DE2118361B2 - Verfahren zur herstellung von zitronensaeure durch submerse gaerung - Google Patents
Verfahren zur herstellung von zitronensaeure durch submerse gaerungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Zitronensäure durch submerse Gärung vom
kohlehydrathaltigem Material mit Hilfe des Schimmelpilzes Aspergillus niger in Gegenwart von Metallen.
Es ist bekannt, daß Spurenmengen verschiedener Metalle, wie Eisen, Kupfer, Zink, einen wichtigen Effekt
auf die Physiologie des im Gärprozeß verwendeten Organismus haben. Die Metalle bewirken nichi nur das
Wachstum des Organismus, sonderen sie haben auch einen Effekt auf die aus dem verwendeten kohlehydrathaltigen
Material erhaltene Ausbeute der Zitronensäure. Es ist bekannt, daß zwar Eisen für das Wachstum von
Mikroorganismen einschließlich Aspergillus niger benötigt wird, die Gegenwart dieses Metalles jedoch einen
sehr schädigenden Einfluß auf die erhaltene Zitronensäureausbeute ausüben kann, wenn sich dieses Metall im
Gärmedium in größeren Mengen als in Spuren befindet. Es wurde verschiedentlich versucht, überschüssige
Mengen dieses Metalles beispielsweise durch Ionenaustausch, Fällung oder komplexe Verfahren zu entfernen
und dies auch bei der Anwendung von kohlehydrathaltigen Materialien, welche relativ geringe Mengen dieses
Metalles enthalten. Außerdem wurde festgestellt, daß z. B. Kupfer oder Morpholine angewendet werden
können, um den Wirkungen von überschüssigen Mengen an Eisen entgegenzuwirken.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und ein Verfahren zu schaffen, bei dem eine
Kontrolle des Spurenmetallgehaltes auf wirtschaftliche und bequeme Weise erreicht wird.
Dies wird gemäß der Erfindung bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch erzielt, daß die
Gärung der, zumindest teilweise gereinigte, Kohlehydrate, beispielsweise durch Ionenaustausch gereinigten
Zucker, enthaltenden Lösung, in Gegenwart von Edelstahl, welcher neben Eisen, Kupfer und Mangan
zusätzlich die Komponenten Chrom, Nickel, Molybdän und Niob und/oder Titan enthält, durchgeführt wird.
Hierbei wirkt der Edelstahl als Spurenelementgeber, wodurch eine optimale Konzentration von Spurenmelallen
in der Gärmaische und damit eine hohe Zitronensäureausbeute erreicht wird.
Dieser Effekt ist überraschend, da es den herkömmlichen Praktiken entspricht, den Gebrauch von Edelstahl
bei der Erzeugung von Zitronensäure zu vermeiden ίο oder zumindest den Kontakt zwischen der Gärlösung
und dem Edelstahl auf ein Minimum zu beschränken, indem man die Gärbottiche z. B. mit Gummi beschichtet
oder indem man Gärbottiche verwendet, die aus nicht eisenhaltigen Materialien, wie Titan, Aluminium oder
Glas, hergestellt sind.
Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich besonders rostfreie Stähle, die unter der Bezeichnung
Stoff-Nr. 1.4505 oder Stoff-Nr. 1.4586 bekannt sind.
Es ist vorteilhaft, wenn nach Zugabe der Nährlösung der pH-Wert auf etwa 2,8 eingestellt wird. Danach wird
die Nährlösung zweckmäßigerweise sterilisiert bei Temperaturen von 1000C oder darüber. Nach ihrem
Abkühlen wird der Edelstahl zugegeben, sofern nicht schon Teile der Konstruktion des Fernmenters,
Leitungen oder Kühlschlangen oder der ganze Fermenter aus diesem Stahl gefertigt sind.
Dann wird die Lösung mit den Sporen von Aspergillus niger beimpft und bei etwa 30-320C die
Gärung durchgeführt. Die Ausbeuteverbesserung bei der submersen Gärung in Gegenwart des Edelstahles
gegenüber einer Gärung ohne Metallzusatz zeigt zunächst das nicht unter optimalen Bedingungen
ausgeführte Beispiel 1.
s5 B e i s ρ i e 1 1
Eine entkationisierte Zuckerlösung von 20% Gew./ Vol. wurde nach Zugabe von Nähirsalzen auf einen
pH-Wert von 2,8 eingestellt.
Je 80 ml der obengenannten Lösung wurden in 4 Schüttelkolben gebracht, im strömenden Dampf eine halbe Stunde lang bei 1000C sterilisiert und auf 300C abgekühlt. In 2 Schüttelkolben wurde je ein Stück sterilisierten rostfreien Stahls Stoff-Nr. 1.4505 (Versuch c) und 1.4586 (Versuch d) mit einem Oberflächenverhältnis von 1,2 cm2/100 ml in die Zucker enthaltende Lösung eingebracht. Die beiden anderen Schüttelkolben (Versuch a und b) wurden ohne Metallzusatz gelassen.
