DE2407742B2 - Verfahren zum feuersichermachen von cellulosehaltigen fasermaterialien unter verwendung von phosphono-propionamidderivaten - Google Patents
Verfahren zum feuersichermachen von cellulosehaltigen fasermaterialien unter verwendung von phosphono-propionamidderivatenInfo
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Description
R1O
OR3
/I!
R2O O
PCH2CH2CNHCH2OCH2NHCCH2Ch2P
in der R1 bis R4 gleiche oder verschiedene Alkyl-,
Alkenyl- oder Alkoxialkyl-Gruppen mit nicht mehr als 10 Kohlenstoffatomen bedeuten, imprägniert,
dann bei einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis 200°C getrocknet und
schließlich bei einer Temperatur von 120 bis 200'C über eine Zeitdauer von 30 Sekunden bis
■|i\
O OR4
10 Minuten ausgehärtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Phosphorverbindung der allgemeinen Formel (I) verwendet wird, in der R1 bis
R4 jewei's Afkyi- oder Halogenaikyl-Gruppen mit
nicht mehr als 4 Kohlenstoffatomen bedeuten.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Feuersichermachen von cellulosehaltigen Fasermaterialien
unter Verwendung von Phosphono-propionamid-derivaten.
LJm cellulosehaltige faserige Materialien feuersicher
zu machen, ist herkömmlicherweise das Harnstoff-Phosphat-Verfahren angewendet worden, das
/ B. in der japanischen Patent-Veröffentlichung 4950/ 1962 beschrieben worden ist. Der auf diese Weise
behandelte Stoff besitzt jedoch viele Nachteile, wie z. B. geringe Beständigkeit gegen Waschen, grobe
Oberfläche oder Finisch und sowohl äußerst schlechten Griff als auch stark verringerte Festigkeit.
Als ein relativ neues Verfahren ist das in der japanischen Patentschrift 691 726 beschriebene Ver-
R1O
fahren bekanntgeworden. So wird z. B. in dieser Patentschrift beschrieben, daß die N-methylolierten
Phosphorverbindungen mit Methylenätherbindung, die durch Kondensation in Anwesenheit eines organischen
Lösungsmittels wie z. B. Toluol oder Benzol von 3 - Dimethylphosphonopropionsäure - methylolamid
und anschließende Methylolierung mit einem zur Erzeugung von Formaldehyd fähigen Reagens
erhalten werden, zum Feuersichermachen von cellulosehaltigen faserigen Materialien geeignet sind. In
den Zeilen 17—19 von Spalte 21 der veröffentlichten
Beschreibung dieses Patentes wird jedoch klar gezeigt, daß die Zwischenverbindungen, die keine Methylolierung
erfahren, das sind die Verbindungen, die durch die folgende allgemeine Formel (I)
OR3
PCH2CH2CNHCH2OCh2NHCCH2CH2P
R2O OO OO OR4
wiedergegeben werden, worin R1 bis R4 gleiche oder
verschiedene Alkyl-, Alkenyl- oder Alkoxyalkyl-Gruppen
darstellen, keine ständige flammhemmende Wirkung auf Baumwollfasern ausüben.
Andererseits riechen die N-methylolierten, eine Methylenäther-Bindung tragenden Phosphorverbindungen,
die bei dem in der oben angegebenen japanischen Patentschrift 691 726 beschriebenen Verfahren
verwendet werden, selbst nach Formaldehyd und neigen darüber hinaus zur leichten Bildung von
Formaldehyd im Verlauf der Flammtestausrüstung von cellulosehaltigen faserigen Materialien, wodurch
der Nachteil auftritt, daß der Arbeitsbereich oder die Umgebung äußerst stark verschlechtert wird.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 2127313 oo
sind nun Flammschutzmittel bekannt, die von 3-(Dialkyl - phosphono) - propionsäure- N - methylolamiden
oder 3 - (Dialkyl - phosphono) - propionsäurcamidcn ausgehen. Das phosphorhaltige Produkt zur Feucrsichcrmachung
von cellulosehaltigen! Fasermalerial ds
wird dabei durch Selbslkondensation aus dem N-Me-Ihylolamid
erhallen. Jedoch handelt es sich bei den Umsctzunusproduktcn um ein Gemisch von Selbslkondensationsprodukten,
dessen Zusammensetzung nicht näher definierbar ist. Ferner wird das bekannte phosphorhaltige Kondensationsprodukt in Form einer
Schicht auf das zu behandelnde Material aufgebracht und überzieht dieses mit einem Harzfilm. Hierdurch
wird die Oberfläche der behandelten Materialien rauher, das gesamte Material verliert seinen weichen
Griff, und die anhaftende aufgebrachte Schutzschicht erfordert Sorgfalt beim Waschen, weil die Beständigkeil
des behandelten cellulosehaltigen Materials gegenüber Waschen verringert ist.
Demgegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Feuersichermachen von
cellulosehaltigen Materialien unter Verwendung von Phosphono-propionamid-derivaten zu schaffen, bei
dem trotz der flammhemmenden Wirkung das cellulosehaltige Material weich und griffig belassen wird
und die Beständigkeit des cellulosehaltigen Materials gegen Waschen nicht herabgesetzt wird. Ferner sollen
bei dem Verfahren keine lästigen Aldchyddämpfe auftreten.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, das dadurch gekenn-
zeichnet ist, daß das cellulosehaltige Material in einem Behandlungsbad mit einer 5-bis 80%igen Lösung einer
Phosphorverbindung der allgemeinen Formel (I)
R1O
OR3
PCH1CK CNHCH1OCH1NHCCH2Ch2P^
/Il " Ί " " Il !:\
R2O OO OO OR4
in der R1 bis R4 gleiche oder verschiedene Alkyl-.
Alkenyl- oder Alkoxialkyl-Gruppen mit nicht mehr als 10 Kohlenstoffatomen bedeuten, imprägniert,
dann bei einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis 200 C getrocknet und schließlich bei
einer Temperatur von 120 bis 200 C über eine Zeitdauer von 30 Sekunden bis 10 Minuten ausgehärtet
wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird eine Phosphorverbindung der allgemeinen Formel (I) verwendet, in
der R1 bis R4 jeweils Alkyl- oder Halogenalkyl-Gruppen
sind, die nicht mehr als 4 Kohlenstoffatome aufweisen. Insbesondere können dabei alle Reste R1
bis R4 Methylgruppen, Isopropylgruppen oder Chloräthylgruppen
sein.
Hergestellt wird die Phosphorverbindung der allgemeinen Formel (I) durch Kondensation eines Phosphono-propionamids
mit Paraformaldehyd in Anwesenheit von einem Säurekatalysator.
Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Phosphorverbindung unterscheidet sich von
dem aus der deutschen Oflenlegungsschrift 21 27 313 bekannten polymeren Reaktionsprodukt dadurch,
daß sie statt einer Methylenbindung eine Methylenätherbindung aufweist und dadurch auch in ihrer
Wirkung von der bekannten Verbindung verschieden ist. Während die bekannte Phosphorverbindung ihre
Wirkung als Schicht auf dem behandelten cellulosehaltigen Material entfaltet, reagiert die erfindungsgemäße
Verbindung durch Aufbrechen der Methylenätherbindung mit den OH-Gruppen der Cellulose,
ohne daß auf der Oberfläche des zu behandelnden Materials ein Harzfilm ausgebildet wird. Das derart
behandelte faserförmige Cellulosematerial ist daher auch nach der Behandlung noch außerordentlich
weich und griffig und besitzt eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Waschen.
Da es sich bei der erfindungsgemäß verwendeten Verbindung (I) um eine einheitliche Substanz handelt.
R1O
ίο die auch bei der Reaktion mit den OH-Gruppen des
Cellulosematerials keinen Formaldehyd abspaltet, ergibt sich der weitere Vorteil, daß beim Arbeiten
keinerlei Belästigungen durch Aldehydentwicklung auftreten.
Wenn cellulosehaltige faserige Materialien nach dem Verfahren der Erfindung der Behandlung zum
Feuersichermachen unterworfen werden, wobei die Phosphorverbindungen nn; einer Meihvlcnätherbindung
jedoch ohne N-Methylol-Gruppen verwendet werden, wie sie durch die oben beschriebene allgemeine
Formel (I) wiedergegeben werden, wird diesen Materialien Feuerfestigkeit verliehen, ohne daß sie
ihre Beständigkeit gegen Waschen oder ihren guten Griff verlieren.
