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DE69227804T2 - Verfahren zur Herstellung von Silikongummifilmen - Google Patents
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DE69227804T2 - Verfahren zur Herstellung von Silikongummifilmen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Silikongummifilmen

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DE69227804T2
DE69227804T2 DE69227804T DE69227804T DE69227804T2 DE 69227804 T2 DE69227804 T2 DE 69227804T2 DE 69227804 T DE69227804 T DE 69227804T DE 69227804 T DE69227804 T DE 69227804T DE 69227804 T2 DE69227804 T2 DE 69227804T2
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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von Silikongummifilmen, sowie die Filme selbst. Sie betrifft insbesondere die Verringerung der Oberflächen- Klebrigkeit von Silikongummifilmen.
  • Nach dem Stand der Technik werden Silikongummifilm-Produkte, einschließlich dünner Silikongummibahnen, die durch Härten von Silikonkautschuk-Zusammensetzungen allein erhalten werden, und mit Silikonkautschuk beschichteter Gewebe, die erhalten werden, indem Silikonkautschuk-Zusammensetzungen auf eine Oberfläche von Webstoffen und anderen Substraten aufgetragen und gehärtet werden, auf einer großen Vielzahl von Gebieten eingesetzt, beispielsweise als elektrische Isolatoren, Membranen, Dichtungsmittel, Airbags, Zelte, Schläuche, Erdungsfolien und Bekleidungsstücke. Diese Silikongummifilm-Produkte bleiben auch nach dem Vulkanisieren oder Härten an ihrer Oberfläche klebrig und sind daher anfällig für Verunreinigung durch Staub- oder Bruchstückablagerung oder neigen dazu, aneinander zu kleben, wenn zwei Bahnen überlappt werden oder eine solche Bahn gefaltet gehalten wird. Es kommt zu Schwierigkeiten, wenn es gewünscht wird, die überlappten oder gefalteten Abschnitte zu trennen.
  • Bei einigen derartigen Anwendungen, wie z. B. als Isolierkomponenten, werden spezielle Klebereigenschaften von Organosilikon-Gegenständen erzeugt. Die FR-A-1.591.565 betrifft Silikonbänder, die ein sauerstoffhältiges Borderivat enthalten, das mit dem Organopolysiloxan umgesetzt wird, um "Selbstklebe"-Eigenschaften zu verleihen. Diese Silikonzusammensetzungen sind geschäumt und weisen zellenförmige Struktur auf.
  • Eine übliche Praxis zur Überwindung dieser Probleme besteht einfach darin, Bestäubungspulver, wie z. B. Talk, auf die Oberfläche von Silikongummifilm-Produkten aufzubringen. Das erhöht jedoch die Komplexität des Herstellungsverfahrens und sich verstreuendes Pulver schafft Umwelt- oder Hygieneprobleme.
  • Auch andere Verfahren zur Verbesserung des Herstellungsverfahrens wurden vorgeschlagen. Die FR-A-1.557.761 betrifft die Zugabe eines Härters nach der Zersetzung eines Schäumers, um auf geeignete Weise Silikonzusammensetzungen herzustellen, die sich zur Beschichtung eines Formkörpers eignen, ohne daß eine abschließende Wärmebehandlung des Formteils notwendig ist.
  • Das allgemeine Problem, mit dem sich die vorliegende Erfindung beschäftigt, ist die Bereitstellung neuer Verfahren zur Herstellung von Silikongummifilmen, neuer Filme und neuer Verwendungen der Verbindungen vom Schäumer-Typ.
  • Ein bevorzugtes Ziel besteht darin, die obengenannten Probleme, wie z. B. Pulververstreuung, zu beseitigen oder zumindest zu verringern und Silikongummifilme auf einfache Weise bereitzustellen, z. B. zur Herstellung dünner Silikongummibahnen und silikongummibeschichteter Gewebe.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ziel besteht darin, einen im wesentlichen ungeschäumten Silikongummifilm bereitzustellen, der geringe Oberflächen-Klebrigkeit aufweist.
