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Verfahren zum gemeinsamen Betrieb mehrerer Kammer- oder Retortenöfen
Den Gegenstand der -Erfindung bildet ein Verfahren z-Lun gemeinsamen Betriebe mehrerer
Kammer- oder Retortenöfen, die in einer Batterie oder in einem Ring vereinigt und
sowohl mit einer Außenabsaugung als auch mit einer Innenabsaugung bei Anwendung
eines erheblichen Unterdrucks, d. h. eines solchen von wenigstens
- 4o mm WS versehen sind, dessen Höhe durch den Widerstand der Teernähte
innerhalb der Kohlebeschickung bedingt ist. Bekannte Einrichtungen zur Ermöglichung
einer derartigen Absaugung benutzen beispielsweise neben dem üblichen an den Gassammelraum
unter der Decke der Of'enkammer angeschlossenen St-eigrohr für die Außenabsaugung
besondere gegen diesen Deckenraum abgedichtete Gasabsaugrohre für die Innenabsaugung,
die in die Mitte der an sie gasdicht anschließenden Kohleheschickung, also in den
durch die Teernähte umschlossenen Raum hineinragen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannte Absaugung
so durchzuführen, daß während des ganzen Vorganges in den Gassammelräumen der sämtlichen
öfen ein im wesentlichen konstanter Druck von etwa ±o mm WS, d.h. praktiscli Atmosphärendruck,
aufrechterhalten wird. Für die Lösung dieser Aufgabe muß, wie sich gezeigt hat,
von der der Erfindung zugrunde liegenden Erkenntnis ausgegangen werden, daß bei
det Innenabsaugung mit erheblichem Unterdruck gegen den Widerstand einer Teernaht
der Veränderlichkeit dieses Widerstandes Über die verschiedenen Phasen der Garungsdauer
wegen der Rückwirkungen auf das Verhältnis der Außen- und Innenabsaugung zueinander
Rechnung'getragen werden muß, eine Sch:wierigkeit, die dadurch noch erheblich verstärkt
wird, daß in einer Ofenbatterie eine Vielzahl von Ofenkammern mit immer gegeneinander
versetzten Betriebsphasen vorhanden ist.
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Eine bereits vorgeschlagene Lösung dieser Aufgabe besteht darin, an
jedem einzelnen Ofen die Stärke der Absaugung derart zu regulieren, daß in seinem
Gassammelraum zu allen Zeiten und in jeder Phase der gewünschte Atmosphärendruck
erhalten wird. Ein derartiges Verfahren würde aber den Nachteil haben, daß man jeden
einzelnen Ofen entweder dauernd beobachten und von Hand regulieren oder mit einer
automatischen Regulierung ausstatten müßte. Es müßte also jedenfalls für
jeden Ofen eine besondere Reguliervorrichtung vorhanden sein, und man hätte die
Betriebsschwierigkeiten derselben, die namentlich aus der ständigen Berührung mit
te-erhaltigen Rohgasen entstehen, in Kauf zu nehmen.
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Die Erfindung bringt eine demgegenüber äußerst vereinfachte und dadurch
sehr vorteilhafte Lösung der gestellten Aufgabe, die darin besteht, daß im Innern
der Kohle ein über die Garungsdauer konstanter Unterdruck von wenigstens -4omm WS
-unterhalb Atmosphärendruck gehalten und der dadurch in den Gassammelräumen der
jüngeren Öfenauftretende Unterdruck durch den in den Gassamm,
elräumen
der älteren Öfen herrschenden überdruck über einen Druckausgl-eichraum, zweckmäßig
eine Vorlage, ausgeglichen wi IZ rwi
| Die Höhe des konstanten Unterdrucks h |
| die hierdurch gegebene Intensität dc |
| absaugung, die natürlich rückwirkend die, |
Höhe des Gasdrucks der Außenabsaugung bestimmt, wird dabei in jedem Fall so gewählt,
daß während des Absaugens in den Gassammelräumen sämtlicher Öfen praktisch Atmosphärendiuck
besteht.
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Nach einer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Höhe das für die
Innenabsaugung anzuwendenden konstanten Unterdrucks durch einen Steuerimpuls, der
von dem Gasdruck der Außenabsaugung in der Druckausgleichvorlage erzeugt wird, selbsttätig
auf diej-enige Höhe eingeregelt, die für die Erhaltung eines praktisch atmosphärischen
Druckes in den Außengasabsaugungsräumen notwendig ist.
