DE9412355U1 - Absperrvorrichtung für Rohrleitungen zum Transport von flüssigen oder gasförmigen Medien - Google Patents
Absperrvorrichtung für Rohrleitungen zum Transport von flüssigen oder gasförmigen MedienInfo
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Description
Beschnei bung:
Die Erfindung betrifft eine Absperrvorrichtung für
Rohrleitungen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Reparatur- oder Montagearbeiten an Gasleitungen, die
sich in Betrieb befinden, d.h. die von Gas durchströmt werden, ist es notwendig, die Leitung vor Beginn der
Arbeiten vor und nach der Reparatur- bzw. Montagestelle
abzusperren, gegebenenfalls auch einen Bypass einzurichten.
üblicherweise verwendet man dafür dünnwandige Gummiblasen,
die über einen steifen Druckschlauch durch eine Bohrung in
die Rohrleitung eingeführt werden; der Austritt einer geringen Gasmenge wird dabei in Kauf genommen. Durch
Beaufschlagung mit Druckluft dehnt sich die Blase
ballonartig aus, bis der gesamte Rohrleitungsquerschnitt
verschlossen ist und die Blase durch den Fülldruck fest in der Leitung sitzt. Um zu verhindern, daß sich die
Absperrblase unkontrolliert in Rohr längsrichtung ausdehnt
und schließlich platzt, noch bevor der Fülldruck erreicht ist, umgibt man die Blase mit einer Umhüllung aus festem
Gewebe, die der Blase in aufgeblasenem Zustand Festigkeit
und Form gibt. Die Umhüllung ist also ein unverzichtbarer
Bestandteil der Blase, der aber zugleich verschiedene Nachteile mit sich bringt.
Durch die Umhüllung aus einem festen Gewebe, das kaum elastische Eigenschaften aufweist, kann sich die Blase beim
Füllen nicht an die jeweilige Rohrleitungsdimension
anpassen; für jede Rohrleitung muß deshalb eine deren Innendurchmesser angepaßte Blase verwendet werden. Infolge
der Umhüllung sind derartige Absperrblasen nicht in der Lage, die Rohrleitung vollständig zu verschließen; entlang
des Gewebes, das zwischen der Innenwand der Rohrleitung und der Gummihaut der Blase eine SchwächsteL Ie bildet, kann
SchLeichgas entweichen.
Ein zusätzlicher Nachteil ergibt sich aus dem Reibungskoeffizienten des Materials der Umhüllung auf dem
Material der Rohrleitung. Dieser ist so gering, daß die
Haftreibung infolge des Anpreßdruckes nicht immer ausreicht, um den sicheren Sitz der Absperrvorrichtung unter der
Belastung des Druckes aus der Rohrleitung zu gewährleisten.
Aus Sicherheitsgründen sind auch Absperrvorrichtungen
bekannt, bei denen zwei miteinander verbundene, aber getrennt beaufschlagbare Blasen hintereinander Liegen und
der Rohr Leitungsraum dazwischen über eine Öffnung entlüftet
werden kann. Auch diese Vorrichtungen bestehen aus den bereits erwähnten Blasen und sind somit mit deren Nachteilen
behaftet.
Vor diesem Hintergrund Liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, um mit einer Blase
nur einer Größe Rohrleitungen verschiedener Durchmesser
dicht und sicher absperren zu können.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Der Vorteil der Erfindung besteht vor allem darin, daß die Blase infolge der Festigkeit und Wanddicke des elastischen
Materials, vornehmlich Kautschuk, sich beim Aufblasen nicht unkontrolliert verformen kann. Dadurch ist es mögLich, auf
die Umhüllung zu verzichten und die damit verbundenen Nachteile zu vermeiden.