Je 80 ml der obengenannten Lösung wurden in 4 Schüttelkolben gebracht, im strömenden Dampf eine halbe Stunde lang bei 1000C sterilisiert und auf 300C abgekühlt. In 2 Schüttelkolben wurde je ein Stück sterilisierten rostfreien Stahls Stoff-Nr. 1.4505 (Versuch c) und 1.4586 (Versuch d) mit einem Oberflächenverhältnis von 1,2 cm2/100 ml in die Zucker enthaltende Lösung eingebracht. Die beiden anderen Schüttelkolben (Versuch a und b) wurden ohne Metallzusatz gelassen.
Alle 4 Kolben wurden mit einer Sporensuspension von Aspergillus niger beimpft und bei 30 -32°C etwa 12
Tage lang geschüttelt. Die Ergebnisse der Gärung zeigt die folgende Tabelle.
Versuch
Zusatz von
Edelstahl
Edelstahl
Gärzeit in
Tagen
Tagen
Zitronensäureausbeute in %
| 12 | 35,5 |
| 12 | 30,1 |
| 11 | 61,1 |
| 13 | 59,8 |
Zu Vergleichszwecken wurden Versuche mit 2 verschiedenen (nicht erfindungsgemiißen) kupferfreien
Stählen gemacht:
a) 11 Liter einer teilweise durch Ionenaustausch
gereinigten Zuckerlösung mit einem Gehalt von 25% Gew./Vol. Zucker wurden nach Nährsalzzuga-
be auf einen pH-Weri von 2,8 eingestellt, im strömenden Dampf bei 100uC sterilisiert, auf 30"C
abgekühlt und unter sterilen Bedingungen in einen Glasfermenter von 150 mm Durchmesser und
1000 mm Höhe gebracht. Die Belüftung erfolgte durch ein Verteilerrohr am Boden des Fermenters.
Der Fermenter enthielt ein Stück Edelstahl Stoff-Nr. 1.4541 mit einer Oberfläche von 131 cm-'.
Die Gärlösung wurde bei 300C mit Aspergillus
niger beimpft. Nach 14 Tagen Gärzeil wurden
614 g Zitronensäure krist. erhalten, das entspricht einer Ausbeute von 22,3%.
b) Die wie in a) behandelte Gärlösung wurde in einen, wie in a) beschriebenen Fermenter gebracht, der
ein Stück Edelstahl nach Sioff-Nr. 1.4571 mit einer
Oberfläche von 131 cm-' enthielt. Die Gärlösung wurde bei 300C mit Sporen von Aspergillus niger
beimpft und gleichzeitig mit 11 mg Kaliumhexacyanoferrat-ll
versetzt. Am 3. Tag wurden 6,6 mg, am 5. Tag 4,4 mg und am 8. Tag 3,3 mg Kaliumhexacyanoferral-ll
zugesetzt. Nach 12tägiger Gärzeit wurden 1,254 g Zitronensäure krist. erhalten, entsprechend einer Ausbeute von 45,6%.
Die wie in Versuch a) und b) von Beispiel I behandelte Gärlösung wurde in einen wie in Versuch a)
beschriebenen Fermenter gebracht, der ein Stück Edelstahl nach Stoff-Nr. 1.4505 mit einer Oberfläche von
131 cm2 enthielt. Dann erfolgte Beimpfung mit Sporen von Aspergillus niger. Die Gärung wurde dann nach 10
Tagen beendet. Es wurden 2,456 g Zitronensäure krist. erhalten, entsprechend einer Ausbeute von 89,3%.
Stoff-Nr. 1.4505 bzw. 1.4506, welches eine Gcsamtoberfläche von 0,6 cm- aufwies, gehängt. Neun Tage nach der
Beimpfung wurde jeweils die Zitroiiensäurcausbeute, bezogen auf eingesetzte Saccharose, bestimmt. Die
Ergebnisse sind in Tabelle Il zusammengefaßt.
Zusammensetzung des
to Nährmediums
to Nährmediums
Saccharose*), g/l
KH2PO4, g/l
MgSO·* · 7 H2O, g/l
NH4NO3, g/l
HCI auf pH
KH2PO4, g/l
MgSO·* · 7 H2O, g/l
NH4NO3, g/l
HCI auf pH
Edelstahlzusatz·*)
Stoff-Nr. 1.4505
Stoff-Nr. 1.4506
Stoff-Nr. 1.4505
Stoff-Nr. 1.4506
| Versuche | b) | c) | d) |
| a) | 140 | 140 | 140 |
| 140 | 1,0 | 1,0 | 1,0 |
| 1,0 | 2,0 | 0,25 | 0,25 |
| 2,0 | 2,5 | 2,5 | 2,5 |
| 2,5 | 3,8 | 3,8 | 3,8 |
| 3,8 |
20 Aspergillus-niger-Stamm
ATCC 12 845
ATCC 11414
ATCC 12 845
ATCC 11414
Ausbeute in % an Zitronensäure aus je 5 Parallelversuchen
93,6 92,9 91,2 92,2
r
Die wie in den vorangegangenen Beispielen behandelte Gärlösung wurde in einen wie in Versuch a)
beschriebenen Fermenter gebracht, der mit einem Stück Edelstahl Stoff-Nr. 1.4586 mit einer Oberfläche von
131 cm2 versehen war. Nach Beimpfung mit Sporen von Aspergillus niger wurde die Gärmaische am 1. Tag mit
11 mg Kaliumferrocyanid versetzt, am 5. Tag mit 3,3 mg
und am 7. Tag mit 2,2 mg. Nach lOtägiger Gärzeit Tabelle III wurden 2,480 g Zitronensäure krist. erhalten, entsprechend
einer Ausbeute von 90,18%.
