DE2144462B2 - Verfahren zum Herstellen folien artigen Materials fur Rauchzwecke - Google Patents
Verfahren zum Herstellen folien artigen Materials fur RauchzweckeInfo
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Description
If
'3
^usatzmittel vorher auf demselben aufgebracht worden
>™d.
Die weiteren Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteran-Sprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näter
beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 eine graphische Darstellung und die Zunahme
der gebildeten Tabakzellen und Abgabe des verbleibenden Zuckers in der Kulturbrühe in Abhängigkeit
von der Zeit, wenn Zellen von Nicatiana tabacum var. hellgelb unter aeroben Bedingungen der
Gewebekultur unterworfen werden, wobei als flüssige Medien solche herangezogen werden, die unterschiedliehen
Gehalt an KH2PO4 besitzen,
F i g. 2 ein schematisches Fließbild und das Verfahren
zum Herstellen des folienartigen Materials für Rauchzweeke ausgehend von den in der Kulturbrühe
vermehrten Tabakzellen.
Es werden die folgenden Pflanzen der Sorte Nicotiana
für die Gewebekultur herangezogen: N. tabacum var. hellgelb, N. t. \ar. xanthi ova, N. t. var. burley21,
N. t. var. enshu, N. t. var. matsukawa, N. t. var. nanbu, N. t. var. shirodaruma, N. t. var. suifu, K. t.
xanthi yaka, N. celutina, N. rustica u. dgl. und die Wildsorten, wie N. glutinosa, N. acuminata, N. affinis,
N. amplexcaulis, N. arentsii, N. begelovii, N. clevelandii,
N. codifolia, N. debneyi, N. exccisio:, N.
fragrans, N. glauca, N. gossei, N. ingulbar, N. knightiana, N. langsdorfii, N. miesii, N. repanda, N. mutlivalis,
N. occidentalis var, obliqua, N. rosulata, K. occidental var. occi, N. pauciflora, N. quadnvalis.
N. raimoPdn, N. simians, N. solanifolia, N. stenocarpa,
N. sylvestries u. dgl.
Diese Pflanzen der Sorte Nicotiana besitzen günstige physiologische Eigenschaften für die Gewebekultur
im Vergleich zu anderen Arten der Sorte Nicotiana, und es sind bisher zahlreiche Untersuchungen bezüglich
der Gewebekultur unter Anwendung der Pflanzen der Sorte Nicotiana bekanntgeworden. In
der Literatur sind weiterhin verschiedene weitere geeignete Nährmedien für die Gewebekultur bekanntgeworden,
wie z. B. das sogenannte P. R. White:
»A Handbook of Plant Tissue Culture«, The Ronald Press Co., New York (1943), Hellers medium
(These, Paris, et. Ann. Aci. Nat. Bot. Biol. Verg., 14: 1-223 [1953]), M u rash ige and Skoog s medium
(»Physiologia Plantarium«, Vol. 15, 1962, S. 473 bis 497), Linsmaier and S k ο ο g s medium (a. a. O.,
Vol. 18, 1965, S. 100 bis 127).
Diese bekannten Medien bestehen in der Hauptsache aus anorganischen Substanzen, Sacchariden,
Luxinen (wachstumsfördernde Substanzen), Cytokininen, Vitaminen und Aminosäuren. In diesen
Medien werden insbesondere die folgenden Substanzen angewandt: anorganische Salze, wie Caliumchlorid,
Calciumchlorid, Kaliumnilrat, Calciumnitrat, Natriumnitrat, Ammoniumnitrat, Natriumsulfat, Mugncsiumsulfat,
Kaliumphosphat, Natriumphosphat. Eisen(III)-chlorid. Eiscn{ 111 !-sulfat, Nao-Äthylendiaminletraessigsäure,
Mangansulfat, Zinksulfat, Borsäure, Kaliumjodid, Kupfersulfat, Natriummolybdat, Aluminiumchlorid und Kobaltchlorid. Saccharide,
wie Saccharose. Glucose, Fructose und Mannose, Axine, wie 2.4-Dichlorphenoxiessigsäure und indol-3-essigsäure,
Cytokinine, wie Kinetin, Vitamine, wie Thiaminhydrochlorid, Pvridoxmhydrochlorid. Nikotinsäure,
Myoinositol und Biotin und Aminosäuren, wie Glyzin.
Die Zusammensetzung in der üblichen Medien für
Gewebekultur wurden geprüft, und es werden die folgenden Ergebnisse erhalten:
(1) die Ausbeute an Tabakzellen in den Gewebekulruren
unter Anwenden bekannter Medien war am höchsten, wenn das Linsmaier- und -Skoog-Medium
angewandt wurde;
(2) das Anwenden von Phosphatmengen in der
Größenordnung von zwei- bis dreimal soviel als jm Linsmaier- und -Skoog-Medium führt zu günstjgen
Wirkungen auf die Ausbeute an Tabakzellen
Das Medium enthält die größte Menge an Phosphat unter den bekannten Medien, d. h. 340 bis 510 mg/1,
wie in der F i g. 1 gezeigt, wo die voll ausgezogen gezeichnete Linie, bezeichnet mit PiX3, die Kurve des
Trockengewichtes der Tabakzellen wiedergibt, die ausgebildet werden, wenn eine dreifache Phosphatmenge
als diejenige des angewandten Mediums angewandt werden, und die voll ausgezogen gezeichnete
Linie, bezeichnet mit PiXl, ist eine ähnliche Kurve, wenn eine gleiche Phosphatmenge zu derjenigen des
angewandten Mediums angewandt wird, wohingegen die gestrichelten Linien mit den gleichen Bezeichnungen
die Kurven verbleibenden Zuckers in der Kulturbrühe entsprechend den voll ausgezogen gezeichneten
Linien darstellen.