ö Weiterhin ist es durch das Verfahren der Erfindung
möglich, die Arbeitsumgebung bei der Behandlung zum Fcuersichermachen von cellulosehaltigen faserigen
Materialien extrem zu verbessern. Außerdem sind die beim erfindungsgemäßen Verfahren einge-
jo setzten Phosphorverbindungen (I) leicht herzustellen.
Die Zeichnung zeigt ein Infrarotabsoi ptionsspek-'.rum
einer erfindungsgemäß verwendeten Verbindung (I) mit Methylenätherbindung, jedoch ohne
Methylol-Gruppen, und zwar des N.N"-Ox\mcth\- lenbis(dimethylphosphonopropion)amids.
Das Verfahren zur Herstellung der Phosphorverbindungen (I), die für das erfindungsgemäße Verfahren
geeignet sind, ist in keiner Weise auf ein spezielles Verfahren beschränkt, und es kann eine Vielzahl
aerartiger Verfahren verwendet werden.
Hauptsächlich werden die folgenden drei Verfahren bevorzugt:
Das erste Verfahren umfaßt die Kondensationsreaktion unter Dehydratisierung in Anwesenheit eines
Säurekatalysators, wie z. B. p-foluolsulfonsäurc. des
Monomethylol-Derivats eines 3-Dialkvlphosphonopropionamids,
wie es auch in der japanischen Patentschrift 6 46 127 beschrieben ist. und zwar nach der
folgenden Gleichung (1):
-H2O 2 PCH2CH2CNHCh2OH
(D
R, O O
Auf diese Weise sind jedoch die Phosphorverbindungen (I) nur schwer mit relativ hoher Reinheit zu
erzeugen, und es besteht die Neigung, daß ein Geruch nach Formaldehyd in dem Produkt verbleibt.
Das zweite stärker zu bevorzugende Verfahren umfaßt die Kondensation von N.N'-Oxidimethylenbisacrylamid
mit einem Diester der phosphorigen Säure entweder in Anwesenheit eines Lösungsmittels, wie
z. B. Dioxan. oder ohne Lösungsmittel in Anwesen· melhylai. wie es in der folgenden Gleichung (2) angeheil
eines hasischen Katalysators, wie z. B. Natriumgeben
ist:
CH2 CHCNHCH2
O
O
R, O
R, O
POIl
Bei dieser Herstellung der Phosphorverbindungen
III isl jedoch das Verfahren zur Herstellung von
N.N'-Oxidimcthylenbisiicryhiniid, das als Ausgangsmalerial
verwendet wird, relativ kompliziert, und darüber hinaus üben die Verunreinigungen, die in
dem N,N -Oxidimethylenbisaaylamid enthalten sind,
bemerkenswerte nachteilige Wirkungen auf den Katalysator für die oben in Gleichung (2) angegebene
Reaktion aus. wodurch die Notwendigkeil zur Reinigung
entsteht, wie /.. B. durch Umkristallisation. Als l-'olge davon werden die auf diese Weise erhaltenen
Phosphorverbindungen (I) relativ teuer.
Das dritte am meisten zu bevorzugende Verfahren umfaßt die Kondensationsreaklion eines Phosphonopropionamids
in Anwesenheit eines Säurekalalysalors mil Formaldehyd, wobei direkt die Phosphorverbindung
(I) erzeugt wird, wie es in der folgenden
Gleichung (3) angegeben ist:
R1O
2 V(H2CH2CNH2 + 2CH2O^ ^ (I) 4 ||ü
/Il Il
R7O O O
Hs ist dem Fachmann weitgehend bekannt, daß phonopropionamid bei der Kondensationsreaklion
sich die Melhylcnbisamid-Verbindung bildet, wenn 20 mit Formaldehyd in die Methylenverbindung (II)
ein Säiireamid unler sauren Bedingungen mit Formaldehyd
kondensiert wird. Also wird auch das Phosumgcwandelt, wie es durch die folgende Gleichung (4)
angegeben ist:
R1O
PCH2CH2CNH2 4 CH2O
/Il Il
R2O O
R1O
OR1
PCH2CH2CNHCh2HNCCH2CH2P
/Il Il Il Il \
R2O OO OO OR2
(II) + H2O
Die Bildung der Methylenverbindung in Übereinstimmung mit der Reaktion, die in der Gleichung (4)
angegeben ist. findet jedoch nur statt, wenn der pH des Reaktionssystems stark sauer, d. h. nicht höher
als 0.5 ist. Wenn der pH des Reaktionssystems in dem Bereich von 0,5 bis 5 liegt, tritt sie nicht ein, und es
wird die Phosphorverbindung (I) gebildet, wie dies in Gleichung (3) angegeben ist. Wenn also die Kondensationsrcaktion
eines Phosphonopropionamidsmit Formaldehyd unter sauren Bedingungen durchgeführt
wird, so ist es möglich, durch genaue Einstellung des pH-Wertes in dem Reaktionssystem nur die
Phosphorverbindung (I) mit Methylenätherbindung zu erzeugen, ohne die Methylenverbindung (II) zu
bilden.
