DE2108591B2 - Einrichtung und verfahren zur durchfuehrung der schildbauweise fuer die errichtung von tunnels und stollen - Google Patents
Einrichtung und verfahren zur durchfuehrung der schildbauweise fuer die errichtung von tunnels und stollenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung mr Durchführung der Schildbauweise für die Errichtung
von Tunnel und Stollen, bestehend aus einem Stahlzylinder mit einer schneidenartigen Verjüngung an dessen
Stirnseite, wobei der Zylinder nahf seiner Stirnseite zur
Bildung eines vorzugsweise über den gesamten Umfang des Zylinders sich erstreckenden Kragens abgesetzt ist,
und für die Einbringung von Beton Rohre vorgesehen sind, deren Mündung vorzugsweise in der durch die
Absetzung des Zylinders gebildeten verjüngten Mantelfläche liegen.
Es ist eine Einrichtung zur Durchführung der
•lo Schildbauweise für die Errichtung von Tunnel oder
Stollen bekannt. Sie besteht aus einem Stahlzylinder mit einer schneidenartigen Verjüngung der Stirnseite,
wobei der Zylinder nahe seiner Stirnseite zur Bildung eines Kragens angesetzt ist und im Bereich dieses
Kragens Rohre für die Einbringung von Beton münden. Zum Vortrieb des Schildes wird durch die Rohre Beton
eingepreßt, wobei zur Erleichterung des Vortriebes und zur Verdichtung des Betons Ruttier eingesetzt werden,
die unmittelbar auf den vorderen, die schneidenartige Verjüngung tragenden Teil des Schildes einwirken. Ein
Gerät dieser Art konnte sich bislang in der Praxis nicht durchsetzen und hat daher auch keinen Eingang in die
Praxis, gefunden. Wie nämlich die Untersuchungen des Anmelders ergeben, liegt der für den Vortrieb des
Schildes notwendige, im plastischen Beton aufzubringende Druck so hoch, daß der Beton laufend in den
Zubringungsrohren verdichte1 und dort ausgehärtet würde, was natürlich für eine rationelle Arbeitsweise
untragbar ist. Es sind ferner Einrichtungen bekannt, die in lockerem Boden (Moränen, Sand, Erdreich usw.'
eingesetzt werden. Sie bestehen aus einem zweiseitig offenen Stahlzylinder, der an seiner Rückseite einer
Stützring aufweist, gegen welchen sich mehrere an dei Innenseite des Stahlzylinders angeordnete vorzugswei
('5 se doppeltwirkende Hydraulikstempel abstützen. Die ir
Vortriebsrichtung liegende Stirnseite des Stahlzyünden
ist schneidenartig ausgebildet. Im Innenraum de: Stahlzylinders :>ind Abbaugeräte montiert, sowie For
dereinrichtungen zur Beseitigung des Haufwerkes. Zur Anwendung dieser Einrichtung wird eine Baugrube
ausgehoben, in welche der Stahlzylinder abgesenkt wird. Durch Abstützung gegen ein Widerlager in dieser
Baugrube wird die Einrichtung hydraulisch in Vortriebsrichtung vorgeschoben, wobei der jeweils durch den
Vortrieb überstrichene Bereich unmittelbar anschließend
ausbetoniert oder aber mit vorgefertigten Betonschalen verkleidet wird. Diese bekannte Einrichtung
M sehr aufwendig und deswegen teurer. Sie können ferner, da sie aus einem umfangsgeschlossenen
Zylinder bestehen, innerhalb einer Tunnelröhre oder eines Stollens nur schwer demontiert werden und die
sehr teuren Hydraulikzylinder, die innerhalb des Rohres in größerer Anzahl vorhanden sind, sind durch das '5
abstürzende Haufwerk stets einer Gefährdung ausgesetzt, und es kann nur ein relativ geringer Versehubdruck,
begrenzt durch die mögliche Kolbenfläche, erzeugt werden. All dies sind wesentliche und
gravierende Nachteile, die zu beheben Aufgabe und Zweck der Erfindung ist.
Erfindungsgemäß gelingt dies nun dadurch, daß an der durch die Absetzung des Zylinders gebildeten
Kragenfläche mindestens ein gummielastischer, mit einem Druckmedium (öl. Wasser, Luft od. dgl.) beaufschlagbarer,
sackartiger Balg vorgesehen ist, und nahe des Balges Rohre für die Einbringung von Beton nach
außen münden.
