DE3500989C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Lager zur Aufnahme radioakti
ver Abfallstoffe nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein solches Lager ist in der DE-OS 29 44 955 beschrieben.
Dabei sind Lufteinlaß und -auslaß horizontal verlaufend in den
vertikalen Seitenwänden des Lagers auf gegenüberliegenden
Seiten vorgesehen. Die Luftführung erfolgt durch die das
Lagergebäude bildenden Betonwände, wobei durch Bohrungen in
diesen Wänden der erforderliche Durchtrittsquerschnitt ge
schaffen ist, ohne daß die Durchtrittsöffnungen eine Gefähr
dung des Einschlusses darstellen können.
Durch die DE-OS 32 07 309, die DE-OS 29 13 540, die EP-A2-
00 83 026, die EP-B1 00 61 819 und durch die Zeitschrift
"Atomenergie Kerntechnik" 1980, S. 111 bis 122 sind Lagerauf
bauten bekannt, in denen Betonwände selbst sowohl frische
Kühlluft als auch erwärmte Abluft führen. Dabei wird ein Teil
der Wände sogar auf einer Seite von Kühlluft und auf der
anderen Seite von Abluft umspült. Infolge dessen treten schon
bei geringen Temperaturdifferenzen in den Wänden erhebliche
Wärmespannungen auf, die bis zu einer vorzeitigen Zerstörung
des Lagers führen können.
Durch die EP-A2 01 25 374 ist außerdem ein Lager für stark
radioaktiven Abfall bekannt, dessen Wärme durch eine aktive
Kühlanlage abgeführt wird. Der Aufbau dieses Lagers ist jedoch
entsprechend aufwendig, so daß der Mehraufwand auch durch eine
Nutzung der über die Kühlanlage abgeführten Wärme nicht aufge
wogen wird.
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, bei kompakter Lager
anordnung die Kühlluft in einem solchen Lager widerstands
arm zu führen, Wärmespannungen in den Betonstrukturen selbst
sowie zwischen diesen und den übrigen Baugruppen klein zu
halten und das Lager insgesamt unempfindlich gegen Druck
wellen zu gestalten.
Die erfindungsgemäße Lösung umfaßt die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 5 genannt.
Bei der Erfindung wird die Luft auf dem ganzen Weg vom
Einlaß zum Auslaß durch die Blechhaube und die Blech
kanäle so geführt, daß der Beton nur mit kühler Luft in
Berührung kommt. Damit wird der Beton von Wärmeeinflüssen
entlastet. Gleichzeitig schafft diese Art der
Luftführung eine klare Kanalisierung, so daß der Strö
mungswiderstand klein bleibt. Der von der Warmluft
durchströmte Kamin bewirkt eine kräftige Strömung, die
auch Filter zur Reinigung der Luft ohne zusätzliche
Maßnahmen passieren kann.
Anhand der Zeichnung werden im folgenden zwei Ausfüh
rungsbeispiele beschrieben, die in den Fig. 1 und 2
bzw. 3 und 4 jeweils in einem Vertikal- und einem Ho
rizontalschnitt dargestellt sind.
Das erfindungsgemäße Lager dient in erster Linie zur
Aufnahme verbrauchter Brennelemente aus Leichtwasser
reaktoren. Diese werden in Büchsen eingeschlossen, um
eine Aktivitätsabgabe zu verhindern. Die Büchsen wer
den in hier nicht näher dargestellte Gestelle trans
portiert, in denen sie vorzugsweise mit vertikaler
Achse in Reihe angeordnet sind. Die Gestelle nehmen
den zentralen Bereich 1 in dem Lagergebäude 2 ein.
Das Lagergebäude hat, wie die Fig. 2 erkennen läßt,
einen praktisch quadratischen Querschnitt mit glatt
flächigen vertikalen Wänden 3, die sich von einer Sohl
platte 4 erheben und die Gebäudedecke 5 tragen. Die
Kantenlänge des Quadrats beträgt zum Beispiel 15 m.
Über der Decke 5 erhebt sich ein Kaminaufsatz, der
als Ganzes mit 8 bezeichnet ist. Er hat, wie die
Fig. 2 erkennen läßt, einen zylindrischen Querschnitt.
Die Wand 9 des Zylinders enthält Einlaßöffnungen 10.