& Bei dem Linsmaier- und Skoog-Medium kann
Myoinositol durch Th.aminhydrochlond ersetzt werden.
A,n Ha Λ der ob'ge" Ausfuhrungen wird ein BesPiel eines
geeigneten Mediums fur die Gewebekultur,
wie es Anwendung findet, im folgenden wiedergegeben:
NH4NO3 1,650 mg/1
KNO3 1,900 mg/1
CaCl2 ■ 2H2O 440 mg/1
MgSO4 · 7H2O 370 mg/i
KH2PO4 340 mg/1
Na2-EDTA 37,3 mg/1
FeSO3-7H2O 27,8 mg/1
H3BO4 6,2 mg/1
MnSO4 · 4H2O 22,3 mg/1
ZnSO4 · 4H2O 8,6 mg/1
KI 0,83 mg/1
Na2MoO4-2H2O 0,25 mg/1
CuSO4 · 5 H2O 0,025 mg/1
CoCl2 · 6H2O 0,025 mg/1
Sukrose 40,000 mg/1
2,4-Dichlorphenoxy-Essigsäure .. 0,2 mg/1
Thiaminhydrochlorid 1,0 mg/1
Kinetin 0,2 mg/1
pH (nach Sterilisation) 5,0 bis 6,2
Bezüglich der Arbeitsweise der Gewebekultur von Pflanzenteilen der Sorte Nicotiana werden z. B.
Blätterteile, Stiele, Wurzeln, Blüten, Samen odei andere Bestandteile oder Gewebe der Pflanze gewaschen,
oberflächensterilisiert auf ein geeignetes steriles Agarmedicm für Gewebekultur aufgebracht,
das die in der Tabelle 1 beschriebene Zusammen-
5 6
setzung aufweist und in einem Erlenmeyer-Kolben vorliegt, Kann das Verfahren halbkontinuierlich wei-
vorliegt, der mit Watte verschlossen ist und bei 25 tergeführt werden, d. h., daß ein Teil der Kulturbrühe
bis 350C erhalten wird. Diese Teile oder Bestandteile herausgenommen wird und zum restlichen Teil in der
oder Gewebe quellen, und man erhält in 4 bis 5 Wo- Gärvorrichtung frisches steriles Medium zugegeben
chen den Kallus. 5 wird, um so das Kultivieren der Tabakzellen erneut
Dieser Kallus kann stufenweise durch Wiederholen fortzusetzen. Wenn z. B. etwa die Hälfte des Volumens
des obigen Kultivierens im festen Medium reiner ge- der Kulturbrühe aus der Fermentiervorrichtung entstaltet
werden, d. h. durch Beimpfen frischen festen fernt und die Belüftungskultur fortgesetzt wird, nachMediums
mit kleinen Kallus-Stückchen, die von dem dem die Fermentiervorrichtung mit frischem Medium
bei dem vorhergehenden Kultivieren im festen Medium xo versetzt worden ist, wird die sich anschließende logaerhaltenen
Kallus abgetrennt worden sind. rithmische Wachstumsphase der Tabakzellen in der
Der so erneut gebildete und auf dem festen Medium Kultur angenähert innerhalb eines oder zweier Tage
in ziemlich reiner Form erhaltene Kallus wird sodann zum Abschluß gebracht sein, und somit kann etwa
in ein flüssiges Medium eingeimpft, das die gleiche die Hälfte der angenähert fertigen Kulturbrühe, die
Zusammensetzung wie das feste Medium aufweist, 15 Tabakzellen in einer Menge von 13 bis 15 g Trocken-
jedoch ohne Agar ist, und wird darin 2 bis 3 Wochen gewicht pro Liter enthält, jeden Tag oder jeden
bei einer Temperatur von 25 bis 35°C unter Schütteln zweiten Tag unter Anwenden dieses halbVontinuier-
kultiviert. Das Impfmaterial beläuft sich auf etwa liehen Verfahrens erhalten werden. Weiterhin enthält
3 g Kallus Frischgewicht zu 100 ml flüssiges Medium. die aus der Gärvorrichtung entfernte Kulturbrühe
Der Kal'.us pflanzt sich in der Kulturflüssigkeit in 20 noch eine relativ große Menge an Zucker. Somit ist
Form einer flockigen Suspension fort, d. h. als »Tabak- es vorteilhaft, das Filtrat der entfernten Kulturbrühe
zellen«. Diese Tabakzellen werden feiner und bilden wieder der Gärvorrichtung zuzuführen, nachdem
sich schneller, wenn die obige Schüttelkulfar im dasselbe mit frischen Bestandteilen versetzt und
flüssigen Medium wiederholt wird, d. h. Beimpfen sterilisiert worden ist.