Der Erfindungsgegenstand stellt einen erheblichen Fortschritt gegenüber den bekannten Ausführungen
dar, da mit diesem nach Art eines Zweiiaktverfahrens gearbeitet werden kann, nämlich wechselweise Vortrieb
und Einbringung des Betons.
Um die Erfindung in ihrem Aufbau und ihrer Wirkungsweise anschaulich zu erläutern, wird sie
anhand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch den Stahlzylinder nach der Linie A-A in Fig. 3, der nachstehend als
Vortriebsschild bezeichnet wird,
Fig. 2 einen Längsschnitt nach der Linie B-B in F i g. 3 und
F i g. 3 einen Querschnitt nach der Linie C-Cin F i g. 1 und die
F i g.4 und 5 Details am Kragen.
Das Vortriebsschild 1 besteht aus einem Stahlzylinder, der an seiner Stirnseite 3 eine schneidenartige
Verjüngung 4 besitzt. Der Durchmesser des Stahlzylinders entspricht dem Durchmesser des zu fertigenden
Stollens oder Tunnels. Nahe seiner Stirnseite 3 ist der Stahlzylinder zur Bildung eines Kragens 5 abgesetzt,
wobei im Bereich dieses Kragens 5 Rohre 6 nach außen münden (Fig.4). D'ese Rohre sind über den Umfang
des umlaufenden Kragens 5 möglichst gleichmäßig verteilt, wie F i g. 3 zeigt, und sie liegen in rinnenartigen 5S
Vertiefungen 6' (diese Vertiefungen sind in den F i g. 1 und 2 aus Übersichtlichkeitsgründen nicht eingetragen),
die durch aufgeschweißte Stege gebildet sein können oder die mit dem Zylinder gegossen werden. Dk
Mündungsbereiche dieser Rohre 6 sind trompetenartig '"
erweitert und die Mündungen 7 selbst liegen nahe in der durch die Absetzung des Zylinders gebildeten Kragenfläche
5'. Die Kragenfläche 5' ist mit wannenartigen Vertiefungen 8 ausgestattet (Fig. 5), in welchen
sackartige Bälge 9 liegen aus gummielastischem (>s
Material, die über ebenfalls vertieft liegende Rohre 10 mittels eines geeigneten Druckmedium·; (Ul, Wasser,
Luft) beaufschlagbar sind. Diese Vertiefungen bzw. Bälge sind auf den Umfang des umlaufenden Kragens 5
bzw. der Kragenfläche 5' möglichst gleichmäßig verteilt (siehe Fig.3). In das gummielastische Material der
Bälge können Federn «der Federkörbe eingearbeitet sein, die die entlasteten Bälge 9 in der aus Fig.5
ersichtlichen Lage halten, bzw. nach Entlastung der Bälge in diese Form wiederum zurückführen.
In Umfangsrichtung gesehen, ist der Stahlzylinder 2 mehrteilig aus Segmenten T2' ausgebildet, wobei das
oben liegende Segment 11 nach außen divergierende Begrenzungsflächen bzw. -flansche 12 besitzt Die
äußere Mantelfläche 13 des Vortriebsschildes 1 zeigt einen leichten konischen Verlauf, in dem sie sich nach
hinten verjüngt. Am rückseitigen Ende 14 des Vortriebsschildes ist ein relativ dünnwandiges Rohrstück
15 angeschlossen. Wie insbesonders aus Fig.4
ersichtlich ist, mündet in die Mündung des Rohres 6 jeweils ein zweites Rohr 20, wobei dieses Rohr 20 an
seinem vorderen Ende bogenförmig verläuft und im übrigen zu seinem Schutz in einer rinnenartigen
Vertiefung 6' liegt. Der bogenförmige Verlauf ist dabei so gestaltet, daß die dadurch erzwungene Strömung
gegen die Längsachse des Rohres 6 gerichtet ist, wie der Pfeil 21 in F i g. 4 andeutet.
