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DE2113578B2 - Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrische aufgeladener Pulver - Google Patents
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DE2113578B2 - Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrische aufgeladener Pulver - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrische aufgeladener Pulver

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DE2113578B2
DE2113578B2 DE19712113578 DE2113578A DE2113578B2 DE 2113578 B2 DE2113578 B2 DE 2113578B2 DE 19712113578 DE19712113578 DE 19712113578 DE 2113578 A DE2113578 A DE 2113578A DE 2113578 B2 DE2113578 B2 DE 2113578B2
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    • HELECTRICITY
    • H05ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H05FSTATIC ELECTRICITY; NATURALLY-OCCURRING ELECTRICITY
    • H05F3/00Carrying-off electrostatic charges
    • H05F3/04Carrying-off electrostatic charges by means of spark gaps or other discharge devices

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  • Polymerisation Methods In General (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)
  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrisch aufgeladener Pulver oder Teilchen in einem einer Wechselspannung ausgesetzten Innenraum eines Behälters.
Bei der Behandlung von elektrisch nicht leitenden Feststoffteilchen in Wirbelschichten bei pneumatischen Fördereinrichtungen und dergleichen kommt es infolge von elektrostatischer Aufladung der Teilchen zum Festhaften der aufgeladenen Partikel an den Innenwänden und Einbauten. Die Fließfähigkeit der Partikel wird stark beeinträchtigt. Dadurch können erhebliche Störungen des Arbeitsablaufes auftreten, die so weit gehen, daß der Betrieb solcher Anlagen nicht möglich ist oder zumindest zahlreiche Unterbrechungen auftreten.
Als Beispiel für solche Störungen kann die Gasphasen-Polymerisation von Olefinen in der Wirbelschicht gelten, bei der gleichzeitig eine Abtrennung des erzeugten grobkörnigen Polymerisats von dem feineren Polymerisat durchgeführt wird. Hier kommt es in der sog. Sichtzone, in welcher grobe Teilchen im Zustand einer Wirbelsuspension gehalten werden, infolge der statischen Aufladung der Kunststoffteilchen zu einem Anhaften der Teilchen an die Wandungen des Reaktors. Da diese Teilchen nicht mehr vom Trägergas in Bewegung gehalten werden, können benachbarte Teilchen durch Polymerisation zusammenwachsen, wodurch sich an der Wand eine schnell wachsende, rindenartige Schicht zusammengebackener Polyolefinteilchen bildet, welche die Sichtzone verengt und beim Ablösen von der Wand als Fladen die Austragsöffnungen für das grobe Polymerisat verstopft.
Um derartige Aufladungen elektrisch nichtleitender Pulver zu vermeiden, ist es bekannt, sog. Antistatica anzuwenden. Diese haben in erster Linie die Aufgabe, die Oberflächenleitfähigkeit der Substanzen zu erhöhen. Sie werden meist in Form eines dünnen Films auf das Pulver aufgebracht. Antistatische Wirkung haben z. B. Wasser, Glykole, Verbindungen mit SO3H-Gruppen, Ester- oder Säureamidgruppierun-
"> gen, Triäthanolamin, quaternäre Ammoniumverbindungen und auch andere Verbindungen, die meist unter Phantasienamen im Handel sind.
Solche antistatischen Substanzen können auch Kunststoffen, z. B. Polyvinylchlorid, Polyäthylen, Po-
Ui lystyrol, vor der Formgebung zugegeben werden. Sehr bekannt ist ferner die Zumischung von Ruß, besonders für Kautschukvulkanisate (Ullmanns Encyklopädie der techn. Chemie, [1970] 3. Aufl. Erg. Bd. S. 280/81.
