DE2245166B2 - Automatische Anordnung zur dynamischen Einhaltung der Position und zum Steuern eines Wasser- oder Unterwasserfahrzeugs - Google Patents
Automatische Anordnung zur dynamischen Einhaltung der Position und zum Steuern eines Wasser- oder UnterwasserfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur dynamischen Einhaltung der Position und zum Steuern eines
Wasser- oder Unterwasserfahrzeugs mit in wenigstens zwei Koordinatenrichtungen wirkenden Antriebselementen
unter Verwendung von Positions- und Kursfühlern, die der Istposition bzw. dem Istkurs entsprechende
Signale erzeugen, welche über Positionsregelkreise die Betätigung der Antriebselemente im Sinne einer
Beseitigung der Abweichung von der Sollposition bzw. dem Sollkurs steuern.
Eine derartige Anordnung ist beispielsweise aus der DE-OS 18 11 772 bekanntgeworden.
Die dynamische Einhaltung der Position besteht darin, ein Schilf in einer vorgegebenen Position oder auf
einem vorgegebenen Kurs sowie im Fall eines Unterwasserfahrzeugs auf einer vorbestimmten Tauchtiefe
ausschließlich mit Hilfe von Antriebselementen zu halten, deren Schubkraft nach Richtung und/oder
Stärke so geregelt wird, daß sie der Einwirkung von äußeren Kräften entgegenwirken, welche das Fahrzeug
aus der gewünschten Position zu entfernen suchen.
Die verwendeten Antriebssysteme enthalten wenigstens zwei Antriebselemente mit einstellbarer Schubkraftrichtung
nach Art von Außenbordmotoren oder auch zwei Antriebselemente nach Art von Voith-Schneider-Propellern,
von denen das eine Antriebselement am Bug und das andere am Heck des Schiffes liegen. Eine weitere angewendete Maßnahme besteht
darin, Antriebselemente mit einstellbarer und umkehrbarer Schubkraft in Kanälen anzuordnen, die in der
Nähe des Bugs und des Hecks quer durch das Schiff hindurchgehen und es ermöglichen, eine seitliche
Schubkraft sowie bei entgegengesetzter Richtung der Schubkräfte am Bug und am Heck ein Drehmoment
auszuüben. Die Schubkraft in der Längsrichtung wird in diesem Fall durch ein oder mehrere am Heck
angeordnete Vortriebselemente erzeugt, wobei diese Vortriebselemente auch die Ortsveränderungen des
Schiffs zwischen den verschiedenen Positionen ermöglichen.
Die Position in der Horizontalebene wird in bezug auf einen am Meeresboden definierten Festpunkt und in
einem ortsfesten oder mit dem Fahrzeug verbundenen Bezugskoordinatensystem mit Hilfe eines Positionsfühlers
festgestellt, beispielsweise eines Funksystems, dessen Baken oder Sender an der Küste angeordnet
sind, eines akustischen Systems vom Sonartyp oder mit Ultraschallantwortbaken, oder eines Kabels, das zwischen
dem Schiff und einem am Meeresgrund angeordneten Verankerungskörpers ausgespannt ist,
und dessen Neigung in bezug auf die Vertikale gemessen wird.
Die Richtung des Fahrzeugs wird mit Hilfe eines
Magnetkompasses oder eines Kreiselkompasses gemessen.
Die Tiefe eines Unterwasserfahrzeugs wird in bezug -iuf den Meeresspiegel durch eine Druckmessung oder
in bezug auf den Meeresboden mit einem Ultraschall-Echolot gemessen.
Die von diesen Fühlern gemessenen Werte werden mit eingestellten und in einem bestimmten Bezugssystem
definierten Sollwerten verglichen, beispielsweise Werten xo, yo für die Position in der Horizontalebene, ι ο
einem Wert θο für den Kurswinkel und einem Wert zo
für die Tauchliefe.
Die Änderung dieser Sollwerte ergibt die entsprechende Ortsveränderung des Schiffes, wodurch eine
Navigationsfunktion ausgeübt wird.
Die Steuerung der Antriebselemente auf Grund des Vergleichs zwischen den Sollwerten und den von den
zuvor beschriebenen Positionsfühlern gemessenen Istwerten stellt eine Regelung dar, welche die automatische
dynamische Positionshaltung in der definierten Weise ergibt
Die vorhandenen Regelanordnungen weisen eine bestimmte Anzahl von Nachteilen auf, die ihre
Leistungen beschränken, insbesondere hinsichtlich der Genauigkeit der Einhaltung der Position sowie hinsieht-Hch
der Anpassungsfähigkeit im Betrieb.
Der Hauptnachteil ist mit der Art der Positionsfühler
verknüpft, insbesondere den auf der Anwendung von Ultraschallwellen beruhenden Positionsfühlern. Diese
Fühler weisen nämlich eine sehr lange Ansprechzeit auf, die sich aus der Ausbreitungsgeschwindigkeit des
Schalls im Wasser ergibt, und sie können kurzzeitigeil Auslöschungen des Empfangssignals unterworfen sein.
Ferner ist der Empfang mit Störungen behaftet, die insbesondere von den Antriebselementen und von den
Bewegungen des Schiffes stammen.
Der Kompromiß, der dann für die Bestimmung der Korrekturnetzwerke (wie der Integrier- und Differenzierschaltungen)
nach der klassischen Theorie der Regelanordnungen gesucht wird, hat ungewollte Befeh-Ie
für die Antriebselemente zur Folge, welche die mechanische Abnutzung und den Brennstoffverbrauch
erhöhen und dennoch nur mittelmäßige Leistungen im Einschwingverhalten ermöglichen.