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Die Höhe des anzuwendenden konstanten Unterdrucks für die Innenabsaugung
ist je
nach der Art der Kohlen -und dem Entgasungsverlauf in weiten Grenzen
verschieden. Bei gasreichen Kohlen, die gewöhnlich verhältnismäßig gasdurchlässige
Teernähte bilden, kommt man z. B. mit Unterdrücken von -40,rnm WS oder wenig mehr
aus. Bei Kohlen mit zäher, dem Gasdurchgang stark-en Widerstand bietender Teernalit
muß man den Unterdruck erheblich höher, etwa zu - 3oo mm WS, wählen.
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Die Wirkungsweise des Verfalixens gemäß der Erfindung ist die folgende.-
Bei genügender Höhe des anzuwendenden konstanten Unterdrucks ist im Verhältnis dazu
der übcr die Garungsdauer veränderliche Widerstand der Teernaht in den Öfen jünger-en
Garungszustands -um so viel zu klein, daß die Mit--knsaugung von Außengas durch
die Teernaht stärker als seine Erzeugung ist und einen Unterdruck in den Außenabsaugungsräumen,
d. h. im Gassammelraum des Ofens, hervorzurufen bestrebt ist, Gleichzeitig
ist aber in den Öfen älteren Garungszustanids der wesentlich höhere Widerstand der
Teernaht um so viel zu groß, daß auf ihrer Außenseite ein überschuß des erzeugten
Außengases unabgesaugt übrigbleibt, der in diesen Öfen -einen überdruck hervorruft.
Zufolge dies-es überdrucks bzw. Druckunterschieds fließt das überschüssige Außengas
aus den Gassammelräumen der älteren Ofen über den Druckausgleichraurn in die Gassammelräume
der jüngeren Öfen herüber und bewirkt durch diesen Druckausgleich, daß in den Gassammelräumen
sämtlicher Öfen ein Gasdruck von etwa -#- c> mm WS aufrechterhalten wird.
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Man kann hierbei die Höhe des für die Innenabsatigung anzu-,vendenden
Unterdrucks und damit das mengenmäßige Anteilverhältnis ,der auf diesem Weg-, abgesaugten
Innen-Außengase so einstellen, daß das Außen-
| aus den Gassammelräumen der ältercii |
| mern gerade zum Druckausglicich in den |
| ,fe##s"sammelräumeii der jüngeren Kammern |
ausreicht. Oder man kann auch so einstellen, daß im ganzen ein überschuß an Außengas
in dem Druckausgleichraum auftritt, in diesem Fall wird durch Abführung des überschüssigen
Außengases aus dem Druckausgleichraum nach außen der Druck- in den Gassammelräumen
wieder auf
+ o nim gebracht.
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Das Verfahren der Erfindung bietet den Z>
Vorteil, daß die Regulierung
der Innenabsaugung für die sämtlichen Öfen einer Batterie an einer einzigen Stelle,
etwa am Gassauger oder in der Saugleitung zwischen letzterem und den Öfen, zentralisie-rt
werden kann und daß dadurch besondere Reguliervorrichtungen und deren dauerndes
Betreiben und Überwachen für die sämtlichen Einzelöfen vermieden werden, was sowohl
die Anlage als auch den Betrieb der ganzen Ofenbatterie außerordentlich vereinfacht
und verbilligt und zugleich die aus der Vielzahl solcher Reguhervorrichtungen herrührende
Ge-
fahr von Störimgen des Betriebes und Be-
einträchtigung der Nebenerzeugnisgewinnung
beseitigt. _Die Ausnutzung des zeitlich veränderlichen Widerstandes der Teernähte
als Reguliermittel gemäß der Erfindung schafft eine selbsttätige Einstellung der
sich über die Garungsdauer veränderlich auswirkenden Innenabsaugung in jeder einzelnen
Phase des Betriebes jedes Ofens. Dabei werden die wertvollen Destillationserzeugnisso
der Innenabsaugung in höchstmöglicher Güte und Ausbeute gewonnen, nicht nur durch
die Anwendung eines starken Unterdrucks überhaupt, sondern auch deswegen
-, weil das Durchsaugen von Außengasen durch die Teernähte nach den Innenabsaugungsräumen
hin wie ein Spülmittel wirkt und dadurch das Erfassen derInnenabsaugungserzeugnisse
begünstigt und verbessert.