π In jüngster Zeit sind ferner Geräte beschrieben worden, sog. Ionisatoren, die ein starkes elektrostatisches Feld aufbauen und insbesondere bei Folien-Herstellungs- und Verarbeitungsmaschinen, bei denen elektrostatische Aufladungen sehr lästig sind,
><> sowie Foliendruckanlagen, bei denen die Aufladungen zu einer erheblichen Funkenbildungs- und damit Explosionsgefahr führen können, Verwendung finden. (Kunststoffe, 60 [1970] H 9, 616). Ein weiteres Gerät, ein belüfteter Spitzenionisator, das zur Entla-
>■> dung elektrisch stark aufgeladener Nichtleiter, besonders in explosionsgefährdeten Räumen dient, ist im DE-Gm 1 884666 beschrieben. Durch die Belüftung des Ionisators sollen Ansammlungen exp'osiver Gemische im Bereich der Spitzen vermieden werden.
in Es ist ferner eine Vorrichtung bekannt, die aus einem zylindrischen Metallrohr, in dessen Achse isoliert von dem Rohr ein dünner Draht gespannt ist, besteht. Wird an Rohr und Draht Hochspannung angelegt, so ist es möglich, die Rieseleigenschaften von bipolar
Γ) elektrostatisch aufgeladenem Pulver, das im freien Fall durch ein solches Rohr rieselt, zu verbessern (Chem. Ing. Techn. 42 [1970], Nr. 5, S. 294ff.).
Durch die Zugabe antistatischer Substanzen wird zwar die Oberflächenleitfähigkeit und auch die Rie-
■40 selfähigkeit von Pulvern verbessert, doch sind solche Zusätze nicht immer vorteilhaft. Oft sind sie nur in größeren Mengen wirksam. Bei Kunststoffen führen solche Zusätze leicht zu Änderungen, insbesondere der elektrischen Eigenschaften. Die Neigung zu Ver-
■Γ) gilbungserscheinungen nimmt bei manchen Kunststoffen, besonders bei unpigmentierten Kunststoffen, zu.
Ferner ist eine lonisierungsvorrichtung zur Neutralisation elektrostatischer Aufladungen durch Sprüh-
->(> entladungen zwischen isolierten Elektroden und leitenden Gegenelektroden, welche parallel zueinander angeordnet sind, bekannt (DE-PS 977 106).
Zur Ionisierung der Luft werden intermittierende, elektrische, hochfrequente Entladungen, insbeson-
->5 dere hochfrequente Sprühentladungen mit kräftigen Funken verwendet, welche geeignet sind, den Luftsauerstoff teilweise in Ozon umzuwandeln.
Es kommen Hochspannungen von etwa 75 000 Volt mit Frequenzen von etwa 45000 Hz zur Anwendung,
bo welche mit speziellen Hochfrequenz-Erzeugereinrichtungen und Teslatransformatoren erzeugt werden müssen.
Werden die Pulver zu chemischen Reaktionen eingesetzt, so stören oft kleine Beimengen den Reakti-
b5 onsablauf. Das gilt insbesondere für Antistatica, die leicht reaktive Gruppen, wie Hydroxyl- oder Aminogruppen oder Wasser, enthalten.
Die beschriebenen Ionisatoren und andere Geräte
sind nur für Spezialfälle zu gebrauchen, beispielsweise zur Verhinderung elektrostatischer Aufladungen bei der Herstellung von Kunststoff-Folien oder zur Verbesserung der Rieselfähigkeit von Polyvinylchloridpulver im freien Fall. Ionisierungsvorrichtungen kön- "> nen auch zur Trocknung oxidierender Farben in Druckereibetrieben eingesetzt werden. Hierbei ist die Bildung von Ozon erwünscht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Anbakkungen und Zusammenbackungen elektrostatisch ll) aufgeladener Pulver, Stäube, Partikel und dergleichen, insbesondere an den Innenwänden oder Einbauten von Behältern, Rohren, Apparaten, Reaktoren u. dgl. zu verhindern und/oder zu beseitigen.
Das Verfahren soli einfach und die zur Durchfüh- '"> rung des Verfahrens zu benutzende Vorrichtung leicht zu bedienen sein und keinen größeren Aufwand an Überwachung und Wartung erfordern. Insbesondere soll das Verfahren ohne Zugabe von Fremdsubstanzen durchführbar sein und chemische Reaktionen, bei- -u spielsweise Polymerisationsreaktionen weder ungünstig beeinflussen, noch die spätere Abtrennung der polymerisierten Teilchen behindern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Pulver oder die Teilchen zur Vermeidung ^ eines Anbackens an den Wänden des Behälters oder eines Zusammenbackens der Teilchen einer unterhalb der Durchschlagspannung der Gasphase liegenden Wechselspannung von 25 bis 10000 Hz ausgesetzt werden. «>
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden die dem elektrischen Feld in der Gasphase ausgesetzten Pulverteilchen durch Polymerisation von Monomeren in dieser Gasphase gebildet.
Eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete <5 Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter oder der Apparat oder das Rohr eine oder mehrere geerdete Elektroden 4 und eine oder mehrere Elektroden 3 enthält, die mit einer Wechselspannungsquelle 1 über eine Leitung verbunden sind, die durch eine isolierte und dichte Durchführung 2 führt.
Die im Rahmen der Erfindung verwendeten Elektroden sind bekannt. Sie finden in der Entstaubungstechnik, z. B. zur Abscheidung von Stäuben in Elektrofiltern, Verwendung. Die bekanntesten Elektroden sind die sog. Stacheldrahtelektrode und die Sterndrahtelektrode. Aber auch andere, an sich bekannte Elektroden, beispielsweise solche in der DE-PS 1060362 oder im Deutschen Gebrauchsmuster 1 960319 beschriebene, können im Rahmen der Erfindung verwendet werden.
Einige Ausführungsbeispiele zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine beispielsweise und schematische Darstellung eines Windsichters zur Klassierung eines Kunststoffpulvers verschiedener Korngrößen,
Fig. 2 einen Querschnitt vom Mittelteil des Rohres des gleichen Windsichters mit Elektrode und Gegenelektrode,
Fig. 3 eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Käfigelektrode in verschiedenen Ausführungen
a) mit am oberen und unteren Teil angeordneten Ringen aus Metall,
b) mit einem Ring etwa in der Mitte, wobei die einzelnen, im wesentlichen senkrecht angeordneten Metallstäbe nach oben und unten offen sind, c) zeigt eine Ausführung, wobei die gitterartigen Metallstäbe oben und unten durch einen Metallring abgeschlossen sind,
Fig. 4 eine Käfigelektrode nach Fig. 3, Ausführung a, b, c, in der Draufsicht.,
Fig. 5 eine Sterndrahtelektrode
a) schematische Ansicht
b) im Querschnitt,
Fig. 6 eine Stacheldrahtelektrode
a) schematisch
b) im Querschnitt,
Fig. 7 eine schematische Darstellung der Vorrichtung mit zentrisch angeordneter Elektrode und zwei geerdeten Gegenelektroden,
Fig. 8 einen Reaktor zur Durchführung von Polymerisationen in der Gasphase mit der eingebauten erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In den Figuren bedeuten 1 den Wechselspannungserzeuger, 2 eine isolierte und gegebenenfalls druckdichte Durchführung für die Wechselspannung, 3 die Elektrode, 4 die Gegenelektrode, 5 die Erdung, 6 das Rohr, der Behälter oder der Reaktor, 7 der untere Abschnitt des Rohrs, Behälters oder des Reaktors, 8 die Wandung, 9 der Anströmboden, 10 die Zuführung von Luft, Gasen oder sonstigen Reaktionspartnern, 11 gröbere Partikel, 12 den oberen Teil des Rohrs, Behälters oder Reaktors und 13 die feineren Partikel.
Beispiel 1
In einem Windsichter gemäß Fig. 1 zur Trennung feiner von gröberen Partikeln, bestehend aus einem vertikalen Rohr 6 aus Glas mit einer Länge von 2000 mm und einem Durchmesser von 120 mm wird Polyäthylenpulver mit einem Korngrößenbereich von 0,1 bis 5 mm durch über dem Anströmboden 9 mit Hilfe des Stutzens 10 zugeführter Luft aufgewirbelt. Die Luftgeschwindigkeit wird so eingestellt, daß das Polyäthylenpulver im Inneren des Rohrs 6 in den Zustand einer Wirbelsuspension versetzt wird. Die leichteren Teilchen 13 werden vom Luftstrom nach oben mitgerissen, wobei die feinsten Teilchen mit Korndurchmessern bis zu etwa 0,5 mm über den Teil 12 hinausgetragen und die gröberen Teilchen 11 sich im unteren Teil 7 des Rohrs ansammeln und hier entnommen werden können.
Auf die Innenseite des Rohrs 6 werden als Elektroden je ein Streifen Aluminiumfolie von 1800 mm Länge und 80 mm Breite so angeklebt, daß sie sich, wie in Fig. 2 dargestellt ist, gegenüberstehen. 3 bildet die Elektrode und 4 die Gegenelektrode, die durch 5 geerdet ist. An die Elektrode 3 wird über den Wechselspannungsgeber 1, einem Hochspannungstransformator, mittels der Durchführung 2 eine Wechselspannung von 50 Hz und ca. 5000 V angelegt.