  • Die Erfinder des vorliegenden Anmeldungsgegenstandes haben festgestellt, daß eine Silikonkautschuk-Zusammensetzung, die ein Organopolysiloxan der nachstehenden durchschnittlichen Zusammensetzungsformel (1) mit einer Viskosität bei 25ºC von zumindest 300 cSt und einen Härter umfaßt, durch Zugabe einer relativ geringen Menge eines ausgewählten Mittels verbessert wird. Durch das Ausbilden von Filmen mit dünner Stärke, typischerweise 1 mm oder weniger, aus der Zusammensetzung, gefolgt von Heißhärtung, wurden ganz unerwartet ohne Schäumung gehärtete Silikongummifilme erhalten. Die gehärteten Silikongummifilme waren bei Betrachtung mit freiem Auge nicht nur frei von Schaumzellen, sondern im allgemein auch frei von Oberflächen-Klebrigkeit.
  • Gemäß einem Aspekt stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Silikongummifilms mit geringer Klebrigkeit durch Härten einer Silikonkautschuk-Zusammensetzung bereit, die umfaßt:
  • (A) 100 Gewichtsteile Organopolysiloxan der folgenden durchschnittlichen Zusammensetzungsformel:
  • R¹aSiO(4-a)/2 (1)
  • worin die Gruppen R¹ unabhängig voneinander aus substituierten und unsubstituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen ausgewählt sind, a = 1,98 bis 2,01 ist und das Organopolysiloxan bei 25ºC eine Viskosität von zumindest 300 cSt aufweist,
  • (B) 0,1 bis 10 Gewichtsteile eines Mittels, ausgewählt aus Azobisisobutyronitril, Dinitrosopentamethylentetramin, Dimethylterephthalamid, N,N'-Dinitroso-N,N'-dimethylterephthalamid und Azodicarbonamid, und
  • (C) einen Härter,
  • um den Film ungeschäumt (so daß mit freiem Auge kein Schaum erkennbar ist) in einer Dicke im Bereich von 10 mm bis 1 mm auszubilden, mit der Maßgabe, daß der Film kein selbstklebender Film ist, bei dem ein sauerstoffhältiges Borderivat mit dem flüssigen Organopolysiloxan umgesetzt wurde.
  • Ein weiterer Aspekt ist ein nach diesem Verfahren erhaltener, im wesentlichen ungeschäumter Silikongummifilm.
  • Ein weiterer Aspekt ist die Verwendung eines Mittels, um die Oberflächen-Klebrigkeit von Silikongummifilm zu verringern,
  • wobei die Verwendung durch Härtung einer Silikonkautschuk-Zusammensetzung erfolgt, die umfaßt:
  • (A) 100 Gewichtsteile Organopolysiloxan der folgenden durchschnittlichen Zusammensetzungsformel:
  • R¹aSiO(4-a)/2 (1)
  • worin die Gruppen R¹ unabhängig voneinander aus substituierten und unsubstituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen ausgewählt sind, a = 1,98 bis 2,01 ist und das Organopolysiloxan bei 25ºC eine Viskosität von zumindest 300 cSt aufweist,
  • (B) 0,1 bis 10 Gewichtsteile eines Mittels, ausgewählt aus Azobisisobutyronitril, Dinitrosopentamethylentetramin, Benzolsulfohydrazid, N,N'-Dinitroso-N,N'-dimethylterephthalamid und Azodicarbonamid, und
  • (C) einen Härter,
  • um den Film ungeschäumt (so daß mit freiem Auge kein Schaum erkennbar ist) in einer Dicke im Bereich von 10 um bis 1 mm auszubilden, mit der Maßgabe, daß der Film kein selbstklebender Film ist, bei dem ein sauerstoffhältiges Borderivat mit dem flüssigen Organopolysiloxan umgesetzt wurde.
  • KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
  • Fig. 1 veranschaulicht schematisch einen Oberflächen-Klebrigkeitstest an Silikongummibahnen:
  • Fig. 2 veranschaulicht schematisch einen Oberflächen-Klebrigkeitstest an mit Silikongummi beschichteten Geweben.
  • Die Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung umfaßt (A) ein Organopolysiloxan, (B) ein ausgewähltes Mittel und (C) einen Härter.