Ferner können sich beträchtliche Änderungen im Verhalten des Schiffs auf die ausgeübten Kräfte aus
verschiedenen Gründen ergeben: Änderungen der Masse und der Lage des Schwerpunktes in Abhängigkeit
von der Belastung, veränderliche Auftriebskraft bei Unterwasserfahrzeugen in Abhängigkeit von der so
Temperatur und dem Salzgehalt sowie von der Tauchzeit infolge des allmählichen Verschwindens der
in den Aufbauten eingeschlossenen Luftblasen und in Abhängigkeit von der Tauchtiefe infolge der Änderung
des Volumens in Abhängigkeit vom Druck, sowie hydrodynamische Abweichungen der Schubkraft der
Antriebselemente in Abhängigkeit von der Strömung. Diese Änderung des Verhaltens des Schiffes erfordern
zur Einhaltung normaler Stabilitätstoleranzen der Regelungen eine weitere Herabsetzung der Leistungen,
oder es muß dem Personal überlassen bleiben, die erwähnten Einstellungen der Netzwerke vorzunehmen,
wodurch die erforderliche Bedienung und die Fehlergefahren vergrößert werden.
Ferner wird durch dieses schlechte Verhalten im ^
Einschwingbereich die Steuerung sehr erschwert, d. h. die Änderung der zuvor definierten Sollposition.
Das Ziel der Erfindung ist daher eine Verbesserung der Genauigkeit der Positionshaltung, insbesondere bei
Einschwingzuständen, die mit Störungen verknüpft sind.
Dieses Ergebnis soll insbesondere unabhängig von der Art der verwendeten Positionsfübler und trotz
beträchtlicher Änderungen der Tonnage des Schiffs oder Fahrzeugs erhalten werden. Schließlich soll die
Steuerung erleichtert werden.
Die Anordnung zur automatischen dynamischen Positionshaltung und Steuerung nach der Erfindung
enthält zu diesem Zweck außer den bereits zuvor erwähnten Positionsfühlern Beschleunigungsmeßanordnungen.
Drei lineare Beschleunigungsmesser liefern Signale, die der Längsbeschleunigung, der Querbeschleunigung
und der Vertikalbeschleunigung proportional sind. Die Messung der Vertikalbeschleunigung ist
natürlich im Fall eines Oberwasserfahrzeugs nicht unbedingt notwendig. Ein Winkelbeschleunigungsmesser
bildet ein Signal, das der Kurswinkelbeschleunigung proportional ist
Im allgemeinen ist ein Schiff hydrodynamisch gegen Roll- und Stampfbewegungen stabil, und es enthält
keine Regelung zur Durchführung von Manövern um die Längsachse bzw. die Querachse. Der Bereich der
Erfindung ist jedoch dadurch nicht eingeschränkt, sondern diese kann, insbesondere im Fall von
Unterwasserfahrzeugen, zusätzliche Beschleunigungsmesser enthalten, welche die Winkelbeschleunigungen
der Roll- und Stampfbewegungen messen. Die von diesen Beschleunigungsmessern abgegebenen Signale
werden zum Eingang des entsprechenden Regelkreises zurückgeführt, damit die Antriebselemente entsprechend
gesteuert und dadurch eine Beschleunigungs-Gegenkopplung erzielt wird. Diese Gegenkopplung
erzwingt eine Schubkraft der Antriebselemente, welche jede Beschleunigung zu Null zu machen sucht, d. h. jede
Bewegung des Fahrzeugs zu verhindern sucht, wodurch die dynamische Positionshaltung erreicht wird.
Es ist jedoch bekannt, daß die Beschleunigungsmesser
in der Praxis nicht absolut vollkommen sein können, und daß insbesondere die Messung von sehr kleinen
Beschleunigungen mit einer unvermeidlichen Nullpunktsverschiebung des Geräts behaftet ist, die auch
Abtrift genannt wird. Diese Abtrift hat eine langsame Verschiebung der mittleren Position des Fahrzeugs zur
Folge. Die zuvor erwähnten Positionsfühler ermöglichen die Feststellung dieser Abweichung und deren
Kompensation durch entsprechende Steuerung der Antriebselemente.
Die Vereinigung der Positionsfühler und der Beschleunigungsmesser ermöglicht es, den Beschleunigungsregelkeis
mit großer Bandbreite auszubilden, so daß er also in der Lage ist, schnellen Störungen wirksam
entgegenzutreten oder verzögerungsfrei Änderungen der Sollposition zu folgen, und gleichzeitig die
Bandbreite des Positionsregelkreises so schmal zu bemessen, wie es notwendig ist, um die Signale der
Positionsfühler wirksam auszufiltern, so daß dieser Kreis die genaue Einhaltung der mittleren Position und
die Kompensation der sich langsam ändernden Störungen ermöglicht Ferner überdecken sich die Bandbreiten
so, daß der Beschleunigungsregelkreis die Positionshaltung bei vorübergehendem Ausfall des Signals des
Positionsfühlers ermöglicht also die Funktion einer Positionsspeicherung ausübt.