frischen flüssigen Mediums mit einem Anteil der zuvor 25 Erfindungsgemäß werden die durch Gewebekultur
ausgebildeten Kulturbrühe, die die Tabakzellen ent- der Pflanzen der Sorte Nicotiana erhaltenen Tabakhält,
zellen in ein folienartiges Material für Rauchzwecke
Die bei der Schüttelkultur erhaltene Zellsuspension überführt. Es hat bisher verschiedene Herstellu ngswird
in ein flüssiges Medium der gleichen Zusammen- arten für folienartige Materialien für Rauchzwecke
setzung eingeimpft, in eine Gärvorrichtung aus rost- 30 gegeben, wie z. B. ein Strangpreßverfahren, Auffreiem
Stahl eingebracht und während leichten schlämmverfahren, Papierverfahren und Mikroflocken-Rührens
unter Belüftung kultiviert. Das Impfmaterial verfahren. Jedes dieser herkömmlichen Verfahren bebeläuft
sich auf ein Zehntel der Menge des Gesamt- steht jedoch aus verschiedenen verwickelten Arbeitsmediums. Ein intensives Rühren hat sich auf Grund schritten.
des Zerbrechens der Zellmembranen als unzweck- 35 Es wurde nun gefunden, daß ein für Rauchzwecke
mäßig erwiesen. Die zur Belüftung angewandten geeignetes folienartiges Material mit hervorragenden
Luftmengen belaufen sich auf etwa 0,5 bis 200 Liter physikalischen und organoleptischen Eigenschaften
pro Liter des Mediums pro Minute, und die Kulturzeit erhalten werden kann ohne diese verwickelten Arbeits-
beläuft sich auf 1 Woche. gänge, und zwar indem Tabakzellen als das wesentliche
Die in dieser Weise kultivierten und in großer Menge 40 Rohmaterial angewandt werden. Frische Tabak ollen
durch ein Belüften der Kultur unter Rühren ver- besitzen spezifische Merkmale bezüglich der Viskosität.
mehrten Tabakzellen können von der Kulturbrühe und so kann ein für Rauchzwecke geeignetes folien-
mittels Abfiltrieren oder Zentrifugieren abgetrennt artiges Material durch Filtrieren von Kulturbrühe
werden. Die Zellmembranen derselben dürfen dabei erhallen werden, die derartige Tabak/eilen ckIci
nicht zerstört werden. Die abgetrennte Tabakzellen- 45 dieselben im Gemisch mit faserförmigen Materialien
Sammlung enthält 90 bis 95 Gewichtsprozent Feuch- und oder anorganischen Substanzen unter Ausbilden
tigkeit, und die Ausbeute an Trockengewicht dieser eines Filterkuchens enthält, wobei im Anschluß hiemr
Tabakzellen beläuft sich auf 50 bis 65°,'o des in der dieser Filterkuchen getrocknet wird. Dieses Verfahrcr
Kulturbrühe verbrauchten Zuckers und beträgt 15 wird ohne Anwenden irgendwelcher Bindemittel unc
bis 20 g pro Liter des Mediums bei ansatzweisem 50 "Wasserzusätze ausgeführt. Nach dem Stand dei
Kultivieren. Die einzelne Zelle stellt hierbei ein Technik waren Zusätze unumgänglich gewesen in
Ellipsoid dar, das einen größeren Durchmesser von Zusammenhang mit dem Herstellen von folienartigerr
etwa 50 bis 200 μ und einen kürzeren Durchmesser Material für Rauchzwecke,
von etwa 30 bis 50 μ besitzt. Erfindungsgemäß wird eine Kulturbrühe, die Tabak
An Hand der obigen Erläuterungen ergibt sich 55 zellen oder dieselben im Gemisch mit faserförmigen
somit, daß wenigstens 4 bis 5 Wochen einer Kultur Material und oder anorganischen Materialien enthält
auf Agarmedium, 2 bis 3 Wochtn der flüssigen die nicht die Raucheigenschaften des Endprodukte·
Schüttelkultur und etwa 1 Woche unter Belüften in beeinflussen, durch eine Gaze mit einer Maschen
Flüssigkeit und Rühren erforderlich ist. so daß sich größe von 0,3 bis 0,125 mm oder Filtriertuch filtrier
insgesamt eine Zeitspanne von 7 bis 9 Wochen ergibt 60 unter Ausbilden eines Filterkuchens mit einer Dicke
zwecks Erhalten von Tabakzellen, die für Rauch- die einem Trockengewicht von mehr als 50 g,m2 ent
zwecke geeignet sind. Weiterhin wird diese Gesamt- spricht. In dem Fall, wo das Trockengewicht prt
kulturzeit noch wesentlich dann verlängert, wenn in Quadratmeter des Kuchens unter 50 g liect, wird di<
der oben beschriebenen Weise sowohl das Kultivieren Dicke des derartigen Filterkuchens ntcht 'einheitlich
auf festem Medium als auch flüssigem Medium wieder- 65 und es ergeben sich Schwierigkeiten bei Jen sich ab
holt wird. Wenn die Kulturbrühe jedoch, bei der die schließenden Arbeitsschritten. Es ist zweckmäßig
Tabakzellen in homogener Suspension vermehrt daß der Feuchtigkeitsgehalt des Kuchens unte
werden, einmal in der Belüftungskultur unter Rühren 95 Gewichtsprozent unter Anwenden eines Saug
filiers gebracht wird. Eine derartige unter Saugen ausgerührte
Filtration wird innerhalb einer extrem kurzen Zeitspanne ausgeführt, und es ergibt sich eine Rückgewinnung
der Tabakzellen aus der Kulturbrühe in der Größenordnung von 95 bis 98%.
