DE69811651T2 - Enthaarungszusammensetzungen, die bereitung und die verwendung derselben - Google Patents
Enthaarungszusammensetzungen, die bereitung und die verwendung derselbenInfo
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Description
- Diese Erfindung betrifft Enthaarungszusammensetzungen, insbesondere diejenigen in Form eines Gels.
- Zusammensetzungen zum Entfernen überflüssiger Körperbehaarung sind gut bekannt. Es gibt verschiedende Arten davon. Eine Art der Zusammensetzung liegt in Form einer Creme vor, die ein Enthaarungsmittel enthält, welches Haarkeratin abbaut. Im Fall einer Enthaarungscreme wird Haar dadurch entfernt, dass die Creme auf eine zu enthaarende Hautfläche aufgetragen, die Creme eine Zeit, die ausreicht, dass das Haar chemisch aufgelöst wird, auf der Haut gelassen und dann die Creme und unerwünschtes Haar von der Haut abgewischt und/oder abgewaschen wird. Ein andere Art der Zusammensetzung liegt in Form eines Wachses vor, welches zunächst erwärmt wird, bevor es in einem im Allgemeinen geschmolzenen Zustand auf die Haut aufgetragen wird. Man lässt es sich dann verfestigen, bevor es zusammen mit unerwünschtem Haar von der Haut entfernt wird.
- Die Britische Patentbeschreibung Nr. GB 2 223 170 offenbart eine zweiteilige Enthaarungszusammensetzung, in welcher der erste Teil Polyvinylalkohol (PVA) umfasst und der zweite Teil Borax und einen Polyhydroxyalkohol oder Kongorot umfasst; wobei der zweite Teil dazu dient, eine kontrollierte Vernetzungsgeschwindigkeit des PVA zu bewirken. Nach der in situ-Vernetzung verfestigen sich solche Zusammensetzungen, was die Verwendung eines Weichmachers erfordert, um zu ermöglichen, den Feststoff von der Haut abzuschälen. Solche Zusammensetzungen enthalten vorzugsweise auch einen oberflächenaktiven Stoff.
- Enthaarungszusammensetzungen in Form eines Gels sind weniger geläufig und Versuche, solche Gele zu vermarkten, haben nur begrenzten Erfolg gehabt. Die Gele neigten dazu, ein höheres Hautreizungsvermögen als Cremeenthaarungsmittel aufzuweisen und wurden wegen der Beschaffenheit des in der Formulierung vorliegenden Polymers sehr klebrig, wenn sie abgespült wurden. Außerdem müssen Enthaarungszusammensetzungen einen hohen pH- Wert aufweisen, und man stieß beim Formulieren eines Gels, welches bei solch stark alkalischen Bedingungen stabil sein würde, auf Probleme.
- Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Enthaarungszusammensetzung in Form eines Gels bereitzustellen, die nicht an diesen Nachteilen leidet.
- Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Enthaarungszusammensetzung in Form eines Gels bereitzustellen, die ohne Treibgas auf die Haut gesprüht werden kann. Es ist ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Enthaarungsgel mit einer verminderten Neigung zum Reizen der Haut bereitzustellen.
- Es ist festgestellt worden, dass diese Ziele durch Bilden eines Gels aus zwei wasserlöslichen Polymerkomponenten und in einer pH-Umgebung, die durch ein bevorzugtes Puffersystem aufrecht erhalten wird, erreicht werden können. Eine der Polymerkomponenten stellt das Gel mit geeigneter Viskosität bereit und die andere Polymerkomponente trägt zur Stabilität des Gels bei.
- Folglich stellt ein Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Enthaarungszusammensetzung in Form eines wässrigen, alkalischen Gels bereit, umfassend:
- (i) ein erstes polymeres Bindemittel, umfassend ein geladenes, vernetztes, wasserlösliches Polymer;
- (ii) ein zweites polymeres Bindemittel, umfassend ein lineares, wasserlösliches Polymer;
- (iii) ein Enthaarungsmittel und
- (iv) ein Puffersystem, geeignet den pH-Wert der Zusammensetzung auf einem Wert von 10,5 bis 13,0 zu halten.