Eine Ausgestaltung im Rahmen der Erfindung enthält auch eine Vorwegnahmeschaltung, die deshalb so
genannt wird, weil sie dem Stellkreis der Antriebselemente Signale zuführt, die gebildet werden, bevor die
Beschleunigungsmesser und Positionsfühler eine Bewegung des Fahrzeugs anzeigen können. Man kennt
nämlich mit guter Annäherung entweder durch Rechnung oder auf Grund von Messungen, die am
Modell in einem Schleppkanal und in einem Windkanal durchgeführt worden sind, die Schubkräfte und Drehmomente,
die auf das Fahrzeug in Abhängigkeit von der Richtung, der Kraft des Windes, der Strömung bzw. des
Seegangs ausgeübt werden. Derartige Fühler, wie Windmesser, Strömungsmesser, Seegangsmesser, liefern
Signale, die der Kraft und der Richtung dieser Störursachen proportional sind. Diese Daten werden
nach einem analogen oder digitalen Rechenverfahren so verarbeitet, daß elektrische Spannungen erhalten
werden, die den Störungen proportional sind, die auf Grund von bekannten Gleichungen berechnet werden,
und diese Spannungen werden der Steuerung der Antriebselemente zugeführt, damit die entsprechenden,
aber entgegengesetzt gerichteten Schubkräfte geliefert werden. Da die Störungen auf diese Weise durch diese
Vorwegnahmeschaltung kompensiert werden, brauchen die Beschleunigungsregelkreise und die Positionsregelkreise
nur noch dem Unterschied zwischen den wirklichen Störungen und den berechneten Störungen
entgegenzuwirken, da die beispielsweise aus den Schleppkanalversuchen abgeleiteten Formeln niemals
streng genau der Wirklichkeit entsprechen. Nichtsdestoweniger werden die dynamischen und statischen
Positionsfehler beträchtlich verringert
Eine weitere Ausgestaltung der Anordnung im Rahmen der Erfindung besteht darin, daß den
Steuersignalen für die Antriebselemente ein Amplitudenverlauf erteilt wird, der invers zu der Schubkraftkennlinie
der Antriebselemente ist, damit die resultierende Schubkraft dem angelegten Befehl proportional
ist
Die Anordnung enthält gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung im Rahmen der Erfindung noch eine
Anordnung zur automatischen Einstellung der Verstärkung und der Phase der Korrekturnetzwerke, die in dem
Beschleunigungsregelkreis bzw. im Positionsregelkreis enthalten sind, damit den Stabilitäts- und Genauigkeitskriterien entsprechend der klassischen Theorie der
Regelschaltungen Genüge getan wird. Zu diesem Zweck werden dem Stellkreis der Antriebselemente periodische
Signale mit einer Amplitude zugeführt die so klein ist daß sie keine Störung bei der Verwendung der
Anlage ergibt Die Beschleunigungsmesser können dennoch die sich daraus ergebenden Bewegungen des
Fahrzeugs feststellen, und die Korrelation zwischen diesen gemessenen Signalen und den zugeführten
Signalen ergibt eine Anzeige des Verhaltens der Fahrzeugmasse auf die Schubkraft
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der
Zeichnung dargestellt Darin zeigt
F i g. 1 die Anordnung der Antriebselemente bei einem Schiff, die sich als Beispiel für die Kräftezerlegung
am bequemsten erweist
F i g. 2 das Prinzipschema der geometrischen Bildung der Schubkraftsteuersignale für die Antriebselemente in
der Horizontalebene aus den gewünschten Kräften und Drehmomenten entsprechend den Hauptachsen des
Fahrzeugs,
F i g. 3 das Obersichtsschema der Regelanordnung für die Längsrichtung, wobei die Regelanordnungen für die
Querrichtung und die Drehbewegung ähnlich sind,
Fig.4 den Verlauf der Schubkraft der Antriebselemente
als Funktion des Steuersignals,
F i g. 5 die Amplitudenkennlinie der Schaltung zur Linearisierung des Schubkraftsteuersignals,
Fig. 6 eine Anordnung der Beschleunigungsmesser auf einer Horizontalplattform,
Fig. 7 das Prinzipschema einer Anordnung zur
Kompensation der Auswirkungen von Drehbewegungen auf die Linearbeschleunigungen,
F i g. 8 die Verteilung der Beschleunigungen in der Querebene bei einer Rollbewegung,
in F i g. 9 das Schema einer vereinfachten Ausführungsform der Anordnung zur Kompensation von Drehbewegungen,
in F i g. 9 das Schema einer vereinfachten Ausführungsform der Anordnung zur Kompensation von Drehbewegungen,
Fig. 10 ein Schema des Selbstanpassungskreises,
Fig. 11 eine Ausführungsform der Vorwegnahme-H
schaltung und
Fig. 12 das Prinzipschema einer Anordnung zur
Regelung des Kurswinkels auf die Richtung der Störungen.
F i g. 1 zeigt die Draufsicht auf ein Schiff 1, das zwei Quertriebselemente 2 und 3 in der Nähe des Bugs bzw.
des Hecks zusätzlich zu dem in der Längsrichtung wirkenden Vortriebselement 4 enthält Mit dem Schiff
ist ein rechtwinkliges Achsensystem verbunden, dessen x-Achse die Längsachse, dessen /-Achse die Querachse
und dessen Nullpunkt O der Schwerpunkt des Schiffes 1 sind.
Das Vortriebselement 4 liefert eine positive oder eine negative Längsschubkraft fs in der Richtung der
x-Achse. Die Schubkraft fy χ des vorderen Quertriebelejo
ments 2 liegt parallel zur y-Achse und ist nach rechts
oder nach links gerichtet ebenso wie die Schubkraft fy2
des hinteren Quertriebelements 3.