Bei einem ununterbrochenen Betrieb des Windsichters von 5 Stunden bildeten sich an der Innenwandung 8 des Rohrs 6 keinerlei Anbackungep. oder Verkrustungen. Die Sicht blieb völlig klar. Die Trennung der Partikel verlief einwandfrei.
Bei einem Vergleichsversuch unter den gleichen. Bedingungen, jedoch ohne Anlegung eines elektrischen Feldes, d. h. ohne daß man die Teilchen im Innenraum des Windsichters einem elektrischen Feld wechselnder Polarität aussetzt, bildeten sich bereits nach 20 see auf der Innenwandung 8 des Rohrs 6 sowohl an den Stellen ohne Folie, als auch an den Stellen
mit den aufgeklebten Aluminiumfolien 3 und 4 so starke und dichte Anbackungen, daß die Sicht in das Innere des Rohrs versperrt war. Auch durch starkes Klopfen konnten diese Anbackungen nicht beseitigt werden. Es konnte ferner festgestellt werden, daß die Trennwirkung nicht optimal war.
Beispiel 2
Das Beispiel 1 wird unter Verwendung des gleichen, in der Fig. 1 dargestellten Windsichters wiederholt, wobei das Rohr 6 aus durchsichtigem Polyacrylharz (z. B. Plexiglas) bestand. Auf der Innenseite des Rohrs 6 wird, wie in Beispiel 1 angegeben ist, je eine sich gegenüberstehende Aluminiumfolie aufgeklebt, so daß sich im Schnitt das Bild der Fig. 2 ergibt. In der Mitte des Rohrs 6 wird als Elektrode 3 eine Sterndrahtelektrode gemäß Fig. 5 angeordnet. Die beiden gegenüberliegenden Aluminiumfolien werden geerdet und dienen als Gegenelektroden (4). Der Windsichter wird, wie in Beispiel 1 angegeben ist, zur Trennung von grobem und feinem Polyäthylenpulver verwendet. Wird an die Sterndrahtelektrode 3 über 2 eine Spannung angelegt, so beginnen ab einer Spannung von etwa 3000 Volt sich die ersten auf der Innenseite der Rohrwandung 8 des Rohrs 6 anhaftenden Teilchen zu lösen. Bei einer Steigerung der Spannung bis auf etwa 6000 Volt bei einer Frequenz von 50 Hz waren alle Wandbeläge restlos beseitigt und die Sicht klar, so daß der Vorgang des Ablösens der Teilchen mit dem bloßen Auge verfolgt werden konnte. Der Trennvorgang in feineres und gröberes Gut verlief einwandfrei und scharf. Er war in wesentlich kürzerer Zeit beendet, als ohne die Anordnung der Elektroden.
Beispiel 3
Das Beispiel 1 wird unter Verwendung der in Beispiel 2 beschriebenen Anordnung wiederholt. An Stelle der in diesem Beispiel 2 verwendeten Sterndrahtelektrode wird eine in Fig. 6 dargestellte Stacheldrahtelektrode verwendet. Die Anordnung entspricht der in Fig. 7 dargestellten. Die Spitzen der Elektrode 3 haben eine Länge von 10 mm und einen Durchmesser von 1 mm. Die Spitzen sind um 45° gegeneinander versetzt in einem Abstand von jeweils 10 mm um einen zentralen Draht mit einem Durchmesser von 3 mm angeordnet. Als Gegenelektrode 4 dienen, wie im Beispiel 2 angegeben ist, an der Innenwand 8 des Rohrs 6 befestigte Streifen aus Aluminium, die beide über 5 geerdet werden. Die kurz nach Ingangsetzung des Windsichters an den inneren Teilen der Wandung 8 des Rohrs 6 sich ansetzenden Kunststoffteilchen lösten sich bei einer mittels der Durchführung 2 zugeführten Spannung von etwa 4000 Volt bei einer Frequenz von 50 Hz innerhalb weniger Sekunden völlig ab. Die Sicht wird wieder frei und die Trennung in feinere Partikel 13 im oberen Teil 12 des Rohrs 6 und in gröbere Partikel 11, die sich im unteren Abschnitt 7 des Rohrs 6, unmittelbar über dem Anströmboden 9 ansammeln, konnte gut beobachtet werden.
