- bzw
Trägermaterial zur Wiedergabe der Bildelemente 2 statl eines Druckpapiers oder einer Kombination von
Druckpapier und geeigneter Unterlage auch eine Konstruktion verwendet werden, die diese Unterlage
direkt als Bedruckmaterial benutzt. Des weiteren kann das hier zum Ausbilden der Unebenheiten auf dem
bedruckten Teil der Unterlage gewählte Material beispielsweise der Polyesterkunststoff, durch ein Material
ersetzt werden, das beispielsweise dadurch härtet daß Vernetzungsreaktionen auftreten, wenn ein Härtemittel
zugegeben wird, z. B. Epoxiharze oder Acrylharze. Schließlich können auch Vinylchloridpolyäthylene
und andere pulverförmige Harze das Plastisol ersetzen Die vorgesehenen pulverförmigen Materialien schmelzen
beim Erwärmen, werden fließfähig und können se die Vertiefungen und Unebenheiten in der Negativform
ausfüllen und so die formende Schicht, den Abdruck bilden. In jedem Fall wird ein Material benutzt, das beim
Erhitzen aushärtet.
Beim Erwärmen und Härten von flüssigen odei pulverförmigen Harzen der genannten Art empfiehlt es
sich — falls irgendeine Möglichkeit besteht, daß die Druckfarbe der Bildelemente beeinträchtigt werder
könnte — die geformte Schicht, den Abdruck, nach dem Aushärten auf dem Basismaterial, auf welches die
Bildelemente gedruckt worden sind, gegebenenfalls unter Verwendung von Klebstoff zu fixieren. In diesem
FaIl ist natürlich der Klebstoff unter Berücksichtigung der Art der gehärteten Schicht und unter Berücksichtigung
der Eigenschaften des Bedruckmaterials auszuwählen.
Unter Härten wird hier verstanden, daß das flüssige Material bis zu einem Härtegrad verfestigt wird, der füi
die Reproduktionen geeignet ist. Das gehärtete Material weist noch eine gewisse Flexibilität auf und isi
keineswegs hart und spröde. Mit Farbauszugfotografier ist nicht nur das Herstellen von Farbauszügen der dre
Grundfarben zu verstehen, sondern auch andere Farbtrennungsverfahren, wie beispielsweise das Verfahren,
mit welchem die Farbe des Gefüges, z. B. einei Maserung, und die Farbe des Bildelements getrenni
werden können. Schließlich können besondere Reproduktionen mit reliefartiger Oberfläche auch dadurcl·
erhalten werden, daß auf geeignete Weise die beschriebenen Verfahrensschritte zur Herstellung dei
Negativform, die Verfahrensschritte zur Wiedergabe der Bildelemente und die Gcstaltungs- und Modelliermiltcl
und -Maßnahmen kombiniert werden.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Reproduktionen von Kunstwerken mit reliefierter Oberfläche,
insbesondere von unbeschädigt erhaltungswürdigen Ölgemälden, unter Verwendung eines auf ebenem
Trägermaterial nach einem Original gefertigten Bilddrucks und einer Negativform, deren Oberfläche
dem zu reproduzierenden Original entspricht, dadurch gekennzeichnet, daß in erster
Verfahrensstufe zur Herstellung der Negativform zunächst fließfähiger, bei Raumtemperatur härtender
Silicon-Gummi, der vom Original gut trennbar ist, als Schicht auf die reliefierte Oberfläche des
Originals gegeben wird, dann — bevor die Masse ausgehärtet wird — eine nicht dehnbare Versteifungslage
auf die Schicht gelegt und mit der Masse verbunden wird und daß nach dem Aushärten der
Masse die die Versteifungslage aufweisende Negativform vom Original getrennt wird, und in zweiter
Verfahrensstufe zunächst die Negativform mit einer härtbaren, durchsichtigen Kunststoffmasse, die von
der Negativform trennbar ist, ausgegossen wird, dann der Bilddruck mit seiner bedruckten Seite
paßgerecht mit der mit Kunststoffmasse ausgegossenen Negativform zusammengebracht, ferner die
Kunststoffmasse mit dem Bilddruck innig verbunden und schließlich das vereinigte Gebilde mit gehärterer
Kunststoffmassenschicht von der Negativform getrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in die Negativform gefüllte
Kunststoffmasse abgestrichen und ausgehärtet wird, ehe der Bilddruck mit der bedruckten Seite
paßgerecht auf der mit Kunststoffmasse ausgegossenen Negativform angeordnet und unter Anwendung
eines Klebemittels mit der Kunststoffmassenschicht zu einem vereinigten Gebilde verbunden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bilddruck mittels einer Walze
angedrückt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Herstellung der
Negativform eine transparente Masse verwendet wird, die versteifend wirkendes, durchsichtiges
Material enthält, und beim Ausgießen der Negativform eine durchsichtige durch Lichteinwirkung
härtbare Kunststoffmasse verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von der unmittelbar vom Original
hergestellten Negativform eine hitzebeständige weitere Negativform gefertigt wird und zum
Ausgießen dieser weiteren Negativform eine durch Wärmezufuhr aushärtende, durchsichtige Kunststoffmassse
verwendet wird.
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