Diese Anordnung in der Horizontalebene läßt sich offensichtlich bei einem Unterwasserfahrzeug auch in
j-) der Vertikalebene anwenden.
Die klassische Kräftezerlegung macht es möglich, die Schubkräfte der Triebwerke in Abhängigkeit von den
Kräften auszudrücken, die auf das rechtwinklige Achsensystem bezogen sind, also der Kraft Fx in der
Richtung der x-Achse, der Kraft Fx in der Richtung der
/-Achse sowie des Drehmoments Cum die Z-Achse, die senkrecht zu der Ar-Achse und zu der y-Achse durch den
Schwerpunkt Odes Schiffes geht:
« fs = Fx,
/rl =
/ι + h
/,2
(I2F1 .+ C),
^r+ Ο-
Darin ist /ι der Abstand des vorderen Quertriebelements 2 und k der Abstand des hinteren Quertriebelements
3 von dem Schwerpunkt O.
Fig.2 zeigt eine Schaltung, welche nach diesen
Gleichungen die Triebwerkssteuersignale /», /, ι und fy 2
fy2, aus den die Kräftekomponenten Fx, F, und das
bo gewünschte Drehmoment C darstellenden Signalen
erzeugt Alle diese Signale sind in elektrischer Form mit einem geeigneten Maßstabsfaktor dargestellt.
Die Schaltung von F i g. 2 hat drei Eingänge, denen
die Signale F„ Fy bzw. C zugeführt werden, sowie drei
Ausgänge, an denen die Triebwerkssteuersignale fx, fy\
bzw. fy2 abgegeben werden. Der Eingang Fx ist direkt
mit dem Ausgang fx verbunden. Das Signal Fy wird den
Eingängen von zwei Multiplizierschaltungen 5 und 6
zugeführt; die Multiplizierschaltung 5 multipliziert den Wert F, mit dem Wert /2, und die Multiplizierschaltung 6
multipliziert den Wert F, mit l\. Eine Addierschallung 7
bildet die Summe aus dem in der Schaltung 5 erhaltenen Ausdruck FyI2 und dem Drehmoment C, wobei sie das
Ergebnis mit einem Faktor multipliziert, der dem Wert V(l\ + h) analog ist, und eine Subtrahierschaltung 8
bildet die Differenz F,/|-Cund multipliziert diesen Ausdruck mit dem gleichen Faktor \/(l, +I2).
Diese Zerlegung macht es möglich, die Regelanord- in
nung für die Längsrichtung, für die Querrichtung und für das Drehmoment getrennt zu untersuchen. Jede dieser
Regelanordnungen weist dann die gleiche Struktur auf, wie durch das Übersichtsschema von F i g. 3 dargestellt
ist, die als Beispiel die Regelanordnung für die ii Längsrichtung, also die x-Achse zeigt.
Der Block 9 von F i g. 3 stellt das Schiff mit seiner Übertragungsfunktion dar, wobei die Ausgangsgröße
die Position des Schiffes in der betreffenden Richtung ist und die Eingangsgröße durch die Resultierende der auf :o
das Schiff einwirkenden Kräfte gebildet ist; diese Kräfte sind einerseits die Störkräfte Fxfh die vom Wind, von der
Strömung und vom Seegang stammen, und andererseits die in der Richtung der x-Achse vom Antriebselement
10 erzeugten Schubkraft F1n. 2 >
Der Block 13, der nicht körperlich realisiert ist, stellt
symbolisch das physikalische System der Störkräfte und Störmomente in dem Prinzipschema dar.
Da bei den meisten Anwendungen dieser Art von Anlriebselementen, die im Handel erhältlich sind und u\
auf die daher nicht näher eingegangen werden soll, das Steuersignal S2 auf die Steigung der Schraube einwirkt,
ist die Schubkraft dann dem Befehl nicht proportional, sondern sie folgt der Kurve 27 von Fig.4. Diese
Nichtlinearität kann eine Störung in der Stabilität der r> Regelanordnung verursachen. Das Organ 11 von F i g. 3
linearisiert die Schubkraft durch Verstärkung des Steuersignals Si mit einem Amplitudenverlauf, wie er
durch die Kurve 30 von F i g. 5 dargestellt ist, die invers zu der Kurve 27 ist. Die Schubkraft des entsprechenden jo
Antriebselements ist dann dem Steuersignal Si proportional.
Die Strecken 31 mit der Steigung Obei der Kurve 20 legen eine Begrenzung der Schubkraft auf einen
vorgewählten Wert fest, der kleiner als die maximal zulässige Leistung ist. wie sie durch die Kurve 28
angegeben ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt diese Linearisierung mit Hufe eines analogen Funktionsgenerators
Gemäß einer anderen Ausführungsform kann im Fall w
der Verwendung eines digitalen Rechengeräts die Kurve 30-31 durch eine Tabelle von beispielsweise
diskreten Werten näherungsweise dargestellt werden.