In den Versuchen nach den Beispielen 1 bis 3 wurde der Aspergillus-niger-Stamm »Van Thiegem citric acid
strain ATCC 1015« verwendet.
Konsumaicker EWG, Kategorie Il
0,3cm2/100 ml Lösung
Zum Beweis dafür, daß der Zusatz von Kaliumferrocyanid in Beispiel 3 nicht für das gute Ergebnis
verantwortlich ist, wurde, wie in den Versuchen a) —d) von Beispiel 4 angegeben, vorgegangen und unter
Einsastz des Aspergillus-niger-Stammcs ATCC 12845 die Gärung durchgeführt. Dem Gärmedium wurde im
Versuch a) gemäß Tabelle III zum Zeitpunkt der Beimpfung Kaliumferrocyanid in einer Menge entsprechend
0,7 ppm und aufgrund mikroskopischer Beobachtung des Mycclwachstums nach 24 Stunden weitere
0,5 ppm und nach 72 Stunden Gärzeit nochmals 0.3 ppm zugesetzt. Im Vergleichsversuch b) von Tabelle III
wurde kein Kaliumferrocyanid verwendet.
Die in Tabelle II angegebenen Nährlösungen wurden mit den Aspergillus-niger-Stämmen ATCC 12845 und
ATCC 11414 beimpft. Das Nährmedium befand sich jeweils in 500 ml (mit einem Baumwollwatteverschluß
versehenen) Erlenmeyerkolben, welche bei einer Temperatur
von 25CC auf einem Kreisschüttler geschüttelt wurden (Exzentrizität 3 cm, 280 UpM). In jeden der
Kolben wurde ein Stück Stahlblech aus dem Edelstahl
| Zusammensetzung des Gärmediums | Versuch | b) |
| a) | 140 | |
| Saccharose, g/I | 140 | 1,0 |
| KH2PO4, g/l | 1,0 | 0,25 |
| MgSO4 · 7 H2O, g/l | 0,25 | 2,5 |
| NH4NO3, g/l | 2,5 | 3,8 |
| HCl auf pH | 3,8 | |
| Edelstahlzusatz | ||
| Stoff-Nr. 1.4505 | + | |
| Stoff-Nr. 1.4586 | ||
55
b0 Aspergillus-niger-Stamm
ATCC 12 845
ATCC 12 845
Ausbeute in % an Zitronensäure
aus je 5 Parallelversuchen
aus je 5 Parallelversuchen
90,8
+ 92,7
IV
nensetzung der in den Beispielen verwendeten Stähle:
nensetzung der in den Beispielen verwendeten Stähle:
Mn
Mo
Cu
andere
<0,07% <0,07%
0,07%
1,0%
| 2% | 17,5% | 2,25% | 20,0% | 2% | Nb>8xC |
| 2% | 18,0% | 2,75% | 22,0% | 2% | Nb>8xC |
| 2% | 18,0% | — | 10,0% | Ti>5xC | |
| 2% | 17,5% | 2,25% | 11,5% | Ti>5xC | |
| 2,0% | 17,5% | 2,25% | 20,0% | 2,0% | Ti 0,5% |
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Zitronensäure durch submerse Gärung von, zumindest teilweise
gereinigte, Kohlehydrate, beispielsweise durch Ionenaustausch gereinigten Zucker, enthaltenden
Lösungen mit Hilfe des Schimmelpilzes Aspergillus niger in Gegenwart von Spurenelementen, d a durch
gekennzeichnet, daß die Gärung in Gegenwart von Edelstahl, welcher neben Eisen, Kupfer und Mangan zusätzlich die Komponenten
Chrom, Nickel, Molybdän und Niob und/oder Titan enthält, als Spurenelementgeber durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Edelstahl ein Stahl mit der Stoff-Nr.
1.4505 oder 1.4586 eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontakt des Edelstahls mit
der Lösung durch Konstruktion von Teilen oder des ganzen Submersfermenters, von Leitungen oder
Kühlschlangen aus diesem Metall oder durch Einbringung eines Stahlstückes in die Nährlösung
gewährleistet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Edelstahl im
Oberflächenverhältnis von ],2cm2/1OOml Lösung
eingesetzt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| AT489170A AT293313B (de) | 1970-06-01 | 1970-06-01 | Verfahren zur Herstellung von Zitronensäure durch submerse Gärung |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8230 | Patent withdrawn |