Infolge der zy I indermanteLförmigen GestaLt der Blase und des
elastischen Verhaltens ihres Materials ist deren AusdehnungsmögLichkeit in radialer Richtung so gut, daß sie
sich beim Aufblasen an verschiedene Rohrdurchmesser anpaßt und infolge ihres direkten Kontaktes zur Rohrinnenwand
keinen Austritt von Schleichgas mehr zuläßt. Zugleich hat das für die Blase verwendete elastische Material einen hohen
Reibungskoeffizienten, der einen sicheren Sitz der Blase in
der Rohrleitung gewährleistet.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Absperrvorrichtung mit
zwei hintereinander angeordneten Blasen und
Fig. 2 einen Längsschnitt durch die am Ende der Absperrvorrichtung liegende Absperrblase in größerem
Maßstab.
Fig. 1 zeigt eine Absperrvorrichtung bestehend aus zwei
Blasen 1 und 2, welche entlang einer Achse 3 im Abstand hintereinander liegen. Die Blasen 1 und 2 haben eine
zyIindermanteLförmige Gestalt, wobei die Zylinderachse mit
der Achse 3 zusammenfällt. An den Enden der Blasen 1 und 2
sind übergangsbereiehe 4 zu rohrförmigen Ansätzen 5 geringeren Durchmessers vorgesehen. Die Absperrvorrichtung
ist dazu bestimmt, mit der in der Darstellung der Fig. 1 linken, also am Ende befindlichen Blase 2 voraus in eine
abzusperrende Rohrleitung, z.B. eine Gasleitung, eingeführt
zu werden.
Die in Einführungsrichtung rückliegende Blase 1 ist im
Bereich der Ansätze 5 durch Stopfen 6 verschlossen. Die
vornliegende Blase 2 weist nur in dem der Blase 1 zugewandten Ansatz 5 einen Stopfen 6 auf; das andere Ende
ist durch ein Formteil 7 verschlossen.
Die beiden BLasen 1 und 2 sind durch einen flexibLen, aber
weitgehend zug- und druckfesten SchutzschLauch 8 miteinander und mit einem nicht dargestellten Steuerelement so
verbunden, daß sie in die abzusperrende Rohrleitung eingeführt werden können. Der SchutzschLauch 8 schließt an
das in Fig. 1 dargestellte rechte Ende der Blase 1 an und verbindet im weiteren die sich gegenüberliegenden Enden der
Blasen 1 und 2. Der zwischen den Blasen 1 und 2 liegende Teil 8' des Schutzschlauches 8 weist außerdem zwei im
Abstand voneinander liegende Öffnungen 9a und 9b auf.
Innerhalb des SchutzschLauches 8 verlaufen fünf Druckschläuche 10a bis 1Oe,, weLche die einzelnen Teile der
Absperrvorrichtung mit dem SteuereLement verbinden.
DruckschLauch 10a dient der Beaufschlagung der Blase 1 mit
Druckluft und endet dort; die DruckschLauche 10b bis 10e
sind durch die BLase 1 hindurchgeführt. Die Druckschläuche
10b und 10c führen innerhalb des Teils 81 des Schutzschlauches 8 zu den beiden Öffnungen 9a und 9b; der
Druckschlauch 10d dient der Beaufschlagung der BLase 2 und
endet dort. Der Druckschlauch 10e schließlich führt durch die Blase 2 hindurch und schließt an das Formteil 7 an.
Fig. 2 zeigt die am Ende der Absperrvorrichtung liegende
BLase 2 in vergrößertem Maßstab. Ergänzend zu Fig. 1 sind
der AnschLuß des Schutzschlauches 8' an die Blase 2 sowie
die Durchführung der Druckschläuche 10d und 10e an dem einen Ende sowie das Formteil 7 und der Anschluß des
Druckschlauches 10e an das Formteil 7 an dem anderen Ende
der BLase 2 dargestellt.