  • Organopolysiloxan (A) hat die folgende durchschnittliche Zusammensetzungsformel:
  • R¹aSiO(4-a)/2 (1)
  • In Formel (1) sind die Gruppen R¹, die identisch oder voneinander verschieden sein können, aus substituierten oder unsubstituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen ausgewählt, die vorzugsweise 1 bis 12 Kohlenstoffatome, mehr bevorzugt 2 bis 6 Kohlenstoffatome, aufweisen. Beispiele für die einwertige Kohlenwasserstoffgruppe sind Alkylgruppen, wie z. B. Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl- und Hexylgruppen; Cycloalkylgruppen, wie z. B. Cyclohexylgruppen; Alkenylgruppen, wie z. B. Vinyl- und Allylgruppen; Arylgruppen, wie z. B. Phenyl- und Tolylgruppen; und substituierte Vertreter dieser Gruppen, worin einige oder alle der Wasserstoffatome durch Halogenatome oder Cyanogruppen ersetzt sind, wie z. B. Chlormethyl-, Trifluorpropyl- und Cyanoethylgruppen. Bevorzugte durch R¹ dargestellte Gruppen sind Methyl-, Ethyl-, Phenyl-, γ-Trifluorpropyl-, Cyanoethyl-, Vinyl- und Allylgruppen. Vorzugsweise sind die Reste R¹ zu zumindest 50 Mol-%, insbesondere zumindest 80 Mol-%, Methylgruppen. Organopolysiloxane mit einem Methylgehalt von weniger als 50 Mol-% würden die Methylpolysiloxan eigenen wünschenswerten Eigenschaften teilweise einbüßen und ziemlich hohe Rohmaterialkosten verursachen. Der Buchstabe a in Formel (1) ist eine positive Zahl von 1,98 bis 2,01.
  • Das Organopolysiloxan sollte eine Viskosität bei 25ºC von zumindest 300 cSt, vorzugsweise von etwa 1 · 10&sup4; bis etwa 10&sup8; cSt, aufweisen. Bei einer Viskosität von unter 300 cSt hat die/der resultierende Bahn oder Film unzureichende mechanische Festigkeit für die praktische Anwendung, wenn die Silikonkautschuk-Zusammensetzung zu einer Bahn geformt oder auf ein Substrat aufgetragen wird, um einen Film darauf zu bilden. Vorzugsweise hat das Organopolysiloxan eine im wesentlichen lineare Struktur, und seine Molekülkette ist am Ende mit einer Silanol-, Methyl- oder Vinylgruppe, mehr bevorzugt mit einer Trivinylsilylgruppe, blockiert. Derartige Organopolysiloxane können nach bekannten Verfahren hergestellt werden, beispielsweise durch Durchführung von Ringöffnungspolymerisation zyklischer Polysiloxane, die bekannte Oligomere sind, in Gegenwart von Säure oder Base.
  • Das Mittel (B) kann aus Azobisisobutyronitril, Dinitrosopentamethylentetramin, Benzolsulfohydrazid, N,N'-Dinitroso-N,N'-dimethylterephthalamid und Azodicarbonamid ausgewählt werden.
  • Das Mittel (B) wird in einer Menge von 0,1 bis 10 Gewichtsteilen, insbesondere 2 bis 6 Gewichtsteilen, pro 100 Gewichtsteile von Organopolysiloxan (A) eingesetzt. Weniger als 0,1 Teile des Mittels haben die Tendenz, für die Verbesserung der Oberflächen- Klebrigkeit des resultierenden Silikongummifilms unwirksam zu sein, während mehr als 10 Teile des Mittels bewirken können, daß der Film bei der Heißhärtung schäumt, wodurch sich Lücken, Löcher und Risse bilden, welche die Erfüllung der Funktion der Produkte beeinträchtigen.