Als das mit der Kulturbrühe zu vermischende faserförmige Material können Pflanzenfasern, wie Zellstoff,
Hanf, Bagasse, Zuckerrübenfasern, Tabakruppen, und anorganische Fasern, wie Glasfasern, sowie Kohlenstoffasern
angewandt werden. Als entsprechende anorganische Materialien finden auch Kieselerde, Tonerde,
Asbest, Kieselgur, Talk, Calciumcarbonat und Zeolit Anwendung. Diese faserförmigen und anorganischen
Materialien sind nicht nur als Filtermedium bei der genannten Filtration, sondern auch als Verbesserungsmittel
für die physikalischen Eigenschaften wirksam, und dies gilt insbesondere bezüglich der
mechanischen Festigkeit und des Füllwertes des daraus hergestellten folienartigen Materials. Die Mengen der
mit der Kulturbrühe zu vermischenden faserförmigen und anorganischen Materialien liegen unter 30%,
bezogen auf das Trockengewicht der darin enthaltenen Tabakzellen.
Es können auch Tabakpulver, Tabakstaub, Tabakrippen und oder die entsprechenden Zusatzmittel, wie
aromatisierende Mittel, den Brennvorgang fördernde Mittel, Süßungsmittel, hygroskopische Mittel, auf den
genannten Filtrationskuchen dadurch aufgebracht werden, daß dieselben auf den Kuchen verteilt aufgebracht
und sodann zwischen Rollen gedrückt wird, und zwar in der gleichen Weise, wie dies bei den herkömmlichen
Verfahren zum Herstellen \on folienartigen Materialien für Rauchzwecke erfolgt. Die
Aromatisierungsmittel, Süßmittel und hygroskopischen Mittel können jedoch wahlweise späterhin in
das trockene folienartige Material eingearbeitet werden. Bezüglich der genannten aromatischen Hilfsmittel
können essentielle Öle, wie Cacarilla-Öl,
Bergamot-Öl, Irisöl, Extrakte aus Benzotinktur, Tabak-Bergamot-Öl.
Irisöl, Extrakte aus Benzotinktur, Tabakextrakt, Fruchtextrakt und Parfümstoffe. wie
Kurnarin, Vanillin, Menthol zur Anwendung kommen. Als Brennmittel finden Aktivkohle. Natriumfumarat,
Kaliumfumarat u. dgl. Anwendung, während Saccharose, Glyzerin, Propylenglykol, Sorbitol u. dgl. als
Süßungs- oder hygroskopische Mittel angewandt werden. Die Mengen an Tabakblattstoffen, die mit
dem Kuchen verklebt werden, liegen unter denjenigen des Trockengewichtes der in dem Kuchen enthaltenen
Tabakzellen. Die Mengen der anzuwendenden Zusatzmittel sind recht gering, und somit hat der Zusatz
derselben nur eine geringe Einwirkung auf die Feuchtigkeitsgehalte des Kuchens.
Der so erhaltene folienartige Kuchen wird bei einer Temperatur unter 80 C oder bei einer Temperatur
von 100 bis 170 C nach einem Vortrocknen bei einer Temperatur von 80 C getrocknet. Der Feuchtigkeitsgehalt
der trockenen Folie wird sodann auf 10 bis 14% (bei einer Temperatur von 20 C und einer
Luftfeuchtigkeit von 60%) in üblicher Weise eingestellt. Bei diesem Trocknen erfolgt kein Zerstören
der Membranen der Tabakzellen in dem Kuchen. Da« folienartige Material besitzt daher hervorragende
mechanische Festigkeit. Wasserfestigkeit und Füllvermögen.
Bezüglich der Ursachen für derartige Verbesserungen der physikalischen Eigenschaften der nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Produkte dürfte davon auszugehen sein, daß die in den Membranen
der Tabakzellen vorhandene Pektinsubstanz im sogenannten physiologisch aktiven Zustand vorliegt
und als ein ausgezeichnetes Bindemittel wirkt und weiterhin die Pektinsubstanz sich mit zweiwertigen
Kationen, wie Calcium, Magnesium u. dgl., die ebenfalls in dem Kuchen vorliegen, verbindet unter Ausbilden
eines wasserunlöslichen Zustandes nach Trocknen des Kuchens.
ίο Die Tabellen 11 und 111 zeigen Vergleiche der
physikalischen und organoleptischen Eigenschaften des folienartigen Materials, das unter Anwenden
lediglich von Tabakzellen in der erfindungsgemäßen Weise hergestellt wird, und zwar mit denjenigen
folienartigen Materialien, die unter Anwenden keiner Tabakzellen vermittels eines herkömmlichen Auspreßverfahrens
gewonnen werden.
Jedes Prüfstück bezüglich der festgestellten physikalischen Eigenschaften des folienartigen Materials
nach der Tabelle II wird in der folgenden Weise gemessen :
Die Dicke in mm wird vermittels Mikrometer unter einem Druck von etwa 550 g/cm2 gemessen.
Die mechanische Festigkeit in g/mm2 wird an Hand der folgenden Gleichung berechnet, wobei darin die angegebene Dicke in mm, die weiter unten angegebene Breite in mm und die Zugbelastung in g des Prüfstückes eingeht. Die Zugbelastung wird dergestalt gemessen, daß ein Prüfstück mit einer Breite von 15 mm und einer Länge von 60 bis 70 mm unter Anwenden eines Zugprüfmessers mit konstanter Geschwindigkeit gemessen wird bis das Prüfstück zerstört ist.