Der optimale pH-Wert in dem Reaktionssystem zur Erzeugung der Phosphorverbindungen (I) wird
bis zu einem gewissen Grad mit der Reaktionstemperatur variieren, obgleich er im allgemeinen in dem
Bereich von 0,5 bis 5 und bevorzugt im Bereich von 2 bis 4 liegt. Die Verwendung eines pH-Wertes
außerhalb dieses Bereiches ist nicht möglich, da, wenn der pH-Wert des Reaktionssystems in dem stark
sauren Rereirh vnn njch! höher als 0,5 liegt, sich die
Methylenverbindungen (II) bilden, und da, wenn der pH-Wert des Reaktionssystems nicht niedriger als 5
ist, eine höhere Temperatur und eine längere Reaktionszeit erforderlich sind, wodurch Nebenreaktionen
hervorgerufen werden, wie z. B. die Cannizzaro-Reaktion von Formaldehyd, die hydrolytische Reaktion
der Amid-Gruppe und die hydrolytische Reaktion v">n Phosphorsäureester.
Als Säuresubstanzen zur Einstellung des pH-Wertes in dem Reaktionssystem auf 0,5 bis 5 können anorganische
Säuren wie z. B. Chlorwasserstoffsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure, organische Säuren wie
z. B. p-Toluolsulfonsäure und stark saure Ionenaustauschharzc
verwendet werden.
Die Reaktionstemperatur sollte in Abstimmung mit dem pH-Wert des Reaktionssystems gewählt
werden, obgleich sie im allgemeinen im Bereich von 30 bis 140 C und höher, vorzugsweise im Bereich
von 50 bis 90 C, liegt.
Als Formaldehydquelle kann in diesem Verfahren irgendeine beliebige Verbindung verwendet werden,
die in der Lage ist. Formaldehyd unter sauren Bedin
gungen abzugeben, z. B. Polyoximethylendialkyläther,
Trioxan, Tetraoxan, Paraformaldehyd oder eine wäßrige Formaldehydlösung. Besonders geeignete Formaldehydquellen sind Paraformaldehyd mit einer Aldehyd-Konzentration von nicht mehr als 80 Gew.-%,
und wäßrige Formaldehydlösungen, da mit ihnen die Umsetzung gemäß Gleichung (3) besonders leicht
durchzuführen ist.
Die in Gleichung (3) angegebene Reaktion ist eine Gleichgewichtsreaktion. Es ist daher zum Erreichen
vollständiger Umwandlung der Ausgangsmaterialien in die Phosphorverbindungen (I) erforderlich, sowohl
das als Nebenprodukt angefallene Wasser als auch das in der Formaldehydquelle enthaltene Wasser aus
dem Reaktionssintern zu enIreinen, /um Entfernen
von Wasser aus dem Rcaktionss\slcm genügt es. das Wasser unter Normaldruck alvudeslilliereii. Um
Nebenreaklionen /u unterdrücken oder das Verdampfen der 1 oimaldchvdquclle zu verhindern isi
es jedoch vorteilhaft, das Wasser unter verringertem
Druck ab/udestillieien oder es azeotrop zu entfernen.
Als Lösungsmittel zur Verwendung in der azeolropen Destillation werden herkömmlieherweise solche Lösungsmittel
verwendet, die sich nach dem Abkühlen von der flüssigen Phase trennen, z. B. Benzol. Toluol.
Cyelohexan ;>der Tetrachlorkohlenstoff.
Die Methylenäthcrbindung in den durch die oben aufgezählten verschiedenen Verfahren erhaltenen
Phosphorverbindungen (I) kann leicht quantitativ bestimmt werden, z. B. durch Infrarotabsorptionsspektroskopie
oder durch die chemische Analyse, in der der Formaldehydgehalt nach Zersetzung in einer
verdünnten wäßrigen Säurelösung quantitativ bestimmt wird.