  • Härter (C) ist im allgemeinen aus organischen Peroxiden ausgewählt. Beispiele für das organische Peroxid sind Benzoylperoxid, 2,4-Dichlorbenzoylperoxid, o-Chlorbenzoylperoxid, Di-t-butylperoxid, Dicumylperoxid, t-Butylperbenzoat, t-Butylperacetat, 2,5-Dimethyl-2,5-di(t-butylperoxy)hexan, (t-Butylperoxy)myristylcarbonat und andere bekannte Peroxide. Der Härter wird vorzugsweise in einer Menge von etwa 0,1 bis 5 Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile von Organopolysiloxan (A) zugegeben, wenn es sich um ein organisches Peroxid handelt.
  • Die Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung kann vom Additions-Vulkanisationstyp sein. Bei dieser Ausführungsform enthält Organopolysiloxan (A) eine Alkenylgruppe, wie z. B. Vinyl, und Härter (C) ist eine Kombination aus einem Organohydrogenpolysiloxan, das zumindest drei an ein Siliziumatom gebundene Wasserstoffatome pro Molekül (oder zumindest drei SiH-Gruppen) aufweist, und eines Platinkatalysators. Das Organohydrogenpolysiloxan hat vorzugsweise die folgende Formel (2):
  • R²bHcSiO(4-b-c)/2 (2)
  • In Formel (2) ist R² eine Alkylgruppe mit 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Methyl, und die Buchstaben b und c sind positive Zahlen, für die gilt: b + c = 1 bis 3. Dieses Organohydrogenpolysiloxan wird vorzugsweise in solchen Mengen zugegeben, daß etwa 0,5 bis 5 Mol SiH-Gruppen pro Mol Alkenylgruppen in Organopolysiloxan (A) bereitgestellt wird. Der Platinkatalysator kann aus Chlorplatinsäure, Komplexsalzen von Chlorplatinsäure mit Olefinen oder Vinylsiloxan und alkoholischen Lösungen von Chlorplatinsäure ausgewählt werden. Der Platinkatalysator wird vorzugsweise in solchen Mengen zugegeben, daß etwa 0,5 bis 500, insbesondere etwa 2 bis 200 Gewichtsteile, Platin (Pt) pro Million Gewichtsteile von Organopolysiloxan (A) bereitgestellt werden.
  • Eine Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung kann einfach durch Vermischen der obengenannten Komponenten (A) bis (C) erhalten werden. Additive, wie sie üblicherweise bei den Silikonkautschuk-Zusammensetzungen dieses Typs verwendet werden, können der Silikongummifilm-bildenden Zusammensetzung je nach ihrer Anwendung oder ihrem Zweck zugegeben werden. Derartige Additive umfassen Silan-Haftverbesserer, wie z. B. γ-Mercaptopropyltrimethoxysilan, γ-Aminopropyltrimethoxysilan, Vinyltrialkoxysilane usw., Metallsalze, wie z. B. Metallsalze organischer Carbonsäuren, Hitzebeständigkeits-Modifikatoren, Flammhemmer und Dispergiermittel.
  • Darüber hinaus können Füllstoffe in die Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung eingemischt werden, um die Viskosität der Zusammensetzung zu erhöhen, um dadurch die Bearbeitbarkeit der Zusammensetzung nach dem Auftragen zu verbessern und die Härte, Zugfestigkeit, Dehnung und andere physikalische Eigenschaften des gehärteten Produkts zu verbessern. Die Füllstoffe können in Form feiner Teilchen oder Fasern eingemischt werden. Beispiele für Füllstoffe sind Kieselsäurerauch, Kieselhydrogel, Quarzstaub, Zinkoxid, Titanoxid, Magnesiumoxid, Talk, Aluminiumsilikat, Aluminiumoxid, Calciumcarbonat, Ruß, Asbest, Glasfasern, Kohlefasern, Polyesterfasern, Polytetrafluor ethylenpulver und Polyvinylchloridpulver. Andere Füllstoffe, die gemäß vorliegender Erfindung eingemischt werden können, sind harzartige Polysiloxane, wie z. B. Copolymere von R&sub3;SiO1/2, R&sub2;SiO, RSiO3/2 und anderen optionalen Einheiten sind, worin R eine einwertige Kohlenwasserstoffgruppe ist. Häufig werden die Füllstoffe in Mengen von etwa 20 bis 200, mehr bevorzugt etwa 30 bis 100, Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile von Organopolysiloxan (A) eingemischt. Außerhalb dieses Bereichs würden einige physikalische Eigenschaften verloren gehen.