- Vorzugsweise bleibt die Zusammensetzung bei Verwendung in Form eines wässrigen, alkalischen Gels.
- Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Enthaarungszusammensetzung bereitgestellt, umfassend:
- (i) Bilden eines ersten Vorgemisches durch Vermischen von Wasser und einem ersten polymeren Bindemittel, das ein geladenes, vernetztes, wasserlösliches Polymer umfasst; Bilden eines zweiten Vorgemisches durch Vermischen von Wasser, einem Puffer und einem zweiten polymeren Bindemittel, das ein lineares, wasserlösliches Polymer umfasst; und gegebenenfalls Bilden eines dritten Vorgemisches durch Vermischen eines Enthaarungsmittels und eines Keratinabbaubeschleunigers;
- (ii) Zugeben eines Enthaarungsmittels oder des dritten Vorgemisches zum zweiten Vorgemisch unter Rühren;
- (iii) Zugeben des ersten Vorgemisches zum erhaltenen Gemisch unter Rühren; und
- (iv) Einstellen des pH-Wertes auf einen Wert zwischen 10,5 und 13,0.
- Die Enthaarungszusammensetzungen der vorliegenden Erfindung besitzen folglich einzigartige rheologische Qualitäten, die unter anderem durch ihre charakteristischen Viskositätseigenschaften definiert werden können. Zum Beispiel liegt die Schergeschwindigkeit (in Sekunden&supmin;¹), die benötigt wird; um die Viskosität des Gels um die Hälfte zu verringern, im Bereich von etwa 10&supmin;² s&supmin;¹ bis etwa 200 s&supmin;¹, bevorzugt von etwa 1 s&supmin;¹ bis etwa 50 s&supmin;¹. Solch ein starkes Abfallen der Viskosität von Enthaarungszusammensetzungen ist bei Formulierungen im Stand der Technik über diese Schergeschwindigkeitsbereiche nicht beobachtet worden. Bei einer geringen Schergeschwindigkeit von etwa 10&supmin;² s&supmin;¹ liegt die Viskosität der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung in der Größenordnung von 10³ Pas (10&sup6; cP), während bei einer hohen Schergeschwindigkeit von etwa 500 s&supmin;¹ ihre Viskosität in der Größenordnung von etwa 0,1 Pas (100 cP) liegt. Bei einer sehr hohen Schergeschwindigkeit in der Größenordnung von 4 · 10&sup4; s&supmin;¹, wie sie durch eine Sprühpumpe bewirkt wird (siehe Tabelle 2 nachstehend), ist es außerordentlich schwierig, die Viskosität zu messen, aber man kann davon ausgehen, dass die der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sehr gering sein würde.
- Vorzugsweise weist ein Gel gemäß der vorliegenden Erfindung eine einzigartige Viskosität und Elastizität, eine anhaltend hohe Ionenstärke und einen hohen pH-Wert auf.
- Das vernetzte Polymer der ersten Komponente ist eines, das bei einem hohen pH-Wert (pH 10,5 bis 13) quillt und vorzugsweise nur Quervernetzungen aus Kohlenstoff-Kohlenstoff- Bindungen aufweist. Stärker bevorzugt liegt der Elastizitätsmodul der ersten Komponente im Bereich von 200 Pa bis 1000 Pa, günstigerweise 400 Pa bis 600 Pa, wenn bei einer Frequenz von 10 rad/s, bei einer Temperatur von 20ºC und einer Spannung von 0,1 gemessen wird. Der elastische (Speicher-) Modul (G') entspricht der Energie, die durch das Material gespeichert und abgegeben werden kann.
- Geeignete erste Komponenten schließen ein vernetztes Acrylpolymer ein, wie ein Carbomer, zum Beispiel Ultrez 10 und/oder Carbopol ETD 2020 von Goodrich und Structure 2000 und 3001 von National Starch. Ein anderes geeignetes Polymer ist ein vernetztes Polyacrylamid, wie Seppigel 305. Am stärksten bevorzugt ist das Polymer der ersten Komponente ein mit Dodecadien vernetztes Copolymer aus Methylvinylether und Maleinsäureahydrid, das von ISP unter der Handelsbezeichnung Antaron Stabilise 06 erhältlich ist.