In den bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
Phosphorverbindungen (1) sind R1 bis R4
gleiche oder verschiedene Alkyl-. Alkenyl- oder AIkoxialkyl-C.lruppcn,
wobei jede Gruppe nicht mehr als IO Kohlcnstoffatomc. vorzugsweise nicht mehr als
4 Kohlenstoffatome, besitzt. Von diesen Gruppen werden die Alkyl- und Halogenalkyl-Gruppen bevorzugt,
und R1 bis R4 sind jeweils vorzugsweise Methyl-.
Isopropyl- oder Chloräthyl-Gruppen.
Zur Beschleunigung der bei dem erlindungsgemäßen VCrHiI-On staltfindenden Reaktion der zellulosehaltigen
Materialien mi1 den Phosphoi \erbinilmiL'cn
(Il kämmen Milche Katalysatoren -n Frage,
wie sr" hciktimmlichcrwei.se zum Harten von Aminoaldclndha'ven
verwendet werden, z. B. Ammoniumchlorui
1 'rihophosphorsäure. Magnesiumchlorid,
/mkiiitra! ■ · /mkborfluorid.
I >u Kim-, lUi.uitin iler Phosphorverbindung (1) in
'.-■ii !".'im crfinuiingsp-rnäßen Verfahren verwendeten
iichandluni."-ba<l kann mit dem gewünschten Grad
der FlamnienbeMändii-'kcit. der verliehen werden soll,
vanieren. Sie heut jedoch in dem Bereich von 5 bis
^H(It-W-0O und bevorzugt in dem Bereich von 20
Hiv. 50 Gew.-1V
/um imprägnieren eines zellulosehaltigen Malerials mit der oben beschriebenen Behandlungslösung
kann eine Vielfalt bekannter Verfahren angewendet werden, wie ζ. Β Pressen zwischen Walzen. Sprühen
oder Zentrifugieren. Die Art des Trocknens ist beliebig, und in der Praxis ist die Trocknung bei einer
beliebigen Temperatur zwischen Raumtemperatur und 200 ( ausreichend. Die Aushärtung der beim
erfindungsgemäßen Verfahren auf da> cellulosehaltig
Fasermaterial aufgebrachten Phosphorverbindung Mi
läßt sich bei Temperaturen in der Größenordnung von 120 bis 200 C über Zeitdauern von 30 Sekunden
bis 10 Minuten zufriedenstellend durchführen.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren können auch Aminoaldehydharze zusammen mit den Phosphorverbindungen
(I) verwendet werden. Als solche Aminoaldehydharze kommen die Reaktionsprodukte einer
Vielzahl von niedermolekularen Aminoverbindungen, die üblicherweise als Ausgangsmaterialien fur die
Herstellung von Aminoaldehydharzen verwendet werden, in Frage, z. B. die Reaktionsprodukte von Harnstoff.
Melamin, Thioharnstoff, Äthylenharnstoff, Guanidin oder Uron, mit Formaldehyd sowie auch
die alkoxilierten Derivate dieser Reaktionsprodukte
Wenn derartige Aminoaldehydharze zusammen mi den Phosphorverbindungen (I) verwendet werden
werden die Arbeitsumgebungen wegen der Erzeugung von Formaldehyd äußerst stark verschlechtert. Wem
die Phosphorverbindungen (1) gemäß dem Verfahret der Erfindung allein verwendet werden, tritt keim
Erzeugung von Formaldehyd ein, und daher werdet die Arbcitsumgebungen in keiner Weise verschlcch
tert. Auch im Hinblick darauf ist die alleinige Ver wendung der Phosphorverbindungen (I) viel vorteil
hafter.
Spezielle Ausführungsformen der Erfindung weiden nun anhand von Beispielen näher erläutert.