Die mechanische Festigkeit in g/mm2 wird an Hand der folgenden Gleichung berechnet, wobei darin die angegebene Dicke in mm, die weiter unten angegebene Breite in mm und die Zugbelastung in g des Prüfstückes eingeht. Die Zugbelastung wird dergestalt gemessen, daß ein Prüfstück mit einer Breite von 15 mm und einer Länge von 60 bis 70 mm unter Anwenden eines Zugprüfmessers mit konstanter Geschwindigkeit gemessen wird bis das Prüfstück zerstört ist.
Mechanische
Festigkeit =
Zugbelastung (g)
Breite (15 mm) · Dicke (mm)
Breite (15 mm) · Dicke (mm)
Die Dehnung in % wird ausgedrückt in dem Prozentsatz der Dehnung, der bei dem gleichen Vorgang
des Messens der Zugbelastung festgestellt wird, und zwar bezogen auf die Länge des nicht unter Belastung
stehenden Prüfstückes.
Die scheinbare Dichte (gern3) wird an Hand des
Trockengewichtes gern2 und der Dicke eines Prüf-Stückes
berechnet.
Der Füllwert (g Zigarette) wird an Hand der Belastung berechnet, die dergestalt gemessen wird, daß
das Prüfstück, das in einer Breite \ on 0,8 mm zerschnitten
worden ist, in einen Zylinder mit einer Querschnittsfiäche
\on 40 cm2 gebracht und mit einer Geschwindigkeit von 0,6 mm/Sekunde zusammengedrückt
wird.
Die Wasserfestigkeit (Stunden) wird ermittelt an Hand der Zeitspanne, die erforderlich ist bis zum
Zerfallen de> Prüfstückes, wobei die Messung dergestalt erfolgt, daß ein Prüfstück in Wasser bei einer
Temperatur von 25 C eingeweicht und in einer Schale gehalten wird, die periodisch gekippt wird.
Die organoleptischen Eigenschaften nach Tabelle I Il
So wurden von einer Anzahl Personen gemessen, die jeweils paarweise eine Prüfung vornehmen. Insgesamt
nehmen zehn Fachleute teil, die der; Geruch, Geschmack. Milde und physiologische Leichte der
Zigaretten bestimmen, die einerseits mit dem erfindungsgemäß
hergestellten folienartigen Material und andererseits mittels eines folienarigen Materials
gemäß dem herkömmlichen Auspreise;fahren hergestellt
worden sind.
30? 538 502
Wesentliches Rohprodukt
Erfindungsgemäßes Verfahren
Tabakzellen
Tabakzellen
Herkömmliches Verfahren
Tabakpulver
Tabakpulver
Zusatzmittel:
Carboximethylcellulose
Glyoxal
Physikalische Eigenschaften:
Dicke (mm)
Mechanische Festigkeit (g/mm2)
Dehnung (%)
Scheinbare Dichte (g/cm3)
Füllwert (g/Zigarette)
Wasserbeständigkeitseigenschaft (Stunden)
0,20
300
5,4
0,28
0,9
über 50
300
5,4
0,28
0,9
über 50
5°/o
3°/o
3°/o
0,13
154
1,0
0,50
1,2
0,5
154
1,0
0,50
1,2
0,5
| Wesentliches Rohprodukt |
Geschmack | Aroma | Milde | Physio logische Leichte |
|
| Erfindungsgemäßes Verfahren | Tabakzellen Tabakpulver |
4 6 |
4 6 |
10 0 |
10 0 |
| Herkömmliches Verfahren |
Die Zahlenwerte nach Tabelle II zeigen, daß das erfindungsgemäß hergestellte folienartige Material
außergewöhnlich gute Eigenschaften bezüglich der mechanischen Festigkeit, Dehnung, Wasserfestigkeit
und des Füllwertes besitzt, und dies, obwohl keine Carboximethylcellulose als Bindemittel und Glyoxal
als Mittel zum Vermitteln von Wasserfestigkeit zugesetzt worden ist. Die Zahlenwerte nach der Tabelle
III zeigen weiterhin, daß die aus dem erfindungsgemäß hergestellten folienartigen Material hergestellten
Zigaretten überlegene Milde und physiologische Leichtigkeit besitzen und trotzdem gegenüber
den nach herkömmlichen Verfahren gewonnenen Zigaretten praktisch gleichwertig bezüglich des Duftes
und des Geschmackes sind.
F i g. 2 ist ein schematisches Fließbild, das die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte zum Herstellen
des erfindungsgemäßen folienartigen Materials zeigt, wobei ein Teil der Kulturbrühe aus der Gärvorrichtung
1 entnommen und mit einer wäßrigen Suspension faserförmiger Materialien und/oder anorganischer
Materialien 2 in dem Mischtank 4 vermischt wird. Nach geringfügigem Rühren und Hindurchführen
durch den Vorratsbehälter 5 wird das sich ergebende Gemisch auf eine sich kontinuierlich bewegende,
endlose Gaze 6 mit vorbestimmter Geschwindigkeit aufgegeben unter Ausbilden eines folienartigen Kuchens
geeigneter Dicke auf dieser Gaze. Dieser Kuchen wird sodann weiter mit der Gaze 6 transportiert.