  • Die Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung kann, vorzugsweise durch Auflösen in einem geeigneten organischen Lösungsmittel, auf Gewebe und andere Substrate aufgetragen werden. Bevorzugte organische Lösungsmittel sind Benzol, Toluol, Xylol, Hexan, Heptan und Kerosin. Vorzugsweise werden 100 Gewichtsteile der Zusammensetzung in etwa 10 bis 1.000, insbesondere 100 bis 300, Gewichtsteilen des organischen Lösungsmittels gelöst.
  • Die Substrate oder Träger, auf die die Silikongummizusammensetzung aufgetragen werden kann, umfassen Metalle, wie z. B. Eisen, Aluminium, Edelstahl, Nickel, Kupfer und Chrom; Keramikmaterialien, wie z. B. Glas, Quarz und Porzellan; Kunststoffe, wie z. B. Epoxyharze, Acrylharze und Polyethlenterephthalat-Harze; Kunstfasern oder Webstoffe daraus, wie z. B. Nylonfasern, Tetronfasern, Vinylonfasern, Polyesterfasern und Polyurethanfasern; Naturfasern oder Webstoffe daraus; anorganische Fasern oder Webstoffe daraus, wie z. B. Glasfasern; Naturkautschuk und verschiedene Synthesekautschuke. Da eine Silikonkautschuk-Zusammensetzung im allgemeinen dazu neigt, gut an Kunstfasern und Webstoffen daraus zu haften, wie beispielsweise Nylonfasern, Polyamidfasern, Imidfasern des Typs, zu dem auch Kevlar®-Fasern zählen, und Polyurethanfasern, wie beispielsweise Spandex, wird sie insbesondere vorteilhaft für die Herstellung von Silikongummi-beschichteten Geweben verwendet, die als Airbags nützlich sind.
  • Die Silikongummifilm-bildende Zusammensetzung kann auf verschiedene Arten gehärtet werden, um einen Silikongummifilm zu bilden. Die Zusammensetzung kann bei spielsweise durch Auftragen oder Kalandrieren vorgeformt werden. Sie kann durch Rakelbeschichtung, Aufstreichen, Tauch- oder Spritztechniken aufgetragen werden. Wenn die Zusammensetzung fest ist, kann sie in einem organischen Lösungsmittel gelöst werden, wie zuvor erwähnt, und mit einer geeigneten Beschichtungstechnik, wie z. B. Rakelbeschichtung, Aufstreichen, Tauch- oder Spritztechnik auf einen geeigneten Träger aufgetragen werden. In jedem Fall wird die Zusammensetzung dann gehärtet, wobei entsprechend dem jeweiligen Härtungsmechanismus der Zusammensetzung geeignete Bedingungen gewählt werden. Bei einem System, bei dem organische Peroxide als Härter verwendet werden, kann die Zusammensetzung mit Heißluft mit etwa 150 bis 550ºC mehrere Sekunden bis etwa 20 min lang vulkanisiert oder bei etwa 110 bis 180ºC etwa 3 bis 15 min lang formgepreßt werden. Bei einem Additions-Härtungssystem, bei dem Organohydrogenpolysiloxan in Kombination mit einem Platinkatalysator als Härter eingesetzt wird, kann die Zusammensetzung mit Heißluft mit etwa 100 bis 400ºC mehrere Sekunden bis zu weniger als 20 min vulkanisiert oder bei etwa 100 bis 200ºC etwa 30 Sekunden bis 10 min lang spritzpreßgeformt oder formgepreßt werden.
  • Auf diese Weise werden Silikongummifilme und -überzüge gebildet. Diese Filme und Überzüge bleiben ungeschäumt und frei von Klebrigkeit an ihrer Oberfläche, wenn die 10 um bis 1 mm dick sind, insbesondere, wenn sie 30 bis 200 um dick sind. Diese Vorteile werden bei Filmen und Überzügen mit einer Dicke von unter 10 um weniger herausragend, während bei Filmen und Überzügen mit einer Dicke von über 1 mm die Tendenz zur Bildung von Schaumzellen besteht.