Eine Lösung von !84 g (1 Mol) N.N'-Oximethylen
bis-acrylamid und 242 g (2.2 Mol) Dimcthylphosphi in 300 cm1 Dioxan wird auf 40 C erhitzt und eini
methanolische Natriummethylatlösung (8 g Natrium K)Og Methanol) als Katalysator portionsweise untei
Rühren hinzugegeben. Nach der Zugabe von etw; 2 , des Volumens der Natriummethylallösung finde
eine exotherme Reaktion statt, und die Rcaktions temperatur steigt an. Danach wird der Katalysatoi
portionsweise auf eine solche Weise zugegeben, dal die Reaktionstemperatur auf 80 C gehalten wird
Nach Beendigung der Zugabe des Katalysators wire das Rühren bei der gleichen Temperatur et\v£
1 Stunde lang zur Vervollständigung der Reaktior fortgesetzt. Die Rcaklionsmischung wird unter ver
ringertcm Druck destilliert, um Dioxan und über schüssiges Dimethylphosphit zu entfernen, worauf
hin 407 g N.N'-Oximethylenbis(dimethylphosphono propionlamid (allgemeine Formel (I): R, bis R,
= CHj] als eine klare viskose Flüssigkeit crhalter werden.
In diesem Produkt wird kein freier Formaldehyc gefunden, es enthält jedoch gebundenen Formalde
hyd. und zwar zu 0.08% in Form von Methylol· gruppen und zu 14.71% in Form von Methylenäther·
gruppen. Hieraus ist zu entnehmen, daß das Produki 99.1 %ige Reinheit besitzt.
Das Infrarotspektrum für dieses Produkt ist ir Fig. 1 dargestellt.
Ein Baumwollkörper wird dann in einem wäßriger Behandlungsbad, das 30% nach obiger Vorschrifi
hergestelltes N,N' - Oximethylenbis(dimethylphos
phonopropion)amid und 0,4% Ammoniumchloric enthält, behandelt, bei 90' C getrocknet und 4 Minu
ten bei 150 C ausgehärtet. In dem nach dem Wascher ausgeführten Flaminbeständigkeitstest zeigt der be
handelte Stoff Unbrennbarkeit.
L!m das Verfahren der vorliegenden Erfindung mi
dem aus der deutschen Offenlegungsschrift 212731:
bekannten Verfahren zu vergleichen, wird der fol gende Testversuch durchgeführt.
3-(Dimethvlphosphono)-propionsäure-N-methylol· amid wird in Übereinstimmung mit dem in der deutschen Offenlegungsschrift 2127 313 angegebener
Herstellungsverfahren II hergestellt.
In einem Rührkolben von 500 Raumteilen Inhalt welcher mit Wasserabscheider und Thermometei
versehen ist, werden 264 Teile einer 80%igen wäßrigen Lösung von 3-(Dimethylphosphono)-propionsäure-N-methylolamid. 1 Teil p-ToluolsuIfonsäure-
monohydrat und 200 Teile Benzol unter raschem Rühren zum Sieden gebracht. Innerhalb von etwa
3',Ί Stunden werden 59.8 Teile Wasser azeotrop abgeschieden.
Das Benzol wird hierauf durch ToIiU)I crselzl und beim Siedepunkt des Toluols die Selbslkondensalion
in 48 Stunden zu Ende geführt. Es werden so insgesamt 69 Teile Wasser enthalten, was
nach Abzug des im Ausgangsprodukt enthaltenen Wassers 16,2 Teile Wasser ergibt, welches bei der
Kondensation gebildet wird. Anschließend wird das Toluol weitgehend entfernt, das Reaklionsprodukt
in 80 Teilen Methanol gelöst und filtriert und dann das Methanol und Rest menge von Toluol im Vakuum
bei etwa 50 C abdestilliert. Man erhält 165 Teile eines opalgctriibtcn sirupösen Produktes, welches
noch 1.8 Teile Total-Formaidchyd enthält. Hiervon liegen 0.95 Teile als freier Formaldehyd und 0.02 Teile
als Formaldehyd in Methylenätherform vor
Daraufhin wird ein Baumwollkörper in einem Behandlungsbad
behandelt, das eine 30%ige wäßrige Lösung von dem oben erhaltenen Polykondensationsprodukt
enthält. Dani wird das Ge ehe dem Test auf Flammbeständigkeit unterworfen. Bei dem Test
wird eine beträchtliche Menge Formaldehyddampf erzeugt, und es ist aus diesen Testergebnissen abzuschätzen,
daß es zu einem Problem bezüglich der Umweltverschmutzung führt, wenn dieses Verfahren
in industriellem Maßstab angewendet wird.
Fs ergibt sich daher, daß das Verfahren der DT-OS 21 27 313 mit dem ernsten Nachteil der Erzeugung
von Formaldehyd behaftet ist, der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht beobachtet wird.