Die Wirkungs- und Funktionsweise des gezeigten Vortriebsschildes ist aus der Zeichnung direkt zu
erkennen und wird nachstehend noch in allen wesentlichen Einzelheiten erläutert, wobei von einem Bauzustand
der Tunnelröhre 16 ausgegangen wird, wie er aus F i g. 1 ersichtlich ist: Über die Rohre 6 wurde Beton in
den durch den Kragen 5 und die konisch verlaufende Mantelfläche 13 des Vortriebsschildes ausgesparten
ringförmigen Raum mittels nicht dargestellten, jedoch hinreichend bekannten Betonpumpen eingebracht. Nun
werden die Rohre 20 mit Preßluft oder Wasser beaufschlagt, so daß infolge der bogenförmigen
Krümmung im Mündungsbereich dieser Rohre 20 die Rohre 6 gegen die Einbringungsrichtung des Betons
nach hinten ausgeblasen werden, wie der Pfeil 21 andeutet, wenn der Vortrieb unterbrochen wird, so daß
die Rohre 6 und 20 vom Beton freigespült werden können. Ist der Beton eingebracht und erhärtet, so
werden nun die Bälge 9 über die Leitungen 10 mittels eines geeigneten Druckmediums unter hohem Druck
beaufschlagt. Durch die Reaktionskraft der großen Balgflächen wird das Vortriebsschild nach vorne mit
großer Kraft in das Grundmaterial 18 gedrückt, dadurch fällt dieses in sich zusammen bzw. kann mittels im
Stahlzylinder mitgeführten Fräs- und Abbauaggregaten, herkömmlichen Baggern und Ladegeräten abgebaut
und anschließend abtransportiert werden. Durch den so erzwungenen Vorschub, der abhängig ist vom abzubauenden
Material und von der Ausdehnbarkeit der Bälge 9 wird ein Ringspalt frei, der begrenzt ist durch die
Kragenfläche 5', durch den auf den Kragen unmittelbai folgenden Bereich der Mantelfläche 13, der Stirnfläche
der Betonröhre 16 und das Erdreich 18. Nun werden die Bälge 9 entlastet und gleichzeitig Beton über die Rohre
6 in diesen Ringspalt eingepreßt, wobei der in Mundstück 6 liegende und nicht ausgespülte unc
eventuell erhärtete Beton dank der trompetenförmiget Gestaltung dieser Rohrstücke 6 ausgestoßen unc
ausgesehoben wird. Ist der Beton in den Ringspal eingepreßt, so wird der oben geschilderte Vorgang auf:
neuerliche wiederholt. Auf diese Weise ist es möglich den Stollen oder den Tunnel mit einer homogenei
monolithischen Betonröhre schalrein auszubetonierer ohne daß Gefahr besteht, daß das durch den Vorschul
des Schildes freigewordene Erdreich sich entspannt oder einstürzt und Maschinen und Einrichtung gefährdet
und dadurch wie bei allen herkömmlichen Methoden ein Stollenbau dieser Art überhaupt in Frage gestellt
wird. Die erfindungsgemäße Balganordnung läßt bei 5 einer spezifischen Balgbelastung von 500 kg/cm2, was
durchaus im Rahmen des üblichen liegt, bei einem Schild mit einem Durchmesser von etwa 8,4 m einen
Vorschubdruck von 42 000 Tonnen erreichen, also einen Wert, der weit über jenem Wert liegt, der mit anderen
Geräten dieser Art erzielbar ist.
Außer monolithischen Betonrohren können selbstverständlich in tektonisch bewegten Erdzonen in ebenso
einfacher Weise Gliederrohre betoniert werden, indem nach gewissen und frei wählbaren Vorschubabständen
in den durch den Vorschub jeweils frei werdenden Ringspalt Dichtungsrnaterialien durch im Bereich des
Kragens 5 liegende Öffnungen 25 (Fig.5) eingepreßt werden und erst nach neuerlichem Vortrieb Beton
nachgepreßt wird. Daß die nach längerer Arbeitspause durch das Schrumpfen der Tunnelröhre beim Abbinden
entstehende große Reibung gegenüber dem Zylinder 2 überwunden werden kann, werden vorteilhaft Hochfrequenzrüttelelemente
an der Innenseite des Zylinders 2 angebracht.