- Vorzugsweise enthält die Enthaarungszusammensetzung 0,1 Gew.-% bis 3,0 Gew.-% der ersten Komponente.
- Die zweite Komponente ist ein lineares, nichtionisches Polymer und/oder ein positiv geladenes Polymer und/oder ein negativ geladenes Polymer. Die zweite, lineare Komponente ist eine, die als Suspensionsmittel für das Gel fungiert und den Elastizitätsmodul davon mäßigt, um Streichfähigkeit zu ermöglichen. Ein beliebiges geeignetes lineares Polymer kann gewählt werden, das ermöglicht, die Gelstruktur bei dem osmotischen Druck in der Zusammensetzung aufrecht zu erhalten. Solche linearen Polymere schließen hydrophile Polymere mit einem Molekulargewicht von weniger als etwa 600 und nichtionische, gelbildende Polymere ein. Zum Beispiel kann die zweite Komponente ein wasserlösliches, nichtionisches Polymer, wie Polyethylenimin, Polyethylenoxid oder Polyethylenglycol (PEG), ein hydrophob modifiziertes Polyol, wie Acrysol 44 von Rohm and Haas, oder ein Polyvinylpyrrolidon, wie PVP K von ISP oder Luviskol von BASF, umfassen.
- Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Komponente ein natürliches wasserlösliches Polymer, wie Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Cetylhydroxyethyl- oder -propylcellulose (zum Beispiel Natrosol Plus von Aqualon), Stärke, Polyglucosid, ein Polysaccharid, wie ein Alginat, Guargummi, Carrageenan (λ, κ; τ), ein Sclerotiumgummi, ein Polypeptid mit oder ohne eine beliebige Alkylkettenmodifikation (C1 bis C18) und kationischen Endgruppen, wie quartäre Ammoniumgruppen mit Gegenionen wie Chloriden und Bromiden, oder ein Copolymer aus Natriumacrylat und Dimethyldiallylammoniumchlorid (wie das als Merquat bekannte) oder ein Copolymer aus Hydroxyethylcellulose und Dimethyldiallylammoniumchlorid (wie das als Celquat bekannte) umfassen.
- Am stärksten bevorzugt umfasst die zweite Komponente Polyethylenimin (wie das, das unter dem Handelsnamen Lupasol von BASF bekannt ist) und/oder Polyvinylpyrrolidon (wie das, das unter der Handelsbezeichnung PVP K-30 von ISP bekannt ist).
- Vorzugsweise enthält die Enthaarungszusammensetzung 0,2 Gew.-% bis 3,0 Gew.-% der zweiten Komponente.
- Die ersten und zweiten Komponenten bilden, wenn sie gemäß der vorliegenden Erfindung kombiniert werden, ein polymeres Bindemittel mit einzigartiger Viskosität und Elastizität.
- Das Enthaarungsmittel kann einen beliebigen Stoff, der Keratin abbauen kann, umfassen und kann zum Beispiel eine Schwefelverbindung, wie Kaliumthioglycolat, Dikaliumthioglycolat oder Thioglycerin, sein.
- Vorzugsweise enthält die Enthaarungszusammensetzung 0,1 Gew.-% bis 6,0 Gew.-% Enthaarungsmittel, bevorzugt etwa 3,0 Gew.-% bis 5,0 Gew.-%.
- Die Zusammensetzung kann gegebenenfalls auch eine oder mehrere Komponenten enthalten, die die Keratinreduktionsreaktion beschleunigen werden, wie Harnstoff, Thioharnstoff oder Dithioerythritol, Dimethylisosorbid (DMI), Ethoxydiglycol (Transcutol) und Methylpropyldiol (MPdiol). DMI ist bevorzugt.
- Es ist wichtig, dass der pH-Wert der Zusammensetzung im Bereich von etwa 10,5 bis 13 und vorzugsweise etwa 11,0 bis 12,5 liegt, um eine gute Enthaarung innerhalb von etwa 5 Minuten bereitzustellen. Um dies zu erreichen, sollte ein geeigneter Puffer, wie Natriumsilikat und/oder L-Arginin, Natriumnikotinat und Kaliumpolyethylenimin oder ein Phosphat, anwesend sein.