  • Die so hergestellten Silikongummifilme und -überzüge sind in einer großen Vielzahl von Bereichen nützlich, beispielsweise als Dichtungsmittel, Abdeckungen, Verpackungsmaterialien, Silikongummi-Beschichtungsmaterialien, elektrische Isolatoren, Membranen, Dichtungen, Airbags, Zelte, Leitungen oder Schläuche, medizinische Materialien und Bekleidungsstücke.
  • BEISPIELE
  • Nachstehend werden zur Veranschaulichung, keineswegs jedoch als Einschränkung, Beispiele für die vorliegende Erfindung zusammen mit Vergleichsbeispielen angeführt. Alle Teile sind Gewichtsteile. In den Beispielen wurde die Viskosität bei 25ºC gemessen, und die Haftkraft wurde nach dem Verfahren gemäß JIS K-6301 gemessen.
  • Beispiel 1 & Vergleichsbeispiel 1
  • Zu 100 Teilen Methylvinylpolysiloxan, das aus 99,8 Mol-% Dimethylsiloxaneinheiten und 0,2 Mol-% Vinylmethylsiloxaneinheiten bestand und eine Viskosität von 5.000.000 cSt aufwies, wurden 40 Teile hydrophober Kieselsäurerauch, der mit einer Trimethylsilylgruppe oberflächenbehandelt war und eine spezifische Oberfläche von 200 m²/g aufwies, und 2 Teile α,ω-Dimethylpolysiloxandiol mit einer Viskosität von 20 cSt zugegeben. Das Gemisch wurde in einem Knetmischer gleichmäßig durchgeknetet und bei 160ºC 2 h lang wärmebehandelt, wodurch Verbindung A erhalten wurde.
  • Zu 100 Teilen von Verbindung A wurden 4 Teile Azodicarbonamid (Cellmike CAP-250, hergestellt von Sankyo Kasei K. K.) und 1,2 Teile organisches Peroxid mit 50% Reinheit, 2,4-Dichlorbenzoylperoxid, als Härter zugegeben. Das Gemisch wurde unter Verwendung einer Zwillingswalzenmühle gleichförmig gemahlen. Es wurde bei 120ºC und 20 kg 10 min lang preßvulkanisiert, wodurch eine Bahn mit einer Dicke von 0,5 mm erhalten wurde (Beispiel 1).
  • Zu Vergleichszwecken wurde eine Bahn mit einer Dicke von 0,5 mm (Vergleichsbeispiel 1) nach dem gleichen Verfahren wie oben hergestellt, mit der Ausnahme, daß Verbindung A kein Azodicarbonamid zugegeben wurde.
  • Von jeder der Silikongummibahnen wurde, wie in Fig. 1 zu sehen, ein Paar Bahnabschnitte 1 übereinandergelegt, zum Druckverbinden 2 h lang einem Druck von 20 kp/cm² ausgesetzt und dann in Teststücke mit einer Breite von 2,5 cm geschnitten. Unter Einsatz eines Zugfestigkeitstesters wurde ein 180º-Abziehtest durchgeführt, indem ein Abschnitt 1 mit einer Geschwindigkeit von 500 mm/min in eine Richtung im Winkel von 180º zum anderen Abschnitt gezogen wurde, wie in Fig. 1 gezeigt. Die Zuglast ist ein Maß für die Oberflächenklebrigkeit der gehärteten Silikongummibahn. Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 gezeigt. Bei beiden Bahnen waren mit dem freien Auge keine Schaumzellen zu erkennen. Tabelle 1
  • Beispiele 2, 3 & Vergleichsbeispiele 2 bis 6
  • Einige Zusammensetzungen wurden aus Verbindung A aus Beispiel 1 hergestellt, indem der Schäumer Azodicarbonamid (Cellmike CAP-250) in Mengen von 0,08 Teilen (Vergleichsbeispiel 2), 5 Teilen (Beispiel 2) und 12 Teilen (Vergleichsbeispiel 3) zugegeben wurde. Einige Zusammensetzungen wurden auf ähnliche Weise aus Verbindung A aus Beispiel 1 hergestellt, indem Azobisisobutyronitril in Mengen von 0,08 Teilen (Vergleichsbeispiel 4), 5 Teilen (Beispiel 3) und 12 Teilen (Vergleichsbeispiel 5) zugegeben wurde. Jeder dieser Zusammensetzungen wurden 1,2 Teile organisches Peroxid mit 50%-iger Reinheit, 2,4-Dichlorbenzoylperoxid, als Härter wie in Beispiel 1 zugegeben. Nach dem Verfahren aus Beispiel 1 wurden aus diesen Zusammensetzungen Bahnen mit einer Dicke von 0,5 mm hergestellt. Eine Bahn wurde nach dem gleichen Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Bahn 1,1 mm dick war (Vergleichsbeispiel 6).