Durch die wannenartigen Vertiefungen sind dabei diese einzelnen aufeinanderfolgenden Glieder der
Betonröhre gezahnt miteinander verbunden. Pumpenaggregate zum Einpressen von Betondichtungsmaterial
und des Druckmediums für die Bälge 9 sowie Abbau- und Fördergeräte können im Zylinder 15 untergebracht
werden.
Da auf dem gesamten Umfang des Kragens 5 mehrere Bälge vorhanden sind, können diese durch
entsprechende Steuereinrichtungen mit jeweils unterschiedlichen Drucken beaufschlagt werden, auf welche
Weise das Vortriebsschild nicht nur in seiner Achsrichtung, also gerade, vorgetrieben werden kann, sondern
auch beliebig steuerbar ist, so daß das Vortriebsschild nach oben oder unten oder aber nach einer der beiden
Seiten gelenkt werden kann. Darüber hinaus kann durch die unterschiedliche Beaufschlagung der Bälge 9
ungleicher Abbauwiderstand im Material berücksichtigt werden.
Da in Umfangsrichtung gesehen das Vortriebsschild mehrteilig ausgebildet ist, sind mit der erfindungsgemäßen
Einrichtung auch Sackstollen oder Sacktunnel herstellbar, wie sie im Zusammenhang mit U-Bahnen
erforderlich sind 1st das geplante und vorgesehene Endstück eines solchen Sackstollens erreicht, so kann
das Vortriebsschild dank seiner vorschlagsgemäßen Ausbildung innerhalb des Stollens selbst zerlegt werden
und seine Einzelteile können durch den Stollen abtransportiert werden. Durch diese erfindungsgemäßen
Einrichtungen können alle einschlägigen Bauvorha ben äußerst schnell und billig durchgeführt werden.
Dadurch wird die herkömmliche Verkehrsplanung (z. B. bei U-Bahnbauteri) äußerst positiv beeinflußt, daß
unabhängig von der Oberflächenverbauung in den Städten oder der Oberflächenbeschaffenheit, wie r,0
Kanäle, Flüsse. Versorgungsleitungen usw. bedenkenlos unterbohrt werden kann. Es kann ein Ringleitungs-
U-Bahnnetz mit kontinuierlichem Verkehr in beiden Richtungen gebaut werden. Die Verbindungsschächte
von der Tunnelröhre zur Oberfläche brauchen erst hin- 1^
terher zur bereits vorgemessenen durch Fugen abgegrenzten Stelle in der Tunnelröhre in die Tiefe gewerden,
wobei das abgegrenzte Tunne^röhren stück ausgesprengt wird, ohne daß die Tunnelmündung
an beiden Seiten irgendwelchen Schaden erleidet oder hinsichtlich ihrer statischen Werte eine Reduktion erfahren.
Die Stirnteile des Stahlzylinders können aus einzelnen Schneidsegmenten 4' bestehen (siehe
Fig. 1 und 2), die lös,bar mit Querkeilen befestigt sind,
um so diese Schneideinrichtungen dem abzubauenden Material auf einfache Weise anzupassen. Auch ist es
möglich, die schneidenartige Verjüngung an dor Stirnseite des Stahlzylinders sägezahnartig abzusetzen,
wie die strichlierte Linie 30 in Fig.2 schematisch veranschaulicht. Auch können in dem vom Schild
ausgesparten Raum Visiereinrichtungen vorgesehen sein, um die Vortriebsrichtung laufend zu kontrollieren
und zu überwachen.
Auch ein Armieren der Betonröhre bzw. einzelner Abschnitte derselben ist mit der vorschlagsgemäßen
Einrichtung ohne weiteres durchführbar, indem nahe des Kragens 5, zweckmäßig im Bereich der durch die
Öffnungen 25 gebildeten Querschnittsebene weitere Öffnungen 26 im Zylinder vorgesehen werden, durch
welche Armierungsstähle nach dem jeweils erzwungenen Vorschub vor Einbringung oder während der
Einbringung desselben eingeschoben werden. Diese Armierungsstähle können praktisch endlos sein, so daß
die Betonröhre oder deren Abschnitte durch umlaufende Armierungsspiralen verfestigt sind.