- Im Allgemeinen wird das Puffersystem in einer Menge von etwa 2,0 Gew.-% bis 8,0 Gew.- %, bevorzugt von etwa 2,0 Gew.-% bis 4,0 Gew.-% vorliegen.
- Vorteilhafterweise umfasst das Puffersystem von 2,0 Gew.-% bis 3,0 Gew.-% L-Arginin und von 0 bis 1,0 Gew.-% Polyethylenimin.
- Das pH-Puffersystem stellt vorzugsweise eine Wirksamkeit der Enthaarung innerhalb von 5 Minuten sicher, während auch die Hautreizung minimiert wird.
- Um eine minimale Hautreizung zu erreichen, ist eine Zusammensetzung bevorzugt, die L-Arginin und/oder Polyethylenimin, Harnstoff und Kalium- und/oder Dikaliumthioglycolat enthält.
- Gemäß einer bevorzugten Enthaarungszusammensetzung der vorliegenden Erfindung wird ein wässriges, alkalisches Gel bereitgestellt, umfassend:
- (i) 0,1% bis 3,0% Gew./Gew. eines ersten polymeren Bindemittels, umfassend ein geladenes, vernetztes, wasserlösliches Polymer, vorzugsweise ein mit Dodecadien vernetztes Copolymer aus Methylvinylether und Maleinsäureahydrid;
- (ii) 0,2% bis 3,0% Gew./Gew. eines zweiten polymeren Bindemittels, umfassend ein lineares, wasserlösliches Polymer, vorzugsweise Polyethylenimin und/oder Polyvinylpyrrolidon;
- (iii) 0,1% bis 6,0% Gew./Gew., vorzugsweise 3,0% bis 5,0% Gew./Gew. eines Enthaarungsmittels, vorzugsweise Kalium- und/oder Dikaliumthioglycolat;
- (iv) 2,0% bis 6,0% Gew./Gew., vorzugsweise 2,0% bis 4,0% Gew./Gew. eines Puffersystems, vorzugsweise L-Arginin und/oder Polyethylenimin; und gegebenenfalls
- (v) 5,0% bis 10,0% Gew./Gew. eines Beschleunigers für den Abbau von Keratin, vorzugsweise Harnstoff;
- wobei die Zusammensetzung bei Verwendung vorzugsweise in Form eines wässrigen, alkalischen Gels bleibt.
- Die Gele gemäß der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise transparent und bleiben bei Verwendung transparent, in Abhängigkeit von der Menge anwesender Wirkstoffe und vom Mischverfahren. Im Allgemeinen fühlen sie sich dick und reichhaltig an und sind mit Wasser ausgezeichnet abspülbar. Außerdem ist es nicht notwendig, einen oberflächenaktiven Stoff in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung einzuschließen, und daher ist es weniger wahrscheinlich, dass sie eine Hautschädigung verursachen.
- Aufgrund der speziellen Rheologie des polymeren Bindemittels ist es möglich, Perlen, Farbstoffe und/oder Ölpartikel einzuschließen, die in dem Gel dispergiert bleiben werden. Fakultative Exzipientien schließen Verbindungen zum Beruhigen der Haut, wie Azulen oder Jojoba, und Polyethylenglycolester, um die Reizung zu vermindern, ein. Geeignete Perlen schließen verkapselten Algenextrakt und süßes Mandelöl (Elespher) ein. Es ist auch möglich, hydratisierende, beschleunigende und/oder reduzierende Mittel in Perlen einzuschließen. Zum Beispiel können wasserlösliche Materialien, wie Harnstoff, Kaliumthioglycolat oder Thioglycerin in Perlen eingeschlossen sein, so dass diese Wirkstoffe verkapselt sind. Obgleich es möglich ist, ein Gel gemäß der vorliegenden Erfindung bereitzustellen, das zum Sprühen geeignete viskoelastische Eigenschaften aufweist, kann das Enthaarungsmaterial alternativ mittels einer Rollervorrichtung oder in einer herkömmlichen Duschgelverpackung aufgetragen werden.
- Andere Bestandteile können in den Zusammensetzungen der Erfindung enthalten sein, wie sie auf dem Fachgebiet bekannt sind.