Der Schutzschlauch 8' mündet in den rohrförmigen Ansatz 5
der Blase 2, wobei sich der SchutzschLauch 8' und der
rohrförmige Ansatz 5 über etwa die gesamte Länge des Ansatzes 5 überlappen; der Außendurchmesser des
*♦ ·
SchutzschLauches 8' entspricht etwa dem Innendurchmesser des
Ansatzes 5. In diesem überlappungsbereich befindet sich im
SchutzschLauchende ein Stopfen 6, dessen Durchmesser wiederum dem Innendurchmesser des SchutzschLauches 8'
entspricht, Der Stopfen 6 weist eine der AnzahL der ankommenden DruckschLauche entsprechende AnzahL von
Bohrungen auf, in weLche die DruckschLauche dichtend
eingekLebt werden. In diesem FaLL sind es LedigLich die DruckschLauche 1Od und 10e. Eine ScheLLe 11 preßt den
rohrförmigen Ansatz 5 der BLase 2 und den SchutzschLauch 81
gegen den Stopfen 6. In entsprechender Weise werden bei der
BLase 1 beide Enden verschLossen, wodurch ein Luftdichter HohLkörper geschaffen wird.
Am anderen Ende der BLase 2 verschLießt das FormteiL 7 mit
einem Schaft 12 in anaLoger Weise wie der Stopfen 6 den rohrförmigen Ansatz 5 der BLase. In den inneren Bereich
einer axiaLen Bohrung 13 durch den Schaft 12 des FormteiLs 7 ist der DruckschLauch 10e eingekLebt. Auch hier preßt eine
ScheLLe 11 den rohrförmigen Ansatz 5 der BLase 2 an den Schaft 12 des FormteiLs 7, wodurch auch hier ein Luftdichter
HohLkörper entsteht. Die Bohrung 13 mündet mit einer Öffnung 14 nach außen.
Für den Einsatz wird die erfindungsgemäße Absperrvorrichtung
nach den entsprechenden Vorarbeiten, wie Freigraben und Anbohren der RohrLeitung sowie Aufbringen eines
BLasensetzgerätes, in die abzusperrende RohrLeitung
eingeführt. Der SchutzschLauch 8 muß hierzu fLexibeL sein
sowie in axiaLer Richtung die nötige Festigkeit aufweisen, um die zwei BLasen an die gewünschte Position in der
RohrLeitung zu schieben.
Nun werden nacheinander die BLasen 1 und 2 durch die DruckschLauche 10a und 10d aufgebLasen. Dadurch können sich
die BLasen in radiaLer Richtung bis zu einem VieLfachen
ihres Durchmessers dehnen, bis sie an der Innenwand der
Rohrleitung anliegen. Die Festigkeit des elastischen Materials und die Wanddicke der Blasen wirken dabei mit
deren zy I indermantelförmigen Gestalt so zusammen, daß eine
unkontrollierte Ausdehnung in Rohr längsrichtung verhindert
wird.
Während des Füllens der jeweils zweiten Blase entsteht in dem Rohrleitungsabschnitt zwischen den beiden Blasen 1 und
2, bedingt durch die Ausdehnung der Blase, ein überdruck.
Dieser läßt sich durch Entlüften über die beiden öffnungen
9a und 9b und die dazugehörigen Druckschläuche 10b und 10c
abbauen. Alternativ kann dieser Rohrleitungsabschnitt über
diese Entlüftungseinrichtung auch mit einem inerten Gas,
z.B. Stickstoff, gespült werden.
Durch den Fülldruck in den Blasen 1 und 2 entsteht an der
Kontaktfläche zwischen den Blasen und der Rohrleitung eine
Haftreibung, die die Blasen am Verrutschen in der Rohrleitung hindert.
über das Formteil 7 am Ende der Blase 2 und den daran
angeschlossenen Druckschlauch 10e kann der anstehende Druck
in der abgesperrten Rohrleitung gemessen werden. Die zur Rohrwandung hin gerichtete öffnung 14 in Verbindung mit der
besonderen Form des Formteile verhindert ein Zusetzen der öffnung mit Schmutz (Fig. 2).