Beispiel 4
Dieses Beispiel zeigt die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung bei der Gasphasenpolymerisation von Äthylen gemäß Fig. 8. Zum Unterschied zu den Beispielen 1 bis 3 ist die in dieser Fig. 8 dargestellte Vorrichtung druckfest ausgeführt. Das Rohr 6 des Reaktors besteht au; einem Stahlmantel der über S geerdet ist und gleichzeitig als Gegenelektrode dient. Als Elektrode 3 wire die in der Fig. 3 dargestellte Käfigelektrode, Ausführung c verwendet, wobei die einzelnen im wesentlichen parallel und senkrecht gitterartig angeordneter Metalldrähte oder Metallstäbe oben und unten durch einen Ring abgeschlossen sind, so daß sich in dei Draufsicht das Bild der Fig. 4 ergibt. Die beider Ringe haben einen Durchmesser von 100 mm und eine Stärke von 2 mm. Die senkrecht und gitterartig angeordneten Metalldrähte bestehen aus 16 Stäben vor je 2 mm Durchmesser und haben eine Länge von 6()( mm. Der Abstand von Ring zu Ring beträgt 500 mm Der Durchmesser der Käfigelektrode 3 beträgt KM mm, die isolierte Durchführung 2 für die über 1 zugeführte Wechselspannung ist druckdicht ausgeführt Die Elektrode 3 wird im unteren Abschnitt 7 des Reaktors, welcher an dieser Stelle einen Durchmessei von 200 mm und eine Länge von 800 mm hatte, eingebaut.
Die Polymerisation des Äthylens zu Polyäthyler wird beispielsweise wie folgt durchgeführt:
Über den Stutzen 10 wird das zu polymerisierende gegebenenfalls mit einem inerten Gas, wie Stickstoff verdünnte Äthylen zugeführt, nachdem in den Reaktor vorher eine entsprechende Menge eines festen Katalysators eingegeben wurde, wobei auch gleichzeitig ein Cokatalysator zugemischt werden kann. Das Gemisch strömt durch den Anströmboden 9 aufwärt; und wirbelt den Katalysator auf. Die Polymerisatior wird bei einem Druck von 30 atü und bei einer Temperatur von 70° C durchgeführt. Um den Katalysatoi herum wächst das gebildete Polymere schalenförmig auf und es entstehen kugelige Partikel, wobei die gröberen Teilchen 11 sich mit der Zeit im unteren Teil des Reaktors in Form einer dünnen Wirbelsuspensior absondern, während di«; feineren Partikel 13 sich bevorzugt im oberen Abschnitt des Reaktors 6 in Forrr eines dichten Wirbelbettes ansammeln.
Ist die Vorrichtung nicht in Tätigkeit gesetzt, so treten beim Polymerisationsvorgang im unteren Abschnitt 7 des Reaktors innerhalb kurzer Zeit, beispielsweise nach 10 min Anbackungen, insbesondere an den Innenteilen der Wandung 8 auf, so daß dei Betrieb gestört wird. Die Anbackungen, bestehenc aus polymerisiertem Äthylen fallen von Zeit zu Zeil in Form von Fladen oder Krusten von der Reaktorwandung 8 ab. Diese Fladen verstopfen die Austragsöffnungen für das Endprodukt und führen zu größerer Störungen des Betriebs, so daß in relativ kurzen Zeitabständen der Reaktor auseinandergenommen und gereinigt werden muß.
Wird nun von 1 über 2 an die Elektrode 3 eine Wechselspannung von 50 Hz und etwa 10 KV angelegi und die Wandung 8 des Reaktors geerdet, werden die Störungen schlagartig behoben. Durch das Anleger eines elektrischen Wcchselstromfeldes wird gleichzeitig mit der Verhinderung der Wandanbackunger auch die Trennschärfe der Abtrennung des Grobgutes 11 im unteren Teil 7 des Reaktors wesentlich verbessert. Bereits an der Wandung 8 oder sonstigen Inncntcilen des Reaktors anhaftende Teilchen werden vor der Wand abgelöst, so daß die vorher auftretender Betriebsstörungen nicht mehr auftreten und ein langei Betrieb gewährleistet ist.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bcstehcr insbesondere darin, daß es auf einfache und wirt-
schaftliche Weise gelingt. Anbackungen, Zusammenbackungen und Klumpenbildung sich elektrostatisch aufladender Pulver, Stäube und dergleichen, besonders an Innenwänden und Einbauten von Behältern, Rohren und Apparaturen und Reaktoren mit Sicherheit zu verhindern und zu beseitigen.