Unterschiede in der flammfestmacherden Wirkung können zwischen dem oben angegebenen PoIykondensat
und den erfindungsgemäß verwendeten N.N-Oximethylenbis(phosphonopropion)amiden
nicht beobachtet werden.
R1O
10
B e i s ρ i e I 2
Proben eines Baumwollkörpers werden mit der in nachfolgender Tabelle genannten abgewandelter
N,N'-Oximethylenbis(phosphonopropion)amiden behandelt. Die Zusammensetzung der entsprechenden
Behandlungsbäder sowie die Ergebnisse des Flammbeständigkcitstests
vor und nach dem Waschen sind gleichfalls in der Tabelle angegeben.
Das Behandlungsverfahren ist folgendes: Der Stoff wird nach der Imprägnierung aufgenommen
(80 Gew.-% Aufnahme), 4 Minuten bei 9O1C getrocknet
und 4 Minuten bei 1500C gehärtet.
Der gehärtete und getrocknete Stoff wird 10 Minuten lang bei 40"C mit einer wäßrigen 0,2gcw.%igen
Natrium-alkylbenzolsulfonat-Lösung eingeseift und dann 5 Minuten mit Wasser gespült. Dieses Verfahren
wird fünfmal wiederholt.
Der endgültig getrocknete Stoff wird als 'feststoff nach dem Waschen verwendet.
Der Flammenbeständigkeitstest wird nach dem japanischen industriellen Standardmeßverfahren.
Japanese Industrial Standards (JIS)-L-1091 A-I. durchgeführt. Dieses Testverfahren ist das 45°-Mikrobrennervcrfahren.
Der Teststoff wird über einen 25 χ 15-cm-Rahmen gespannt und in einer Verbrennungstestkammer
unter einem Winkel von 45' angeordnet. Der Mikrobrenner wird gezündet, der
Stoff 1 Minute lang erhitzt und die Flammzeit als die Zeitdauer vom Ende des Erhitzens bis zu dem
Punkt, bei dem das Flammen des Teststoffes endet, bestimmt. Der Mikrobrenner ist vorher in solch einer
Weise eingestellt worden, daß die Länge der Flamme 4,5 cm beträgt und die Spitze derselben mit dem Teststoff
in Kontakt steht. Anschließend wird der Teststoff von dem Rahmen abgetrennt und die verkohlte
Länge und der verkohlte Bereich bestimmt.
OR1
PCH,CHXNHCH2OCH2NHCCH2CH,P
/ii " ΊΙ Il *|l\
R2O OO OO OR2
Behandlumishad Kiew.-"·«
aktives
MiUd
MiUd
XO"r,igc
wiißr
Mcthoxy-
mcthylol-
mclumin-
Lösung
LC-!
| Vor dem Waschen | ver | Hamm- | Nach | dem Waschen | Klamm | |
| MgCI2 | •ft H,O \cr- | kohlter | /ClI | ver | ver | zeit |
| kolille | Bereich | kohlte | kohlter | |||
| I.iingc | (cm2) | (see) | I.iingc | Bereich | (see) | |
| lern) | 22 | 0 | ;-i) | (cm2) | 0 | |
| 2 | 7,0 | 20 | 0 | 7,8 | 38 | 0 |
| — | 6,8 | 22 | 0 | 7,0 | 22 | 0 |
| 6,6 | 23 | 0 | 6,8 | 20 | 0 | |
| — | 6,6 | 22 | 0 | 6,6 | 25 | 0 |
| 6,8 | 21 | 0 | 6,7 | 27 | 0 | |
| 6,7 | 22 | 0 | 6,9 | 24 | 0 | |
| - | 6.8 | 22 | 0 | 6,8 | 23 | 0 |
| 6,8 | 23 | 0 | 6,8 | 26 | 0 | |
| — | 6,9 | 20 | 0 | 7.4 | 32 | 0 |
| 2 | 7,0 | 23 | 0 | 7,7 | 36 | 0 |
| 2 | 6,6 | 22 | 0 | 6,9 | 29 | 0 |
| 2 | 6,6 | 23 | 0 | 6,8 | 31 | 0 |
| — | 6.7 | 22 | 0 | 7,0 | 28 | 0 |
| — | 6,8 | 7,3 | 33 |
CH3),
C2H5),
ClCH2CH2J2
Cl2C3H5J2
BrCH2CH2)2
ClCH2CH2J2
Cl2C3H5J2
BrCH2CH2)2
C8H17J2
:h3, c2h5
30
25
20
15
25
20
15
25
25
25
30
25
30
25
25
30
25
25
25
30
25
30
25
25
30
25
0,5
0,5
0,5
8
8
8
8
0
8
8
8
8
8
0
8
8
0,5
0,5
0,5
C 1 S ρ I C
I 3
41 μ Paraformaldehyd mil einer Aldehydkonzenlralion
von 80 (jcw.-% weiden in 1X1 μ (1,0 Mol)
Dimethylphosphonopropionamid suspendiert. Das
Reaklionsgemisch wird auf einen pH-Wert von 3,0 unter Verwendung von p-Toluolsulfonsiiure eingestellt
und unter Rühren auf KO"C erhitzt. In 2 Stunden wird ans der Suspension eine klare Lösung. Die Lösung
wird weitere 3 Stunden gerührt, um die Reaktion zu vervollständigen. Schließlich wird die Reaklionsmisehung
unter verringertem Druck destilliert, um Wasser und überschüssigen Formaldehyd zu entfernen.