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Es ist bekann.t, beieiner Batterie liegender Koksöfen Einrichtungen
zum Absaugen von Destillationsgasen sowohl aus dem Gassammelraum als auch aus inneren
Hohlräumen der Kohlebeschickung, und zwar aus letzteren durch angrenzende öffnungen
der Kainmertüren, in der Weise vorzusehen und anzuwenden, daß die, erstgenannten
Außengase in eine Vorlage und die zweitgcnannteli Innengase in eine besondere Saugleitung,
in der die Saugwirkung stärk-er als in der Vorlage gehalten wird, abgeführt werden,
wob-ei außerdem die Saugwirkung in den verschiedenen inneren Hohlräumen durch Regler
unter
sich bestimmt wird. Das Anwenden von U-nterdrucl,- erheblicher
Größe für die Innenabsaugung das ein wesentliches Merkmal des vorliegenden Verfahrens
der Erfindung ist, wird bei dieser bekannten Einrichtung nicht vorgesehen, wäre
überdies aber bei ihr nicht nur überhaupt praktisch undurchführbar, sondern würde
vor allem auch, wenn man dennnoch hierbei das An-wenden erheblichen Unterdru.cks
erzwingen wollte, keinesfalls den oben geschilderten Druckausgleich zur Folge haben.
Bei der bekannten Einrichtung fehlen nämlich Mittel, um die aus den inneren Hohlräumen
der Kohle abzusaugenden Innengase durch den Widerstand einer Teernaht derart von
den Außengasen getrennt zu hal-' ten, daß der besagte erhebliche Unterdruck der
Innenggase gegenüber den etwa Atmosphärendruck halt-,enden Außengasen bestehen kann.
Es ist vielmehr in dem bekannten Fall deswegen, weil die Türabsaugöffnungen der
Innengas#e den Außenbegrenzungen des Kohlekörpers anliegen, und zwar gerade beim
Auftreten einer widerstehenden Teernaht, als Ergebnis starker Innenabsaugungsunterdrucke
nichts anderes möglich, als daß die Außengase unter Umgebung der Teernaht längs
den Außenhegrenzungen des Kohlekörpers unmittelbar den ,l£bsau,-öffnungen in den
Türen zuströmen und daß dabei außerdem noch Außenluft und Abgase der Heiz-wände
mit angesaugt werden. Ein Druckausgleich mit Hilfe von Außengasen durch überströmen
derselben zwischen verschiedenen Ofenkammern wird bei einer derartig-en Absaugung
derselben nach außen, die durch den starken Unterdruck bedingt wäre, unmöglich gemacht.
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In der beiliegenden Zeichnung ist eine beispielsweise Ofenanordnimg
in Grundrißaufsicht dara'estellt, die- gemäß dem Verfahren der Erfindung beschrieben
werden kann.
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Es bedeutet das Bezugszeichen a eine Anzahl von Kammeröfen, deren
Gassammelräume durch. Verbindungsleitungen b mit einem gehieinsainen Druckausgleichraum
c, etwa einer Vorlage, ständig in Verbindung stehen. Mit diesem Druckausgleichraum
ist ein Absperrorgan g# z. B. ein Überdruckventil, verbunden, das eine, Abführung
überschüssiger Gase aus dem Druckausgleichraum c und aus den Gassammelräumen der
Ofenkammern mittels der Leitungen b gestattet.
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Aus dem Innern der Kohlebeschickung werden die Destillations -gase
durch die Leiturigend und e in die unter -erheblichem Unterdruck stehende Vorlage-
f mittels einer Saugvorrichtung 1 nach der Saugleitung, die mit der
Vorlagef in Verbindung stelit, abgesatigt. In dieser Saugleitung ist ein Drosselorganh
w#geordnet, das es ermöglicht, den Unterdruck in der Vorlagef auf eine solche Höhe
konstant einzustellen, daß der Druck im Druckausgleichrai.unc ebenfalls konstant
auf etwa +i bis +-.mm WS gehalten wird-, dann ist der Druck in den Gassammelraumen
aller öfen etwa ±omm WS, d.h. praktisch Atmosphärendruck.
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Durch. Anbringen eines empfindlichen Überdruckventils an dem Austritt
der als Druckausgleichrauni dienenden Vorlage c kann die Ableitung des im Betriebe
dauernd oder vorübergehend auftretend-en übersch-usses an Außengasen selbsttätig
reguliert werden.
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Vorteilhaft kann der in der Druckausgleicl-ivorlage bzw. in den Gassammelräumen
zu haltende Druck, dessen Höhe von der Stärke des Unterdrucks der Innenabsaugung
abhängt; dadurch selbsttätig konstant auf etwa Atmosphärenmaß gehalten werden, daß
ein durch. den Druck in dieser Druckausgleichvorlage erzeugter Steuerimpuls selbsttätig
die Höhe des für die Innenabsaugung anzuwendenden Unterdrucks regelt, z.B. das Drosselorgan
h in der Saugleitung für Innenabsaugung betätigt oder auch unmittelbar auf die Umlaufsgeschwindigkeit
des Saugers 1
einwirkt. -