Insbesondere ist das Verfahren und die zur Durchführung des Verfahrens vorgeschlagene Vorrichtung auch bei der Durchführung chemischer Prozesse anwendbar, ohne daß der Ablauf der Reaktion behindert oder ungünstig beeinflußt wird. Dies gilt hauptsächlich beider Durchführung von Polymerisationsreaktionen, wie beispielsweise der Polymerisation von Äthylen oder Propylen oder anderer ungesättigter olefinischer Kohlenwasserstoffe. Bei diesen Reaktionen, die vorwiegend unter dem Einfluß von Katalysatoren durchgeführt werden, stören bereits geringe Mengen Wasser und andere Fremdsubstanzen, wie zum Beispiel Ozon, die teilweise als Katalysatorgifte wirken und die Polymerisationsreaktionen wesentlich behindern oder sogar zum Stillstand bringen.
Das erfindungsgemäßc Verfahren kann auch bei Reaktionen, die bei höherer Temperatur oder höherem Druck durchgeführt werden, erfolgreich eingesetzt werden.
Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder der Vorrichtung bei Polymerisationsreaktionen in der Gasphase, zeigte sich überraschend, daß auch die Abtrennung der durch die Polymerisation zu größeren Partikeln zusammengewachsenen Teilchen von den feineren Teilchen wesentlich leichter vor sich geht. Die einzelnen Partikel bleiben im Gasstrom streng voneinander getrennt. Es hat sich ferner gezeigt, daß die Partikelform sich noch mehr der Kugelform nähert und dadurch die Riesel- und Fließfähigkeit zusätzlich verbessert wird. Das angewendete elektrische Feld wechselnder Polarität braucht in manchen Fällen nicht ständig aufrechterhalten zu werden, so daß von Zeit zu Zeit die Vorrichtung falls gewünscht, auch abgestellt werden kann. Setzen sich in der Zwischenzeit Partikel an den Wänden oder Einbauten fest, so genügt ein Wiedereinschalten der Vorrichtung, um alle Beläge zu entfernen.
Die erhaltenen Produkte sind frei von Nebenprodukten, besitzen hohe Molekulargewichte und gute mechanische und elektrische Eigenschaften.
Die Vorrichtung erfordert weder besondere Investitionen noch eine besondere Überwachung und ist infolgedessen sehr wirtschaftlich.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrisch aufgeladener Pulver oder Teilchen in einem einer Wechselspannung ausgesetzten Innenraum eines Behälters, dadurch gekennzeichnet, daß die Pulver oder die Teilchen zur Vermeidung eines Anbackens an den Wänden des Behälters oder eines Zusammenbackens der Teilchen einer unterhalb der Durchschlagsspännung der Gasphase liegenden Wechselspannung von 25 bis 10000 Hz ausgesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dem elektrischen Feld in der Gasphase ausgesetzten Pulverteilchen durch Polymerisation von Monomeren in dieser Gasphase gebildet werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter oder der Apparat oder das Rohr eine oder mehrere geerdete Elektroden (4) und eine oder mehrere Elektroden (3) enthält, die mit einer Wechselspannungsquelle (1) über eine Leitung verbunden sind, die durch eine isolierte und dichte Durchführung (2) führt.
DE19712113578 1971-03-20 1971-03-20 Verfahren zur Behandlung von in der Gasphase verteilter elektrische aufgeladener Pulver Withdrawn DE2113578B2 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE3235874A1 (de) * 1981-09-30 1983-06-01 Senichi Tokyo Masuda Ladungsableiter
DE102005035660A1 (de) * 2005-07-29 2007-02-01 Siemens Ag Verfahren zum Betreiben eines Kessels eines Kohlekraftwerkes sowie nach diesem Verfahren betreibbarer Kessel

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8230 Patent withdrawn