Nach Beendigung der Arbeiten an der Rohrleitung läßt man die
Druckluft aus den Blasen 1 und 2 entweichen. Dadurch nehmen sie wieder ihre ursprüngliche Form an und lassen sich so an
dem Schutzschlauch 8, 8' wieder aus der Rohrleitung
herausziehen.
Die Erfindung wird bevorzugt für die in der Praxis
gebräuchlichen Rohr Leitungsdimensionen von 80 bis 300 mm
eingesetzt. Um diesen Bereich abzudecken, arbeitet man
vorteiLhafterweise mit zwei Blasengrößen, nämLich
a) BLasendurchmesser 50 mm für Rohrleitungen DN 80 bis
200 mm und
b) BLasendurchmesser 140 mm für Rohrleitungen DN 150 bis
300 mm.
Dies macht eine Anpassung der Wanddicke an den jeweiligen
Blasendurchmesser erforderlich. Im Fall a) beträgt die
Wanddicke vorzugsweise ca. 5 mm, im FaLL b) ca. 8 mm.
Eine Anwendung der Erfindung bei anderen
Rohrleitungsdimensionen und von oben genannten Maßen
abweichenden Wandstärken ist aber möglich.
Rohrleitungsdimensionen und von oben genannten Maßen
abweichenden Wandstärken ist aber möglich.
• #·· ·i
• ·
Claims (11)
1. Absperrvorrichtung für Rohrleitungen zum Transport von
flüssigen oder gasförmigen Medien mit mindestens einer in die Rohrleitung einführbaren und über eine Druckleitung
(1Od) durch Druckluft aufweitbaren baL lonförmigen Blase (2)
aus elastischem Material, dadurch gekennzeichnet, daß die
Blase aus einem Material genügend hoher Festigkeit und/oder Wanddicke besteht, um dem Fülldruck standzuhalten.
2. Absperrvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blase (2) aus Kunststoff oder Kautschuk besteht.
3. Absperrvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blase (2) zyl indermantelförmig mit
dem Querschnitt der Rohrleitung angepaßtem Querschnitt ausgebi Idet i st.
4. Absperrvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blase (2) an zumindest einem ihrer
Enden in einem Übergangsbereich (4) eine
Querschnittsverringerung auf einen rohrförmigen Ansatz (5)
aufweist.
5. Absperrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Blase (2) einen Durchmesser
zwischen etwa 40 und 140 mm aufweist.
&oacgr;. Absperrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Blase (2) eine Wandstärke
zwischen etwa 4 und 8 mm aufweist.
7. Absperrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckleitung C10d) in einem
Schutzschlauch (8, 8') geführt ist, der an den rohrförmigen
Ansatz (5) angeschlossen ist.
8. Absperrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die BLase (2) im Bereich des
rohrförmigen Ansatzes (5) durch einen Stopfen (6) mit mindestens einer Durchbrechung verschlossen ist, durch
welche die Druckleitung (1Od) dichtend hindurchgeführt ist.
9. Absperrvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blase (2) am gegenüberliegenden Ende
im Bereich des rohrförmigen Ansatzes (5) durch ein Formteil
(7) abgeschlossen ist, das eine bffnung (14) aufweist, an
die eine durch die Blase (2) hindurch nach außen geführte Druckleitung <10e) angeschlossen ist.
10. Absperrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Blase mindestens eine weitere, in entsprechender Weise ausgebildete und an beiden
Enden an den Schutzschlauch (8, 81) angeschlossene Blase (1)
im Abstand vorgeschaltet ist, durch welche die Druckleitungen (10b bis 1Od) hindurchgeführt sind.
11. Absperrvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der zwischen den Blasen liegende Teil
des Schutzschlauches (81) zwei bffnungen (9a, 9b) aufweist,
an die jeweils eine nach außen geführte Druckleitung (10b, 10c) angeschlossen ist.
Priority Applications (2)
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