  • Das Oberflächen-Erscheinungsbild dieser Bahnen wurde durch visuelle Betrachtung bewertet, und ihre Oberflächenklebrigkeit wurde nach der gleichen Vorgangsweise wie in Beispiel 1 gemessen. Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 gezeigt. Tabelle 2
  • * Gewichtsteile pro 100 Gewichtsteilen Methylvinylpolysiloxan
  • Anmerkung: ADA: Azodicarbonamid
  • ABN: Azobisisobutyronitril
  • NM: unmeßbar
  • Beispiel 4
  • Zu Verbindung A aus Beispiel 1 wurden 5 Teile Azodicarbonamid (Cellmike CAP-250) und 3,5 Teile organisches Peroxid mit 50%-iger Reinheit, 2,4-Dichlorbenzoylperoxid, als Härter zugegeben. Das Gemisch wurde unter Verwendung einer Dreiwalzenmühle einheitlich gemahlen und zu Bahnen geformt. Das Gemisch in Bahnform wurde in Toluol gelöst, um eine Toluollösung zu bilden, die 25 Gew.-% der Silikon menge enthielt (Beispiel 4).
  • Zu Vergleichszwecken wurde ein Toluollösung auf ähnliche Weise hergestellt, mit der Ausnahme, daß kein Azodicarbonamid zugegeben wurde (Vergleichsbeispiel 7).
  • Jede der Lösungen wurde bis zu einer Dicke von 70 um (beim Trocknen) auf eine Oberfläche eines Nylonfaser-Gewebes mit glatter Bindung aufgetragen, das eine Dichte von 18 · 17 Strängen /25 mm hatte, mit Luft bei 25ºC 30 min lang getrocknet und durch Erhitzen auf 190ºC für 7 min vulkanisiert.
  • An jedes der beschichteten Gewebe wurde, wie aus Fig. 2 zu entnehmen, ein Paar beschichteter Gewebeabschnitte eng aneinandergelegt, so daß die Silikongummi-Beschichtungsabschnitte 3 einander zugewandt waren, während sich die Nylonfaser- Abschnitte 2 außenhalb befanden. Das nachfolgende Verfahren zum Bestimmen der Oberflächenklebrigkeit des gehärteten Überzugs waren die gleichen wie in Beispiel 1. Die Ergebnisse werden in Tabelle 3 gezeigt. Bei beiden Bahnen waren mit freiem Auge keine Schaumzellen zu erkennen. Tabelle 3
  • Die Anmelderin hat gezeigt, wie diese Zusammensetzungen zu filmen, Bahnen oder Überzügen heißgehärtet werden können, die geringe Oberflächenklebrigkeit aufweisen und im wesentlichen ungeschäumt sind.
  • Da derartige Filme und Überzüge kein Aufbringen von Stäubungspulver erfordern, ist es möglich, das Herstellungsverfahren für den Silikongummifilm oder -überzug zu vereinfachen und einige Probleme herkömmlicher Silikongummifilme und -überzüge auszuschalten, einschließlich der Umwelt- und hygienischen Probleme, die Stäubungspulver mit sich bringt, der Ablagerung von Verunreinigungen und Bruchstücken und der Verschmelzung und Haftung übereinandergelegter oder gefalteter Filme oder Überzüge. Auch nachdem die Silikongummibahn für längere Zeit gefaltet gehalten wurde, können die gefalteten Abschnitte ohne lokales Verschmelzen problemlos getrennt werden. Derartige Bahnen eignen sich insbesondere für Airbags.