Um das rasche Abbinden des Betons zu erreichen, können die Leitungen 6 beheizt werden. Auch können
dafür Zuschlagstoffe eingebracht werden; dabei kann der bereits angemachte Beton durch die Rohre 6
herangeführt werden, doch ist es auch möglich, das trockene Betongemisch durch das Rohr 6 zu führen und
das Anmachwasser eventuell mit Zusätzen erst im Bereich der Mündung 7 zuzugeben, zu welchem Zwecke
vorteilhaft eine weitere Rohrleitung (außer der Leitung 6 — F i g. 4) vorzusehen ist, die ebenfalls geheizt sein
kann, so daß ein erwärmtes Anmachwasser dem trockenen Betongemisch zuzusetzen ist.
Vorstehend wurde ein Vortriebsschild mit Kreisumfang beschrieben und gezeigt. Es liegt selbstverständlich
im Rahmen der Erfindung, dem Vortriebsschild eine von der Kreisform abweichende Kontur zu geben, beispielsweise
dieses Schild im Querschnitt elliptisch oder oval auszugestalten.
Selbst in wasserträchtigem Material ist die beschriebene
Einrichtung mit Vorteil zu verwenden. Kündigt sich ein Wassereinbruch an, so wird nahe der Stirnseite
des Vortriebsschildes eine den Querschnitt desselben ausfüllende Zwischenwand torkretiert, welche beim
nachfolgenden Vorschub des Schildes mit den Bälgen 9 zusammen mit dem abgebauten Material nach rückwärts
geschoben wird, so daß dadurch eine schottwandartige Abdichtung gegeben ist.
Die vorschlagsgemäße Einrichtung kann für alle Untertag- Vortriebe verwendet werden und ist hinsichtlich
ihres Durchmessers praktisch unbegrenzt. Je nach der gewählten Kragenstärke können verschiedene
Betonrohrmanteldecken gewonnen werden. Auch hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit ist für die Anwendung
der erfindungsgemäßen Einrichtung keine Grenze gesetzt, denn selbst Fels- und Schieferablagerungen
können durchfahren werden, wobei allerdings beim Einsatz in gewachsenem Fels Ausbrüche der Stollenstirnwand
durch Sprengungen erforderlich sein werden. Durch diese entstehende Erschütterung wird weder das
Vortriebsschild noch die bereits betonierte Stollenwand
beschädigt. Zum Schutz der Pumpenaggregate und Meßeinrichtungen, welche nur am hinteren Ende des
Vortriebsschildes, also im Bereich des Zylinders 15 angebracht sind, werden starke Prallketten und eine
starke Gummischürze von oben nach unten, vorzugsweise im Bereich der Trennungsfuge des Zylinders 2 und
des Zylinders 15 eingehängt. Zwei Drittel des Rohrquerschnittes von unten nach oben sind immer zum
Durchfahren der Abbaugeräte und der Bagger frei. Die gesamte Verrohrung ist dabei so angebracht und
ausgeführt, daß keinerlei Schäden durch den Vortritt, durch Sprengungen oder durch Befahren mit schweren
Abbaugeräten oder Bagger entstehen können, da diese Rohre alle in rinnenartigen Vertiefungen liegen, die
entweder beim Guß des Stahlzylinders gleich mitgefertigt werden oder die nachträglich durch Anbringen von
Leisten erzeugt werden können.
Es sei auch noch erwähnt, daß im Bereich der durch die Öffnungen 25 und 26 gebildeten Querschnittsebene schräg nach vorne gerichtete Öffnungen vorgesehen sein können, durch welche Verdichtungssonden einführbar sind. Die Achse einer solchen Öffnung ist durch die strichpunktierte Linie 27 in F i g. 5 angedeutet.
Es sei auch noch erwähnt, daß im Bereich der durch die Öffnungen 25 und 26 gebildeten Querschnittsebene schräg nach vorne gerichtete Öffnungen vorgesehen sein können, durch welche Verdichtungssonden einführbar sind. Die Achse einer solchen Öffnung ist durch die strichpunktierte Linie 27 in F i g. 5 angedeutet.