Das Organ 11 enthält außer dem zuvor erwähnten Funktionsgenerator einen linearen Verstärkerteil, dessen
Verstärkung, wie später noch beschrieben wird, so eingestellt werden kann, daß die Steigung der
linearisierten Kurve zwischen den Strecken 28 und 29 eingestellt wird. Da die Schubkraft des Antriebselements
auf die träge Masse des Schiffes ausgeübt wird, bo
folgt daraus, daß dessen Beschleunigung bei kleinen Bewegungen unterhalb der Begrenzungsschwelle dem
Eingangssignal Si des direkten Kanals proportional ist
der die zuvor definierten Elemente 9,10 und 11 enthält
Das Steuersignal Si resultiert seinerseits aus der
Kombination der Signale, die durch die verschiedenen Kanäle gebildet werden, die in Fig.3 durch Pfeile
angedeutet sind. Die Addierschaltung 12 bildet die Summe dieser Signale. Zur automatischen Einhaltung
der Position enthält die Regelanordnung von Fig. 3 einen Positionsregelkreis mit einem Positionsfühler 17,
der den Abstand des Schiffes 9 von einer festen Bezugsposition feststellt und ein diesem Abstand
entsprechendes Ausgangssignal liefert. Dieses Signal wird in einer Addierschaltung mit einem Sollwertsignal
verglichen, das mit Hilfe einer Einstellvorrichtung 19 fest eingestellt ist und den Sollabstand Ao darstellt. Das
Ausgangssignal der Addierschaltung 18 stellt die Regelabweichung dar, also den Positionsfehler in der
Meßrichtung des Positionsfühlers 17. Ein Koordinatentransformator 20 bekannter Art wird gegebenenfalls
dazu verwendet, die Komponenten des Positionsfehlers in dem mit dem Schiff verbundenen Koordinatensystem
zu erhalten, wenn das Bezugskoordinatensystem des Positionsfühlers 17 davon verschieden ist. Eine Korrekturschaltung
21 ermöglicht die Festlegung der Frequenzbandbreite des den Positionsfehler darstellenden
Signals. Das dadurch erhaltene Regelabweichungssignal steuert über die Addierschaltung 12 und das Organ 11
das entsprechende Antriebselement 10 im Sinne einer Beseitigung des Positionsfehlers, wodurch der Positionsregelkreis
geschlossen wird.
Zusätzlich zu dem Positionsregelkreis ist ein Beschleunigungsregelkreis
vorgesehen, der eine Beschleunigungsmeßanordnung 14 und eine Korrekturschaltung 15 enthält und sich gleichfalls über die Addierschaltung
12, das Organ 11 und das Antriebselement 10 schließt. Die Beschleunigungsmeßanordnung 14 mißt die Beschleunigung
des Schiffes 9 in der entsprechenden Richtung, im vorliegenden Fall in der ^-Richtung
(Längsrichtung des Schiffes). Sie enthält insbesondere einen Linearbeschleunigungsmesser 33 (F i g. 6), der auf
einer Plattform 32 montiert ist, die durch an sich bekannte Mittel horizontal gehalten wird. Die in F i g. 6
dargestellte bevorzugte Ausführungsform besteht darin, die Plattform mit dem inneren Kardanring eines
Vertikalkreisels 36 zu verbinden. Die gleiche horizontale Plattform 32 trägt dann auch den in der y-Achse
ausgerichteten Linearbeschleunigungsmesser 34 und den Winkelbeschleunigungsmesser 35, dessen empfindliche
Achse parallel zu der z-Achse liegt und die Winkelbeschleunigung Q7 mißt
Im allgemeinen kann diese Plattform nicht im Rotationszentrum, d. h. im »ruhenden Punkt« des
Schiffes angeordnet werden. Daraus ergeben sich bei Roll- und Stampfbewegungen Tangentialbeschleunigungen
der Plattform, deren Projektionen auf die x-Achse und auf die /-Achse von den Beschleunigungsmessern
33 bzw. 34 festgestellt werden. Durch Anbringung der Plattform im wesentlichen auf der
Vertikalen durch den ruhenden Punkt in einem Abstand d über diesem Punkt werden jedoch die die Störungen
ausdrückenden Gleichungen sehr vereinfacht
Eine Maßnahme zur Kompensation dieser Störungen, deren Prinzipschema in F i g. 7 dargestellt ist besteht
darin, zwei zusätzliche Winkelbeschleunigungsmesser 39 und 40 vorzusehen, welche die Winkelbeschleunigungen
Qx der Rollbewegungen bzw. die Winkelbeschleunigungen
Qy der Stampfbewegungen messen. Integratoren
41, 42 und 43 liefern aus den von den Winkelbeschleunigungsmessern 35,39 und 40 gemessenen
Winkelbeschleunigungen die Winkelgeschwindigkeiten Qx, Qy bzw. Q7.
Multiplizierschaltungen 44, 45 und 46 bilden das Quadrat der Winkelgeschwindigkeiten Qx und Qy sowie
das Produkt Q1 ■ Q7. Addierschaltungen 47, 48, 49, die
zugleich eine Multiplikation in Abhängigkeit von dem zuvor angegebenen Abstand d durchführen, liefern
Signale, welche die folgenden Ausdrücke darstellen:
y: = -(Ω\ + Ω]) el.
Diese Ausdrücke entsprechen den Projektionen der sich aus den Drehbewegungen ergebenden linearen
Störbeschleunigungen auf die Achsen des mit dem Schiff verknüpften Koordinatensystems, wenn die
Plattform in der zuvor angegebenen Weise montiert ist.
Diese Komponenten werden auf das mit der horizontalen Plattform 32 verknüpfte rechtwinklige
Koordinatensystem durch die Resolver 37 und 38 projiziert, welche Signale bilden, die den Störbeschleunigungen
proportional sind:
yx = yxcos T+ (y,.sin R + y.cos R) sin T,
yy = yr cos R + V; sin R .
Diese Signale werden in Addierschaltungen 50 und 51 von den Werten abgezogen, die von den Beschleunigungsmessern
33 bzw. 34 gemessen werden. Die Ausgangssignale der Addierschaltungen 50 und 51 entsprechen somit den korrigierten Längs- bzw.