- Sofern nicht anders angegeben, sind alle hier erwähnten Gewichtsprozentsätze auf das Gewicht der Gesamtzusammensetzung bezogene Gew.-%.
- Zum besseren Verständnis der Erfindung und um zu zeigen, wie dieselbe umgesetzt werden kann, wird jetzt als Beispiel auf die begleitenden Zeichnungen Bezug genommen werden, wobei:
- Abb. 1 eine graphische Darstellung von Scherspannung (Pa) gegen Schergeschwindigkeit (s 1) für eine Reihe von polymeren Bindemitteln (erste Komponente) für die Zusammensetzung der Erfindung ist;
- Abb. 2 eine graphische Darstellung der Fließpunkte (Pa) der Bindemittel der Abb. 1 gegen die Gehalte des vernetzten Polymers (erste Komponente) (% Gew./Gew.) der Bindemittel ist;
- Abb. 3 eine graphische Darstellung von Viskositäten (Pas) der Bindemittel der Abb. 1 gegen die Schergeschwindigkeit (s1) der Bindemittel ist und
- Abb. 4 eine graphische Darstellung der elastischen (G') und viskosen (G") Moduln gegen Spannung/Schub (Pa) der ersten Komponente der Zusammensetzung ist.
- Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung:
- Eine Reihe von Enthaarungsgelen wurde mit den in der folgenden Tabelle 1 gezeigten Zusammensetzungen hergestellt: TABELLE 1
- Alle Mengen sind als Gew.-%/Gewicht Gesamtzusammensetzung ausgedrückt. Polymer A war ein mit Dodecadien vernetztes Methylvinylether/Maleinsäureanhydrid-Copolymer, das unter der Handelsbezeichnung Antaron ST06 von ISP bekannt ist, und Polymer B war Polyvinylpyrrolidon, das unter der Handelsbezeichnung PVP K-30 von ISP bekannt ist. Das pH-Puffersystem war eine Kombination aus 2% Gew./Gew. L-Arginin und 1% Gew./Gew. Polyethylenimin.
- In jedem Fall wurde ein Olsa-Mischer unter planearem Rühren und ein Rührer mit hoher Scherung, der mit einem Vakuum- und Heiz/Kühlsystem ausgerüstet war, verwendet. Die Arbeitsweise war folgendermaßen:
- Das Wasser wurde in den Mischer eingebracht und Polymer A wurde langsam unter Rühren zugesetzt. Als das Polymer dispergiert worden war, wurde das Erwärmen begonnen, während ein Vakuum von etwa 0,5 bis 0,8 bar gehalten wurde, um Luftblasen zu vermeiden. Die Vakuumpumpe arbeitete intervallweise, um einen Wasserverlust zu vermindern. Als die Temperatur etwa 80ºC erreicht hatte, hatte sich ein beinahe klares Gel gebildet. Dies ließ man abkühlen und über Nacht quellen.
- Das Wasser und Polymer B wurden in den Mischer eingetragen und 2 Minuten homogenisiert. Das pH-Puffersystem wurde dann zugesetzt und das Gemisch weitere 2 Minuten homogenisiert.
- Der Harnstoff wurde dem Kaliumthioglycolat in einem Becherglas zugesetzt und 1 Stunde bis zur vollständigen Auflösung gerührt.
- Phase 2 wurde in das Gefäß eingebracht und Phase 3 wurde unter 15 minütigem Rühren zugesetzt. Ein weißer Niederschlag erschien. Phase 1 wurde zugesetzt; während langsam unter Vakuum (0,5 bar) unter planearem Rühren gemischt wurde und der Rührer mit hoher Scherung bei geringer Geschwindigkeit arbeitete. Das Gemisch wurde 30 Minuten homogenisiert, bis sich ein klumpiges Gel gebildet hatte. Das Kaliumhydroxid wurde dann zugesetzt. Das Gel wurde klar und transparent. Der pH-Wert wurde, wenn notwendig, auf 11,0 bis 12,5 eingestellt.