Nachdem Tabakpulver und oder zusätzliche Mittel 7 aufgebracht worden sind, wird dieser Kuchen mittels
der Rollen 8 zusammengedrückt und durch eine Rakel, nicht gezeigt, abgezogen zwecks Überfuhren
auf ein sich bewegendes endloses Filzband 9. das durch die Vortrocknungskammer 10 und die Haupttrocknungskammer
11 hindurchtritt. Der in dieser Weise getrocknete Kuchen wird mittels einer Rakel,
nicht gezeigt, abgezogen und stellt das für Rauchzwecke geeignete folienartige Material dar. während das
endlose Filzband 9, das nun \on diesem Material getrennt ist. in dem Trommeltrockner 12 eine Trocknung
erfährt. Das in dem Sauggefäß 13 unter der endlosen Gaze 6 gesammelte Filtrat wird weiterhin von einer
geringen Menge an Feststoffen unter Anwenden der Zentrifuge 14 getrennt und vorübergehend in dem
Tank 15 gelagert. Dasselbe wird sodann der Fermentiervorrichtung 1 zugeführt, nachdem frische Bestandteile
16 aus dem Tank 17 über die Sterilisierungsvorrichtung 18 zugeführt werden. Die aus der Flüssigkeit
mittels Zentrifuge 14 abgetrennten Feststoffe werden dem Mischtank 4 erneut zugeführt, während
ein Teil des gelagerten Filtrats in dem Tank 15 vorzugsweise in die Suspension 3 zurückgeführt wird.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Es wird Samen von N. tabacum var. hellgelb mit entionisiertem Wasser gewaschen, einige Sekunden
in 95°/o Äthanol eingeweicht, sodann weiterhin etwa 10 Minuten in 10% Natriumhypochloritlösung und
sodann mit sterilem Wasser gewaschen. Dieser Samen wird auf ein sterilisiertes festes Kulturmedium aufgebracht,
das durch Zusatz von 1% Agar zu der in der Tabelle I aufgezeigten Zusammensetzung herge-
stellt worden ist, und sodann in einen mit Watte verschlossenen Erlenmeyer-Kolben eingebracht und bei
einer Temperatur von 26 bis 30c C etwa 4 Wochen ge
halten. Wenn ein Keimanteil dieses Samens mit derr festen Medium in Berührung gebracht wird, bildei
sich an diesem Berührungspunkt Kallus. Dieser Kallu;
wird abgeschnitten, auf ein frisches Medium dei
gleichen Zusammensetzung überführt und kultiviert Nachdem diese Kallus-Kultivierung dreimal wieder
holt worden ist. werden etwa 3 g Kallus, bezogen au das Frischgewicht, ausgebildet in der letzten Kultur
stufe, in 100 ml flüssiges Medium der gleichen Zu sammensetzung. jedoch ohne Agar, das in einen
500-ml-Sakaguchi-Kolben vorliegt, eingeimpft un<
auf einem Schüttler bei einer Temperatur vor. 28 bi 30 C kultiviert. Nach etwa 2 Wochen pflanzen siel
Tabakzellen in Suspension in der Flüssigkeit fori Es werden etwa 10 ml dieser Kulturbrühe in 100 m
frisches flüssiges Medium der gleichen Zusammen
ii
ielzung überführt und erneu, schüuelkultiviert^chdem
dieses Kultivieren fünfmal w.ederholiworde
ist. wird eine Kulturbrühe in der d.e Tabakzellen
feiner und einheitlicher disperg.ert s.nd. m etwa
1 S6A
SnA etwa 100 m. dieser KuHurbruhe in
1 Li e flüssiges Medium der gleichen Zujm«-
Setzung in einem 3-Liter-Kolben eingeimpft und
1 Woche schüttelkultiviert. D.e m dem 3-Lrte -Kolben
erhaltene Kulturbrühe wird in HL er ««^J*!
dium eingeimpft in einer 15-L.ter-Garvornc tung ge
halten und bei einer Temperatur von 30 C_ un er e
^ JCuchen ^ ^ ^ ^|
p^tigkeitsgehalt von unter 10»/,, getrocknet. Es
eg g und ^ k,ejne Mengc B oe
werden Zg^ ^ getrocknetcn Kuchen gesprüht und
der Feuchtigkeitsgehalt des Kuchens auf
SS -Folie weist eine mechanische Festigkeit
^ ^ Wasserfestigkeit von 50 Stunden und
von g ^ ^ 0J0 g/ZlgareUe auf und
™ durch Anwenden dieser Folie hergestellten Ziga-
^ ^ ^ .^ ^ und hysiologischen Le.ch-
„^^ ZJgareUen überiegen.
Swmd^U^oSC/
SKX 5 bis 6 Tagen werden etwa 5 Ljter.
d. h. etwa die Hälfte der Kulturbn,he .^
>5
^^^ .„ d m B iel
schdebenen Weise mit der Ausnahme k^ert
mit der Ausnahme durchgeführt daß d.e,
geschwindigkeit auf ll,5Liter/Min erhöh. «ird.