Querbeschleunigungen, die in den Beschleunigungsregelkreisen für die x-Richtung bzw. die y-Richtung
verwendet werden.
Es kann jedoch auch ein vereinfachtes Kompensationsverfahren angewendet werden.
Im allgemeinen ist nämlich das Produkt der Winkelgeschwindigkeiten klein gegen die Winkelbeschleunigung;
ferner ist die Winkelgeschwindigkeit der Rollbewegung gegen den Querneigungswinkel um 90°
phasenverschoben, ebenso wie die Winkelgeschwindigkeit der Stampfbewegung gegen den Längsneigungswinkel,
wobei dieser einige Grade nicht überschreitet. Die Störbeschleunigungen können daher in folgender
vereinfachter Form geschrieben werden:
Yx" ■** äyd.
yy" = -Qxdcos R
wie in Fig.8 für die Rollbewegung dargestellt ist.
Gemäß Fig.9 werden die von den Winkelbeschleunigungsmessen:
39 und 40 gelieferten Signale durch die Addierschaltungen 50 und 51 von den Signalen der
Linearbeschleunigungsmesser 33 bzw. 34 abgezogen, mit einem Bewertungsfaktor, welcher der Multiplika
tion mit dem Abstand d entspricht, wobei die Winkelbeschleunigung Ux außerdem noch durch den
Resolver 37 geht, damit sie mit cos R multipliziert wird.
Das auf diese Weise erhaltene korrigierte Beschleunigungsmeßsignal
wird in der Beschleunigungsregelschleife der Korrekturschaltung 15 vom Proportional-Integral-Typ
zugeführt. Die Parameter der Korrekturschaltung 15 werden nach den klassischen Verfahren zur
Berechnung von Regelschleifen bestimmt und hängen offensichtlich von der Übertragungsfunktion des Schiffes
ab. Wenn die Verstärkung des aufgeschnittenen Beschleunigungsregelkreises mit G bezeichnet wird,
lautet die bekannte Formel, welche die von der Masse des Schiffes unter dem Einfluß einer Störkraft F1,
angenommene Beschleunigung wiedergibt:
r =
F11
H(X +G)
Die Beschleunigungsschleife hat also die Wirkung, daß bei kleinen Bewegungen und im Durchlaßbereich
die Trägheit des Schiffes künstlich mit (1 + G) multipliziert wird, wodurch dessen Empfindlichkeit
gegenüber Störungen entsprechend verringert wird. Ferner wird die Wirkung der Linearisierung der
Schubkraft durch das Organ 11 durch die Beschleunigungsregelung ergänzt, damit die von dem Schiff
angenommene Beschleunigung dem Befehl proportional gemacht wird, der einem der übrigen Eingänge der
Addierschaltung 12 zugeführt wird.
Die Moglicnkeit der Einstellung der Korrekturschaltung
15 in der Beschleunigungsregelschleife ergibt ferner eine sshr große Freiheit für die Einstellung der
Korrekturschaltung 21 im Positionsregelkreis, so daß eine optimale Anpassung an den verwendeten Fühler
möglich ist. Insbesondere besteht eine vorteilhafte Ausbildung der Korrekturschaltung 21 in der Anwendung
einer rekursiven Filterung, genannt Kaiman-Filterung. Das ausgefilterte Positionsfehlersignal wird der
Addierschaltung 12 über einen Umschalter 22 zugeführt.
Wenn dieser Umschalter in dem Schema von F i g. 3 in die obere Stellung gebracht wird, ist die Positionsregelschleife
offen, und die Regelanordnung empfängt das Ausgangssignal eines Potentiometers 23. Dieses Potentiometer
wird von Hand mit Hilfe einer Handsteuerung 24 mit automatischer Nullrückstellung angetrieben, was
die Einstellung der Schubkraft der Antriebselemente und die Steuerung des Fahrzeugs ermöglicht. Die
Beschleunigungsgegenkopplung macht diese Steuerung besonders weich.
Um eine kontinuierliche Anpassung der Verstärkung und der Phase der Korrekturschaltung zur Kompensation
von Änderungen der Ansprechkennlinie des Schiffes durchzuführen, wird das von der Beschleunigungsmeßanordnung
14 gebildete Signal auch einer Schaltungsanordnung 16 zugeführt, deren Ausgang mit
einem weiteren Ausgang der Addierschaltung 12 verbunden ist, wodurch ein weiterer Regelkreis gebildet
ist, der Selbstanpassungs-Regelkreis genannt wird. Ein
Ausführungsbeispiel der Schaltungsanordnung i6 ist in
Fig. 10 im einzelnen dargestellt Ein Oszillator 52 erzeugt ein Wechselspannungssignal, von dem ein
Bruchteil in die Addierschaltung 12 eingegeben wird, und dessen Frequeiiz nahe bei der Grenzfrequenz der
Beschleunigungsregelschleife gewählt ist Die sich daraus ergebende Modulation der Schubkraft in der
Größenordnung von einigen Prozent des Maximalwertes reicht aus, um eine Bewegung des Schiffes zu
verursachen, die von den Beschleunigungsmessern feststellbar ist, ohne daß der Betrieb des Schiffes in
irgendeiner Weise gestört wird. Die gemessene Beschleunigung wird Multiplizieranordnungen 53 und
54 zugeführt, die auch das Ausgangssignal des Oszillators 52 empfangen, und zwar einmal direkt und
das andere Mal mit einer Phasenverschiebung von π/2. Nach Filterung der Ausgangssignale der Multiplizieran-Ordnungen
53 und 54 durch Tiefpaßfilter 55 und 56 erhält man die gleichphasige Komponente und die um
90° phasenverschobene Komponente ν der Bewegung des Schiffes. Dieses Detektorverfahren ergibt eine
Korrelation und ermöglicht die Beseitigung aller Signale, die nicht mit der angelegten Schwingung
synchron sind, insbesondere der vom Seegang stammenden Signale. Eine aus dem Resolver 57, dem Motor
59 und seinem Regelverstärker 58 bestehende bekannte Anordnung liefertjiufjjrund der Komponenten ii und ν
den Betrag A = ]fu2 + v2 und die Phase arc tg u/v der
synchronen Beschleunigung. Diese Werte werden mit einer bei 60 voreingestellten Amplitude bzw. einer bei
61 voreingestellten Phase verglichen, und die Abweichungen werden in einem Verstärker 62 bzw. 63
verstärkt, damit die Verstärkung des linearen Verstärkerteils, der gemäß der vorstehenden Beschreibung im
Organ 11 enthalten ist, sowie die Zeitkonstanten des Korrekturnetzwerkes 15 in geeigneter Richtung gesteuert
werden.