Die vorschlagsgemäße Einrichtung ist einfach in ihrem Aufbau und in ihrer Wirkungsweise, kann bei
jeder Bodenbeschaffenheit mit Vorteil angewendet werden, gestattet die Herstellung von durchlaufenden
ίο monolithischen oder gliederartig ausgebildeten Betonrohren,
seien sie armiert oder unarmiert und kann nicht nur bei der Herstellung von durchlaufenden, sondern
auch von sackartigen Stollen und Tunnel verwendet werden. Abgesehen davon kann der für den Vorschub
erforderliche Druck gegenüber den bekannten Einrichtungen um ein Vielfaches höher gewählt werden, was
den Einsatz der erfindungsgemäßen Einrichtung selbst in felsig gewachsenem Material gestattet.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (16)
1. Einrichtung zur Durchführung der Schildbauweise für die Errichtung von Tunnel oder Stollen,
bestehend aus einem Stahlzylinder mit einer schneidenartigen Verjüngung an dessen Stirnseite,
wobei der Zylinder nahe seiner Stirnseite zur Bildung eines vorzugsweise über den gesamten
Umfang des Zylinders sich erstreckenden Kragens abgesetzt ist, und für die Einbringung von Beton
Rohre vorgesehen sind, deren Mündungen vorzugsweise in der durch die Absetzung des Zylinders
gebildeten verjüngten Mantelfläche liegen, dadurch gekennzeichnet, daß an der durch die
Absetzung des Zylinders (2) gebildeten Kragenfläche (5') mindestens ein gunmielastischer, mit einem
Druckmedium (öl, Wasser, Luft od. dg.) beaufschlagbarer, sackartiger Balg (9) vorgesehen ist und die
Rohrmündungen (7) nahe des Balges (9) liegen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Umfang des Kragens (5) mehrere nebeneinander liegende Bälge (9) vorgesehen
sind.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragenfläche (5')
mulden· und/oder wannenartige Vertiefungen (8) aufweist, in welchen die Bälge (9) angeordnet sind.
4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens teilweise
jedem Balg (9) eine Rohrmündung (7) für die
Einbringung von Beton zugeordnet ist.
5. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Rohre (6) im
Bereich ihrer M ündung (7) trompetenartig erweitern und vorzugsweise in diese trompetenartig erweiterte
Mündung (7) ein weiteres Rohr (20) für ein Spülmedium mündet.
6. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß d>e die Rohrmündungen (7) aufweisende,
äußere Mantelfläche (13) des Zylinders (2) konisch verläuft.
7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Bälge (9) öffnungen (25, 26) im Zylinder sind zum Einspritzen oder
Einpressen von Dichtungsmaterialien oder zum Einführen von Injektorsonden oder Armierungseisen.
8. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen der Mündungen der Rohre
zum Einbringen des Betons gegen die Kragenflächen gerichtet sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (2) eine von der
Kreisform abweichende Form aufweist, beispielsweise elliptisch oder oval ausgebildet ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an dem den Kragen
aufweisenden Zylinder (2) ein weiteres Rohrstück (15) angeschlossen ist, dessen Wandstärke vorzugsweise
geringer ist als die des Zylinders.
11. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohre (6,10, 20) zum Transport des Betons bzw. der Druckmedien in rinnenartigen
Vertiefungen (<>') auf der Innenseite des Zylinders (2) geführt sind.
12. Einrichtung nach Anspruch !,dadurch gekennzeichnet,
daß die schneidenartige Verjüngung an der Stirnseite des Stahlzylinders sägezahnartig abge-
setzt ist.
13. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in den Bälgen (9)
Federn und/oder Federkerbe eingearbeitet sind, die bei Entlastung des Balges die zwangsweise Rückführung
des Balges in seine Ausgangsform erwirken.
14. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre für die Einbringung von
Beton und/oder Anmachwasser beheizt sind.
15. Verfahren zur Einbringung von Beton bei einer
Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß trockenes, eventuell mit Zuschlagstoffen
versetztes Betongemisch durch die Rohrleitung (6) bis zur Mündung (7) herangeführt
und erst im Bereich dieser Mündung (7) das Anmachwasser, eventuell mit Zuschlagstoffen, dem
trockenen Betongemisch zugesetzt wird.
16. Verfahren zur Einbringung von Beton bei einer Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß plastisches, mit Wasser versetztes Betongemisch durch die Rohrleitung (6) herangeführt
wird und Zuschlagstoffe erst im Bereich der Mündung (7) beigegeben werden.
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