ϊ7TL werden 5 Liter Kulturbruhe abgezogen »5 aer S'1=
ungs fiUrien
«ird. Ke ^
{n ejn f iienartiges Material in
.m Be,spie, χ verarbeiteten
und eine geringe
0,149 mm, um so einen
.3.
geringe MeLe Cascarilla-Öl auf den Kuchen aufiesprüht
Der Kuchen wird leicht zwisc.ien Ro.en
f D gepreßte Kuchen wird unter Anwenden
Lies Aroma und Geschmack aufweisen
Beispiel 4 Tabakzellen in der gleichen Weise wie
t beschrieben mit der Ausnahme kultiviert,
im Be sp> ^ d an SteHe s
ä5
auf einen Feg
Im Anschluß hieran wird der
60°/„).
unter
g ^ M£nge Wassgr d,3pergiert wo
1^"einer 45 erhaltene Flüssigkeit wird njtnen und '» e»· "°""Γ
glykol und eine geringe Menge Insol als Zusatzm.ttel
eine
deren Milde und der phyg genüber üblichen Zigaretten auf.
Beispiel 2 Es werden Tabakzellen in der gleichen Weise
im Beispiell beschrieben kultiviert mit de,^us
daß anstelle des Samens N. ^ vanheUgdb
bezüg,ich lhrer Milde und physiologischen Le.cht.g
kejt
Tabakzellen in der gleichen Weise wi im Beispiel 1 beschrieben kultiviert mit der Aus
,m P^ Kejmstücke von ubacum var. narnb.
dispergiert und "zu" 10 Litern K"lturbrühe zuge^ s~- -y^k~Uen Trockengewicht enthält, mi
(die 145 g Tabakzellen als Trockensubstanz ent ha α (<J vermischt, und die erhaltene Disper.
und die sich ergebende gem.schte FIuwgWe,t ».rd 5 g ^^ und em fol.enartiges Matena
durch Absaugen durch ein Filtertuch hl neit.^ Wcise wie „ach Bespiel I uberfuhn
einen folienanigen Kuchen mit emer^^cnt.pre ^ der g Amnahme. daß 3 g Sorbrtol und e,ne genne.
chend dem Trockengewicht son ,U^m
Menge Tabakextrakt als Zusatzmittel angewandt werden.
Die erhaltene Folie weist eine mechanische Festigkeit von 420 g/mm*, Wasserfestigkeit von 50 Standen
und mehr, Füllwert von 0,68 g/Zigarertc- auf, und die
daraus hergestellten Zigaretten sind üblichen Zigaretten überlegen hinsichtlich ihrer Milde und physiologischen
Leichtigkeit.
Es werden Tabakzellen in der gleichen Weise wie nach Beispiel 1 mit der Ausnahme kultiviert, daß ein
Strunkteil von N. tabacum var. enshu an Stelle eines Samens von N. t. var. hellgelb angewandt wird und
daß das aus der Kulturbrühe der Gärvorrichtung erhaltene Filtrat nach Ersatz der verbrauchten Bestandteile
an Stelle des frischen Mediums sterilisiert der Gärvorrichtung zurückgeführt wird. 10 Liter der
Kulturbrühe (die 144 g Tabakzellen Trockengewicht enthalten) werden in der gleichen Weise wie im
Beispiel 1 filtriert und 120 g Tabakpulver, 3 g Proovlendykol
und eine geringe Menge Insol werden dur-h Aufsprühen auf dem Kuchen aufgebracht und
der "Kuchen zwischen Rollen oder Walzen gepreßt. Der erhaltene Kuchen wird in der gleichen Weise wie
nach Beispiel 2 getrocknet und sodann der Feuchtigkeitsgehalt desselben auf 13%,eingestellt.
Die erhaltene FoUe weist eine mechanische Festig-
keil von nO g/mms, Wasserfestigkeit von 50 Stunden
und darüber, Füllwert von 0,95 g/Zigarette auf, u-.d die daraus hergestellten Zigaretten sind üblichen
Zigaretten überlegen bezüglich Milde und physiologischer Leichtigkeit, wobei sie ausgezeichnetes
Aroma und Geschmack besitzen.
Die Verwertung der Erfindung kann durch gesetzliche Bestimmungen, insbesondere durch die Tabakverordnung
oder durch das Tabaksteuergesetz, beschränkt sein.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen folienartigen Ma- die Ernte des Tabakblattes ergeben haben. Eine
terials für Rauchzwecke, gekennzeichnet 5 derartige Kultivierung der Pflanze ist jedoch den
durch an sich bekanntes Kultivieren eines Einflüssen des bebauten Landes und des Klimas aus-Pflanzenkörperteils der Sorte Nicotiana auf einem gesetzt, und somit üben derartige Naturkräfte ihre
festen Nährmedium für Pflanzengewebe-Kultur, Wirkungen auf die Art, die Mengen und die Qualität
Überimpfen der so erhaltenen amorphen Zeil- sowie weitere Faktoren des Tabakblattes aus, das ja
klumpen in das Ausgangsnährmedium in flüssiger xo das Rohmaterial für Zigaretten darstellt.