Der Block 25 von F i g. 3 steht für die Gesamtheit der
Fühler von an sich bekannter Art, v/elche die Kraft und Richtung des Windes, der Strömung und des Seegangs
messen. Die von diesen Fühlern gelieferten Signale werden einer Schaltungsanordnung 26 zugeführt,
welche das physikalische System 13 simuliert. Die Kräfte und Drehmomente, die sich aus dem Einfluß
eines Windes der Geschwindigkeit Kund der Richtung φ,, ergeben, können nach den folgenden bekannten
Formeln berechnet werden:
Fx,
Fn.
C1.
C1.
— />S1. K1.2 C„sin ψ,..
— pSrLK2Clvs\n2ip,
Darin sind ρ die Dichte der Luft, S, eine Bezugsfläche
des über Wasser liegenden Teils des Schiffes, L die Länge des Schiffes und C1* C)v, Qv die aerodynamischen
Koeffizienten, die an einem Modell im Windkanal gemessen worden sind. Ähnliche Formeln drücken die
Wirkungen der Strömung auf den Unterwasserteil des Schiffes aus, wobei die hydrodynamischen Koeffizienten
durch Modellversuche in einem Schleppkanal bestimmt werden.
Der Einfluß des Seegangs ist komplizierter, doch kann die mittlere Schubkraft näherungsweise durch
Gleichungen gleicher Form bestimmt werden, die aus Schleppkanalversuchen abgeleitet werden.
Die Organe 25 und 26 bilden somit einen »Vorwegnahmekreis«, der Signale liefert, welche den Einfluß der
Störkräfte vorwegnehmen, bevor dieser Einfluß von den Positionsfühlern und den Beschleunigungsmessern festgestellt
wird.
F i g. 11 zeigt ein Ausführungsschema der Schaltungsanordnung
26. Diese analoge Simulierung zeigt sehr gut das Verfahren der Bildung der Vorwegnahmeglieder,
doch ist sie nicht als Einschränkung anzusehen, sondern es ist auch beispielsweise eine digitale Berechnung
dieser Glieder möglich.
Eine Multiplizierschaltung 64 bildet das Quadrat der Geschwindigkeit Vv mit einem Maßstabsfaktor, der die
erhaltene Spannung in Übereinstimmung mit dem Wert
öS, V,2/2 bringt. Ein Resolver 65, der auf einem Winkel
i/i, eingestellt wird, multipliziert diese Spannung einerseits mit cos ψ, und andererseits mit sin i/\. Das
cos ψι-Glied wird seinerseits durch einen Resolver 66
mit sin ψ,, multipliziert, was eine Resultierende ergibt, die dem Wert sin 2 ψ, proportional ist. Multiplizierschaltungen
67, 68, 69 bilden dann das Produkt dieser drei Glieder mit den entsprechenden Koeffizienten C,,,
C1, bzw. Ch-. Nun sind aber bekanntlich diese
Koeffizienten nicht vollkommen konstant, sondern sie ändern sich in Abhängigkeit von der Richtung ψ,. Sie
werden deshalb in Abhängigkeit von dem Winkel φ, von
analogen Funktionsgeneratoren 70,71 bzw. 72 gebildet, welche die aus Modellversuchen abgeleiteten Kurven
wiedergeben.
Die gleichen Operationen werden von der Schaltungsgruppe
76 auf Grund der Parameter durchgeführt, welche die Strömung bzw. den Seegang betreffen. Die
erhaltenen Spannungen werden von Addierschaltungen 73, 74, 75 addiert, wodurch die Erwartungssignale F'xp,
F'yp, Cp gebildet werden, die der Addierschaltung 12 der
entsprechenden Regelanordnung zugeführt werden. Die auf diese Weise gesteuerten Antriebselemente wirken
dann den auf das Schiff ausgeübten äquivalenten Störungen Fxp, Fyp bzw. Cp entgegen.