- Jedes der erhaltenen Gele wurde einer rheologischen Messung unterworfen. Die berücksichtigten Parameter waren Scherspannung, Schergeschwindigkeit, Viskosität und Fließpunkt. Die Ergebnisse sind in den Abbildungen gezeigt.
- Wie man aus Abb. 1 sehen kann, ist die Veränderung der Scherspannung mit der Schergeschwindigkeit zwischen 0 und 500 s&supmin;¹ nicht linear und somit weist das Gel ein nichtnewtonsches Verhalten mit einem Fließpunkt auf. Der Fließpunkt ist die Spannung, die erforderlich ist, um das Gel zum Fließen zu bringen. Abb. 2 zeigt, dass sich die Veränderung des Fließpunktes (τ0), d. h. die Scherspannung bei Schergeschwindigkeit null exponentiell verändert. Für eine kleine Veränderung in der Menge des Polymers A kann die Veränderung im Fließpunkt, d. h. die Veränderung in Streichfähigkeit oder Konsistenz, signifikant sein.
- Die folgende Tabelle, Tabelle 2, gibt charakteristische Schergeschwindigkeiten von Produkten, die mit einem herkömmlichen Pumpspray zu versprühen sind, und Produkten, die aus einer Duschgelverpackung aufzutragen sind, an. TABELLE 2
- Der Zusammenhang zwischen Schergeschwindigkeit und Viskosität ist in Abb. 3 gezeigt, aus der man sehen kann, dass die Viskosität bei den in Tabelle 2 angegebenen Schergeschwindigkeiten sehr gering ist.
- Es ist festgestellt worden, dass der Fließpunkt des Gels nicht mehr als 100 bis 200 Pa sein sollte, damit es mit einem Pumpspray versprühbar ist. Wenn das Gel jedoch in einer Duschgelverpackung zu verwenden ist, kann der Fließpunkt 300 Pa betragen. Auch damit das Produkt noch 5 Minuten auf der Haut bleibt, wenn es senkrecht gehalten wird, muss der Fließpunkt etwa 60 Pa oder mehr sein. Somit sind Gele, bei denen Polymer A 2,0% bis 2,5% Gew./Gew. ausmacht, zum Sprühen bevorzugt, während etwas geringere prozentuale Anteile an Polymer A vorliegen können, wo das Gel in Form einer Duschgelverpackung zu verwenden ist.
- In einer weiteren Reihe von Versuchen wurde das blaue Pulver Azulen in dickflüssigem Paraffinöl gelöst, wobei eine 1%ige Gew./Gew. Lösung erzeugt wurde. 2% Gew./Gew. dieser Lösung wurden dann langsam jedem der vorstehenden Gele zugesetzt und 5 Minuten gerührt. Das Azulen blieb innerhalb des Gels in Form blauer öliger Tröpfchen stabil suspendiert. In Abhängigkeit von der Azulenkonzentration in dem Vorgemisch und der Konzentration des Vorgemisches in dem Gel konnte die Größe und Farbe der Tröpfchen und die Gesamttransparenz des Gels eingestellt werden.
- In einer weiteren Reihe von Versuchen wurden 0,5% Gew./Gew. Elespher langsam jedem Gel zugesetzt und 5 Minuten gerührt. Elespher besteht aus verkapselten Perlen aus Algenextrakt und süßem Mandelöl und weist eine grüne Farbe auf. Die Perlen waren stabil in dem Gel suspendiert.
- Gele wurden gemäß der folgenden Tabelle 3 hergestellt:
- % Gew./Gew.
- Phase 1
- Polymer A 1-3
- Wasser 40,0
- KOH 50% 4,0
- Gesamtsumme Phase 1 47,0
- Phase 2
- Polymer B 0,6 3
- Puffersystem 3,0
- Wasser 8,2
- Gesamtsumme Phase 2 11,8
- Phase 3
- Wasser 6.5
- Kaliumthioglycolat (30%) 14,7
- Gesamtsumme Phase 3 29,2
- Wasser bis 100,0
- KOH 50% 6,15
- Die Wassermenge wurde in Abhängigkeit von den vorliegenden Mengen der Polymere A und B verändert. Die Polymere A und B waren diejenigen, die in den Beispielen 1 bis 6 verwendet wurden, und die verwendete Mischtechnik war diejenige, die in diesen Beispielen beschrieben wurde. In jedem Fall wurden stabile, sprühbare Enthaarungsgele erhalten. Dies zeigte, dass für einen Bereich des Polymers A zwischen 1,0% und 3,0% ein Bereich des Polymers B zwischen 0,6% und 3,0% verwendet werden konnte und sich ein stabiles, sprühbares Gel bildete.