Auf diese Weise erhält man 202 g N,N'-Oxidiinethylenbis(dimelhylphosphonopropion)arnid
mit einer Reinheit von 97,4%.
Anschließend wird ein Behandlungsbad für die I lammfestausrüslung aus einer wäßrigen 35gcw.%igen
Lösung des nach obiger Vorschrift erhaltenen Produktes hergestellt, zu der 3% Phosphorsäure hinzugegeben
werden, und die Behandlung wird wie irr Beispiel 2 durchgeführt, woraufhin kein Geruch nacl·
Formaldehyd wahrgenommen wird.
Der behandelte Stoff wird dann 5 Minuten lanj.
mit einer wäßrigen Lösung, die 0.3% Natriumcarbonat und 0,3% Natrium-alkyl-benzolsulfonat enthüll,
eingeseift. Schließlich wird das Substrat 15 Minuten lang bei 60 C unter Verwendung von wäßrigei
O.V'/uiger Natrium-alkyl-benzolsulfonat-Lösung eingeseift
und 3 Minuten bei 50' C gespült und nach fünfmaliger Wiederholung dieses Prozesses endlich
3 Minuten lang bei KK)C getrocknet.
Die Tcslcrgcbnisse auf Flammenbeständigkeit bei
diesem Teststoff sind folgende: verkohlter Bereich 20 cm2: verkohlte Länge 6,0 cm und Flammzeit
0 Sekunden.
Hierzu I Blatt /.eiehniinnen
Claims (1)
1. Verfahren zum Feuersichermachen von cellulosehaltigen Fasermaterialien unter Verwendung
von Phosphono - propionamid - Derivaten, d adurch gekennzeichnet, daß das cellulosehaltige
Fasermaterial in einem Behandlungsbad mit einer 5- bis 80%igen Lösung einer Phosphorverbindung
der allgemeinen Formel (I)
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP48082657A JPS5035116A (de) | 1973-07-24 | 1973-07-24 | |
| DE19742407742 DE2407742B2 (de) | 1973-07-24 | 1974-02-18 | Verfahren zum feuersichermachen von cellulosehaltigen fasermaterialien unter verwendung von phosphono-propionamidderivaten |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP48082657A JPS5035116A (de) | 1973-07-24 | 1973-07-24 | |
| DE19742407742 DE2407742B2 (de) | 1973-07-24 | 1974-02-18 | Verfahren zum feuersichermachen von cellulosehaltigen fasermaterialien unter verwendung von phosphono-propionamidderivaten |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2407742A1 DE2407742A1 (de) | 1975-08-21 |
| DE2407742B2 true DE2407742B2 (de) | 1976-11-18 |
Family
ID=25766657
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19742407742 Withdrawn DE2407742B2 (de) | 1973-07-24 | 1974-02-18 | Verfahren zum feuersichermachen von cellulosehaltigen fasermaterialien unter verwendung von phosphono-propionamidderivaten |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS5035116A (de) |
| DE (1) | DE2407742B2 (de) |
-
1973
- 1973-07-24 JP JP48082657A patent/JPS5035116A/ja active Pending
-
1974
- 1974-02-18 DE DE19742407742 patent/DE2407742B2/de not_active Withdrawn
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| JPS5035116A (de) | 1975-04-03 |
| DE2407742A1 (de) | 1975-08-21 |
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