In der Achse 11 des Zylinders, die durch den Mittel
punkt des Lagers 1 geht, ist ein Kamin 12 angeordnet.
Er ist mit einem Außendurchmesser von etwa 4 m nur
1/3 so dick wie der 12 m betragende Durchmesser des
zylindrischen Teils 9 des Kaminaufsatzes 8.
Der zentrale Bereich 1 ist mit einer Blechhaube 15
umgeben, die sich über ein Rechteck von 12,5 × 13,2 m
erstreckt und einen Abstand A von etwa 50 cm von
den Wänden 3 des Lagergebäudes 2 und der Sohlplatte
4 hat. Die glattflächigen Wände 16 der Blechhaube 15
gehen an der Oberseite in die Form eines Walmendaches
17 über. Auch hier ist jedoch der Abstand A von etwa
50 cm gegenüber der Betondecke 5 eingehalten.
Aus dem Dach 17 erstrecken sich vier rechtwinklig ab
gebogene Blechkanäle 20 in eine Blechauskleidung 21
des Kamins 12, die, wie die Innenwand des Kamins selbst,
konisch aufgeweitet ist. Die Blechkanäle 20 sind mit
Abstand von den umgebenden Betonteilen angeordnet,
wie die Fig. 1 deutlich zeigt. Sie können mit recht
eckigem Querschnitt ausgeführt und am Umfang des Ka
minaufsatzes 8 symmetrisch verteilt sein. In der Fig. 2
sind vier Blechrohre 20 angedeutet, von denen zwei auf
der rechten Seite der Figur zu sehen sind.
Der als Abluft-Führungsaufbau dienende Kaminaufsatz 8
ist mit einer konischen Oberseite 22 versehen, die sich
nach außen in einem Blechdach 23 fortsetzt. Unter die
sem Dach sind in Lufteinlaßrichtung vorzugsweise
verstellbare Jalousieklappen 24 sowie zwei in Reihe
liegende Filter 25 und 26 vorgesehen, die Staub, In
sekten und dergleichen fernhalten sollen. Die Filter
sind mit nicht dargestellten Reinigungseinrichtungen
versehen, um ein Zusetzen zu vermeiden.
Die Bleche 16, 17 der zur Luftführung dienenden Blech
strukturen 15, 20 usw. sind aus Stahl hergestellt und
haben eine Dicke von wenigen Millimetern. Dabei sind
die Bleche 17 der Haube 15 in entsprechenden Abstän
den mit etwas beweglichen Ankern in der benachbarten
Betonstruktur verankert. Wegen der relativ geringen
Lufttemperaturen von meist unter 100°C und der glat
ten, überwiegend ebenen Flächen können aber auch
andere Werkstoffe eingesetzt werden.
Das Lagergebäude 2 ist bis zum Rand des Kaminaufsatzes
8 mit Erdreich 28 umgeben, das angeschüttet sein kann,
wie durch die Schrägen 29 angedeutet ist. Damit ist
eine große Sicherheit gegen Einwirkungen von außen
erreicht. Auch der Kaminaufsatz 8 besitzt noch eine
gegen Einwirkungen von außen ausreichende Festigkeit.
Dagegen kann der Kamin 12 mit einer Sollbruchstelle
versehen sein, damit er im Falle eines Flugzeugabstur
zes definiert zerstört wird, so daß seine Trümmer den
Auslaß praktisch nicht verstopfen. Zu diesem Zweck
kann von einer gewissen Höhe an der Kamin 12 ganz aus
Blech gebaut sein.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4
ist der von den Gestellen eingenommene Raum 1 in
einem Lagergebäude 30 untergebracht, das zwar wie
derum einen quadratischen Querschnitt hat, wie die
Fig. 4 zeigt. Das Lagergebäude 30 ist jedoch unsymme
trisch ausgebildet. An seiner in den Fig. 3 und 4
rechten Seite ist ein Kaminbauwerk 32 angeschlossen,
das mit einem eigenen Fundament 33 selbständig abge
stützt und durch eine Fuge 34 vom Lagergebäude 30 ge
trennt ist, um das Lager selbst sicher vor den Er
schütterungen eines Flugkörperaufpralles zu schützen.
Bei 35 sind flexible Verbindungen zwischen den Ge
bäuden 30 und 32 dargestellt. Sie dichten Abluftkanäle
41 gegen die bei 37 einströmende Zuluft ab, die durch
Zuluftkanäle 36 über die Außenseite einer Blechhaube
38 in den Lagerraum 1 strömt.