Die Berechnung der äußeren Störkräfte ermöglicht noch die Bestimmung der resultierenden Richtung
dieser Kräfte in vorteilhafter Weise. Die Komponenten F\p und F'yp werden zu diesem Zweck dem Resolver 77
von Fig. 12 zugeführt, der seinerseits durch einen Verstärker 78 und einen Motor 79 entsprechend der
bereits in Fig. 10 dargestellten bekannten Anordnung stellungsgeregelt wird. Der cos-Ausgang des Resolvers
stellt den Betrag Fp der Gesamtstörung dar, während die
Winkelstellung dem Winkel ψΡ entspricht. Nun ist es
bekannt, daß die vom Wind oder der Strömung ausgeübte Schubkraft am kleinsten ist, wenn das Schiff
dem Wind bzw. der Strömung zugewandt ist. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn als Fehlersignal der
Drehmomentregelanordnung nicht mehr die Abweichung in bezug auf den eingestellten Kurswinkel Θο
verwendet wird, sondern das Ausgangssignal eines Resolvers 83, der auf den gleichen Winkel ipp eingestellt
wird. Diese Umschaltung erfolgt durch die Umschaltkontakte eines Relais 82, das durch eine Vergleichsschaltung
80 erregt wird, wenn der Betrag Fp der äußeren Störungen einen Schwellenwert überschreitet,
der mit Hilfe eines Potentiometers 81 eingestellt wird.
Die beschriebene Anordnung kann in allen Fällen angewendet werden, in denen ein Schiff eine vorbestimmte
Position allein mit Hilfe seiner Antriebselemente einhalten soll. Eine besonders interessante Anwendung
betrifft die Schiffe zur Durchführung von Unterwasserbohrungen und von ozeanographischen
Untersuchungen. Die Anordnung eignet sich auch für Unterwasserfahrzeuge, welche zum Auffinden von
Wracks dienen oder Operationen an den Bohrlochköpfen durchführen, wobei die Vorteile der beschriebenen
Anordnung sowohl bei der Einhaltung eines festen Punktes als auch bei diffizilen Annäherungs- und
Kontaktaufnahmemanövern in Erscheinung treten. Diese Navigationseigenschaften sind femer auch für die
Bewegungen und das Anlegen von großen Schiffen, insbesondere von Riesentankern vorteilhaft
Hierzu 6 Blatt Zeichnuncen
Claims (8)
1. Anordnung zur dynamischen Einhaltung der Position und zum Steuern eines Wasser- oder
Unterwasserfahrzeugs mit in wenigstens zwei Koordinatenrichtungen wirkenden Antriebselementen
unter Verwendung von Positions- und Kursfühlern, die der Istposition bzw. dem Istkurs entsprechende
Signale erzeugen, welche über Positionsregelkreise die Betätigung der Antriebselemente im
Sinn einer Beseitigung der Abweichung von der Sollposition bzw. dem Sollkurs steuern, dadurch
gekennzeichnet, daß Beschleunigungsmeßanordnungen vorgesehen sind, die auf die Linearbeschleunigungen
in der Längs- und Querrichtung sowie auf die Winkelbeschleunigung um die vertikale Acb.se ansprechen, und daß jedem Fositionsi
egelkreis ein Beschleunigungsgegenkopplungskreis großer Bandbreite zugeordnet ist
2. Anordnung nach Anspruch I, gekennzeichnet durch eine Vorwegnahmeschaltung, welche Signale
erzeugt, die den auf Grund der herrschenden Wind-, Strömungs- und Seegangsverhältnissen zu erwartenden
Kräften und Drehmomenten entsprechen, und daß diese Signale in die Regelanordnung derart
eingeführt werden, daß sie die Antriebselemente zur Erzeugung entgegengesetzt wirkender Kräfte und
Drehmomente steuern.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Schaltung zur automatischen
Korrektur des Verhaltens des Schiffes mit einer Anordnung zur Einführung eines Wechselsignals in
die Regelanordnung, einer Anordnung zur Korrelation des Wechselsignals mit den Ausgangssignalen
der Beschleunigungsmeßanordnung und mit einer Anordnung zur Steuerung der Verstärkung und der
Phase von in den Regelkreisen enthaltenen Korrekturschaltungen zur Aufrechterhaltung eines konstanten
Gesamtverhaltens.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Linearisierung der
Ansprechkennlinie jedes Antriebselements in die Regelkreise ein Organ eingefügt ist, dessen Amplitudenkennlinie
invers zu der Ansprechkennlinie des zugeordneten Antriebselements ist.
5. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche
Winkelbeschleunigungsmesser zur Messung der Winkelbeschleunigungen um die Längsachse und die
Querachse des Fahrzeugs vorgesehen sind, und daß die Linearbeschleunigungsmeßanordnungen Anordnungen
enthalten, welche die sich aus diesen Winkelbeschleunigungen ergebenden Störgrößen in
der Längs- und Querrichtung berechnen und von den gemessenen Linearbeschleunigungen abziehen.
6. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwegnahmeschaltung eine
Anordnung enthält, welche aus der Messung des Windes, der Strömung und des Seegangs die
resultierende Richtung der Störungen berechnet und die Drehbewegung des Schiffes derart regelt, daß
das Schiff dieser Resultierenden zugewandt ist, wobei diese Regelung an die Stelle der Einhaltung
eines Sollkurses tritt, wenn die berechnete Gesamtschubkraft einen bestimmten voreingestellten Wert
überschreitet.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch eine Umschaltvorrichtung, welche den Positionsregelkreis vom Ausgang der
Positionsfühler auf eine handbetätigte Vorrichtung zur Erzeugung eines Steuersignals umschaltet
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltvorrichtung entsprechend
den vorhandenen Regelanordnungen derart unterteilt ist, daß die Handsteuerung wahlweise in
einer oder mehreren Regelanordnungen an die Stelle der automatischen Positionsregelung treten
kann.
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