Form, weiteres an sich bekanntes Kultivieren Der Pflanrenkörper besteht gewöhnlich aus undesselben unter aeroben Bedingungen, Filtrieren zähligen Zellen, die Gewebe und Organe der Pflanze
der Kulturbrühe, die die Tauakzellen oder die- bilden und ihre Lebensfunktion bedingen. Es wurde
selben im Gemisch mit faserförmigen Materialien herausgefunden, daß ein vollständiger Pflanzenkörper
und/oder anorganischen Materialien enthält, durch 15 direkt ausgehend von beliebigen Zellen des Pflanzeneine Gaze mit Maschen von 0,3 bis 0,125 mm oder körpers gezogen werden kann mittels sogenannter
Filtertuch unter Ausbilden eines folienartigen Gewebekultur dieser Zellen, und eine derartige GeKuchens mit einer Dicke entsprechend dem webekultur ist für die Untersuchungen bezüglich der
Trockengewicht über 50 g/m2, wobei das faser- Verbesserung der Pflanzenzüchtung angewandt worden
förmige Material und das anorganische Material ao mittels Auswahl der Zellen, die ausgezeichnete gedie Raucheigenschaften des Endproduktes hieraus netische Eigenschaften besitzen. Es ist weiterhin benicht beeinträchtigt. Trocknen des folienartigen kannt. daß der sogenannte »Kallus« auf einem festen
Kuchens als solchen oder in einem Zustand, in Medium mittels derartiger Gewebekultur ausgebildet
dem Tabakblättersubstanzen und/oder Zusatz- werden kann, während die Suspension feiner Pflanzenmittel vorher auf demselben aufgebracht wurden 25 zellen durch Gewebekultur dieses Kallus in flüssigem
sind. Medium unter aeroben Bedingungen erhalten werden
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- kann.
zeichnet, daß die Menge an gegebenenfalls zuzu- Es ist nun diese Gewebekultur der Pflanzen der
setzenden faserförmigen Materialien und/oder an- Sorte Nicotiana untersucht worden und hierbei georganischen Materialien unter 30°/0, bezogen auf 30 funden worden, daß mittels des Kallus erhaltene und
das Trockengewicht der darin enthaltenen Tabak- in Kulturbrühe vermehrte Tabekzellen leicht für
zellen, liegt, während die Menge der gegebenenfalls Rauchzwecke in ein folienartiges Material überführt
zuzusetzenden Tabakblättersubstanzen unter dem werden können. Eine der Erfindung zugrunde liegende
Wert des Trockengewichts der in dem Kuchen Aufgabe besteht somit darin, ein einfaches Verfahren
enthaltenen Tabakzellen liegt. 35 zum Herstellen eines folienartiges Materials für
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- Rauchzwecke zu schaffen.
zeichnet, daß der folienartige Kuchen bei einer Eine weitere der Erfindung zugrunde liegende
Temperatur unter 8O0C oder bei einer Temperatur Aufgabe besteht darin, ein industrielles Verfahren
von 100 bis 1700C nach einem Vortrocknen bei zum Herstellen von folienartigen Materialien für
80cC getrocknet wird. 40 Rauchzwecke zu schaffen, das nicht durch die Boden-
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- bedingungen oder klimatischen Bedingungen beeinzeichnet, daß das anorganische Phosphat in dem flußt wird.
Nährmedium in einer Menge des 2- bis 3fachen Eine weitere der Erfindung zugrunde liegende
derjenigen des herkömmlichen Linsmaier- und Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Herstellen
Skoog-Mediums angewandt wird. 45 eines folienartigen Materials für Raurhzwecke zu
schaffen, das wenig oder kein Nikotin enthält und ausgezeichnete physikalische und organoleptische Ei-
genschaften besitzt.
Diese Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren 50 zur Herstellung folienartigen Materials für Rauchzwecke, gekennzeichnet durch an sich bekanntes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Her- Kultivieren eines Pflanzenkörperteils der Sorte Nistellen folienartigen Materials für Rauchzwecke. cotiana auf einem festen Nährmedium für Pflanzen-Der im folgenden zur Anwendung kommende gewebe-Kultur, Überimpfen der so erhaltenen amor-
Ausdruck »Kallus« bezieht sich auf einen amorphen 55 phen Zellklumpen in das Ausgangsnährmedium in
Zellenklumpen, der seine organbildende Fähigkeit flüssiger Form, weiteres an sich bekanntes Kultivieren
verloren hat und dann gebildet wird, wenn ein Teil desselben unter aeroben Bedingungen, Filtrieren dei
dieses Pflanzenkörpers auf einem festen Medium der Kulturbrühe, die die Tabakzellen oder dieselben in
Gewebekultur unterworfen wird, und zeigt eine äußere Gemisch mit faserförmigen Materialien und/ode:
Form, die dem Agglutinationsgewebe des Pflanzen- 60 anorganischen Materialien enthält, durch eine Gazi
körpers ähnlich ist. Der Ausdruck »Tabakzellen« be- mit Maschen von 0,3 bis 0,125 mm oder Filtertucl
zieht sich auf eine feinflockige Dispersion der Zellen, unter Ausbilden eines folienartigen Kuchens mi
die dann gebildet wird, wenn Teile dieses »Kaiius« in einer Dicke entsprechend dem Trockengewicht übe
einem flüssigen Medium aeroben Bedingungen kul- 50 g/m2, wobei das faserförmige Material und da
tiviert werden. Eine derartige Tabakzellen enthaltende 65 anorganische Material die Raucheigenschaften de
Flüssigkeit wird hier als »Zellenflüssigkeit« bezeichnet, Endproduktes hieraus nicht beeinträchtigt, Trockne
Bisher ist Rauchtabak mittels eines Verfahrens des folienartigen Kuchens als solchen oder in einer
hergestellt worden, das darin besteht, daß langzeitig Zustand, in dem Tabakblättersubstanzen und/od<
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