Die Blechhaube 38, deren ebene Wände wiederum ein Recht
eck mit den Abmessungen 13,2×12,5 m einschließen,
ist mit dem glattflächigen Dach 39 abgeschlossen, des
sen Form aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich ist. Von
seiner, dem Kamingebäude 32 zugekehrten schrägen Dach
fläche 40 gehen zwei abgewinkelte Blechrohre 41 aus,
die durch den Luftkanal 36 in den wiederum zylindri
schen Turmaufbau 42 des Kamingebäudes 32 führen. Die
Rohre 41 sind in dem Turmaufbau 42 um eine Wand 44
gelegt, so daß der unmittelbare Strahlungsdurchtritt
in den mit einem Blechrohr 45 ausgekleideten Kamin 46
vermieden ist.
Dem Einlaß 37 sind auch hier Jalousieklappen 47 sowie
zwei in Reihe liegende Filter 48 und 49 vorgeschaltet,
deren Reinigungseinrichtungen nicht weiter dargestellt
sind.
Bei beiden Ausführungsformen können in den Wänden 16,
17 usw. der Blechstrukturen 15, 38 usw. großflächige
Klappen als Entlastung bei plötzlichen Druckschwan
kungen vorgesehen sein sowie normalerweise offene
Durchlässe mit einem wesentlich kleineren Querschnitt
als die Abluftkanäle. Die durch die Durchlässe aus
tretende Warmluft erwärmt die Einlaßluft über den
Taupunkt.
Claims (6)
1. Trockenlager zur Aufnahme radioaktiver Abfallstoffe, ins
besondere verbrauchter Brennelemente von Kernreaktoren,
- a) wobei die Brennelemente in Metallbüchsen eingeschlossen sind und mit Luft gekühlt werden, die im Naturumlauf durch ein aus Beton bestehendes Lagergebäude von einem Einlaß (10, 37) über Lagergestelle (1), die die Büchsen aufnehmen, zu einem Auslaß verläuft,
- b) bei dem die Lagergestelle (1) mit einer unten offenen Haube (15, 38) umschlossen sind, die sich mit im wesentlichen dichten Kanälen (20, 41) bis zum oberen Ende eines Abluft kamins (12, 46) fortsetzt, der den Auslaß bildet und
- c) zwischen der Haube (15, 38), den Kanälen (20, 41) und den sie umgebenden Betonwänden (3, 30) ein Zwischenraum vorgesehen ist, der als Luftkanal für kühle Zuluft vom Einlaß (10, 37) zur Unterseite der Haube (15, 38) führt,
dadurch gekennzeichnet,
- d) daß es sich sowohl bei der Haube (15, 38) als auch bei den Kanälen (20, 41) um eine Blechstruktur (15, 38, 20, 41) handelt,
- e) daß in der Blechstruktur (15, 38) großflächige Klappen angeordnet sind, die bei einem einseitigen Überdruck öffnen und
- f) daß in der Blechstruktur (15, 38) Durchlässe kleinen Quer schnitts zur Anwärmung der Einlaßluft über den Taupunkt vorgesehen sind.
2. Lager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- g) daß der Kamin (46) als selbständiges Turmbauwerk (42) ausgeführt ist, dessen Luftführungen mit jenen des Lager gebäudes (30) flexibel verbunden sind.
3. Lager nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- h) daß im Luftumlauf mehrere in Reihe geschaltete Zuluft filter (25, 26, 48, 49) vorgesehen sind.
4. Lager nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- i) daß die Zuluftfilter (25, 26, 48, 49) durch Druckgas oder Druckflüssigkeit reinigbar sind.
5. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- k) daß die Blechstruktur (15, 38) und die Zuluftfilter (25, 26, 48, 49) gegen Druckwellen bis 0,4 bar Amplituden außer halb des Lagerbaus resistent ausgebildet sind.
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19853500989 DE3500989A1 (de) | 1985-01-14 | 1985-01-14 | Lager zur aufnahme radioaktiver abfallstoffe |
Publications (2)
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Family Applications (1)
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Families Citing this family (2)
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Also Published As
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Owner name: SIEMENS AG, 1000 BERLIN UND 8000 MUENCHEN, DE |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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