Claims (13)
1. Enthaarungszusammensetzung in der Form eines wässrigen, alkalischen Gels,
umfassend:
(i) ein erstes polymeres Bindemittel, umfassend ein geladenes, vernetztes,
wasserlösliches Polymer;
(ii) ein zweites polymeres Bindemittel, umfassend ein lineares, wasserlösliches
Polymer;
(iii) ein Enthaarungsmittel; und
(iv) ein Puffersystem, geeignet den pH-Wert der Zusammensetzung auf einem Wert
von 10,5 bis 13,0 zu halten.
2. Enthaarungszusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei das vernetzte Polymer der
ersten Komponente ein vernetztes Acrylpolymer, ein vernetztes Polyacrylamid oder ein
mit Dodecadien vernetztes Copolymer aus Methylvinylether und Maleinsäureanhydrid
ist.
3. Enthaarungszusammensetzung gemäß Anspruch 1 oder 2, welches 0,1 bis 3,0%
Gew./Gew. der ersten Komponente enthält.
4. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die zweite
Komponente ein lineares, nichtionisches Polymer und/oder ein positiv geladenes
Polymer und/oder ein negativ geladenes Polymer umfasst.
5. Enthaarungszusammensetzung gemäß Anspruch 4, wobei die zweite Komponente einen
oder mehrere Bestandteile aus Polyethylenimin, Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenoxid,
Polyethylenglycol, Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Cetylhydroxyethylcellulose,
Cetylhydroxypropylcellulose, Stärke, einem Polyglucosid, einem Polysaccharid,
Guargummi, Carrageenan, einem Sclerotiumgummi, einem Polypeptid und einem
Copolymer aus Natriumacrylat oder aus Hydroxyethylcellulose mit
Dimethyldiallylammoniumchlorid umfasst.
6. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, welches 0,2
bis 3,0% Gew./Gew. der zweiten Komponente enthält.
7. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das
Enthaarungsmittel Kaliumthioglycolat oder Thioglycerin ist.
8. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, welches
einen Beschleuniger für den Abbau von Keratin enthält, wie Harnstoff, Thioharnstoff,
Dithioerythritol, Ethoxydiglycol oder Methylpropyldiol.
9. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, welches ein
Puffersystem, umfassend ein Silikat, Arginin, wie L-Arginin, ein Nikotinat,
Polyethylenimin oder ein Phosphat, enthält.
10. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche mit einem
Fließpunkt von nicht mehr als 200 Pa.
11. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die
Schergeschwindigkeit, die benötigt wird, um die Viskosität des Gels um die Hälfte zu
verringern, im Bereich von 102 s&supmin;¹ bis 200 s&supmin;¹, bevorzugt von 1 s&supmin;¹ bis 50 s&supmin;¹, liegt.
12. Enthaarungszusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche in der Form
eines sprühbaren Gels.
13. Verfahren zur Herstellung einer Enthaarungszusammensetzung nach einem der
vorstehenden Ansprüche, umfassend:
(i) Bilden eines ersten Vorgemisches durch Vermischen von Wasser und der ersten
Komponente; Bilden eines zweiten Vorgemisches durch Vermischen von Wasser,
einem Puffer und der zweiten Komponente; und gegebenenfalls Bilden eines
dritten Vorgemisches durch Vermischen eines Enthaarungsmittels und eines
Keratinabbaubeschleunigers;
(ii) Zugeben eines Enthaarungsmittels oder des dritten Vorgemisches zum zweiten
Vorgemisch unter Rühren;
(iii) Zugeben des ersten Vorgemisches zum erhaltenen Gemisch unter Rühren; und
(iv) Einstellen des pH-Wertes auf einen Wert zwischen 10,5 und 13,0.
Applications Claiming Priority (3)
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