  • Es sind zwar einige bevorzugte Ausführungsformen beschrieben worden, im Lichte der obigen Lehren können jedoch Modifikationen und Variationen daran vorgenommen werden. Es versteht sich daher, daß die Erfindung auch anders, als in den obigen spezifischen Ausführungsformen beschrieben, in die Praxis umgesetzt werden kann.

Claims (11)

1. Verfahren zur Herstellung eines Silikongummifilms mit geringer Klebrigkeit durch Härten eine Silikonkautschuk-Zusammensetzung, die umfaßt:
(A) 100 Gewichtsteile Organopolysiloxan der folgenden durchschnittlichen Zusammensetzungsformel:
R¹aSiO(4-a)/2 (1)
worin die Gruppen R¹ unabhängig voneinander aus substituierten und unsubstituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen ausgewählt sind, a = 1, 98 bis 2,01 ist und das Organopolysiloxan bei 25ºC eine Viskosität von zumindest 300 Centistokes aufweist,
(B) 0,1 bis 10 Gewichtsteile eines Mittels, ausgewählt aus Azobisisobutyronitril, Dinitrosopentamethylentetramin, Benzolsulfohydrazid, N,N'-Dinitroso-N,N'-dimethylterephthalamid und Azodicarbonamid, und.
(C) einen Härter,
um den Film ungeschäumt (so daß mit freiem Auge kein Schaum erkennbar ist) in einer Dicke im Bereich von 10 um bis 1 mm auszubilden, mit der Maßgabe, daß der Film kein selbstklebender Film ist, bei dem ein sauerstoffhältiges Borderivat mit dem flüssigen Organopolysiloxan umgesetzt wurde.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Film in einer Dicke im Bereich von 30 bis 200 um ausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, worin in Komponente (A) die Gruppen R¹ 1 bis 12 Kohlenstoffatome aufweisen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, worin die Gruppen R¹ aus Methyl-, Ethyl-, Phenyl-, γ-Trifluorpropyl-, Cyanoethyl-, Vinyl- und Allylgruppen ausgewählt sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, worin von den Gruppen R¹ zumindest 50 Mol-% Methylgruppen sind.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem Komponente (B) mit 2 bis 6 Gewichtsteilen zugemischt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, worin der Härter ein organisches Peroxid ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin der Härter ein Organohydrogenpolysiloxan in Kombination mit einem Platinkatalysator ist.
9. Im wesentlichen ungeschäumter Silikongummifilm mit einer Dicke von 10 um bis 1 mm, erhalten nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
10. Verwendung eines Mittels, ausgewählt aus Azobisisobutyronitril, Dinitrosopentamethylentetramin, Benzolsulfohydrazid, N,N'-Dinitroso-N,N'-dimethylterephthalamid und Azocarbonamid, um die Oberflächenklebrigkeit eines Silikongummifilms zu verringern,
wobei die Verwendung durch Härten einer Silikonkautschuk-Zusammensetzung erfolgt, die umfaßt:
(A) 100 Gewichtsteile Organopolysiloxan der folgenden durchschnittlichen Zusammensetzungsformel:
R¹aSiO(4-a)/2 (1)
worin die Gruppen R¹ unabhängig voneinander aus substituierten und unsubstituierten einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen ausgewählt sind, a = 1,98 bis 2,01 ist und das Organopolysiloxan bei 25ºC eine Viskosität von zumindest 300 Centistokes aufweist,
(B) 0,1 bis 10 Gewichtsteile des Mittels,
(C) einen Härter,
um den Film ungeschäumt (so daß mit freiem Auge kein Schaum erkennbar ist) in einer Dicke im Bereich von 10 um bis 1 mm auszubilden, mit der Maßgabe, daß der Film kein selbstklebender Film ist, bei dem ein sauerstoffhältiges Borderivat mit dem flüssigen Organopolysiloxan umgesetzt wurde.
11. Verwendung nach Anspruch 10 gemäß der Merkmale nach einem der Ansprüche 2 bis 8.
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